Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt

Predigt zum 1. Christtag 2022 im Dom zu Schwerin

25. Dezember 2022 von Kristina Kühnbaum-Schmidt

Predigttext: Kolosser 2, 3. 6-10

Liebe Schwestern und Brüder,

der Heilige Abend liegt hinter uns. Und mit ihm der heimelige Schimmer des Kerzenlichts in der Dämmerung,der Trubel des Heiligen Abends, für manche auch: die Dunkelheit und Einsamkeit der Heiligen Nacht. All das ist dem klaren Morgenlicht gewichen.

In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis

Die Heilige Nacht ist vorüber. Geschenke sind ausgetauscht. Vielleicht sind auch kleine oder große Schätze dabei. Geschenke-Schätze, die im heutigen Predigttext in ihrer Bedeutung zwar nicht relativiert, aber in Relation, ins Verhältnis gesetzt werden. Ins Verhältnis zu ihm, dem kindlichen Schatz im Mittelpunkt des Weihnachtsfestes, dem Christuskind. Denn: In Christus liegen verborgen alle Schätze der Weisheit und der Erkenntnis. In ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig.

Weisheit, Erkenntnis, die ganze Fülle der Gottheit - was für ein reicher Schatz am hellen Weihnachtsmorgen! Ein Schatz, der im Tageslicht, bei Lichte gesehen aus der anrührenden, in warmes Dämmerlicht getauchten Szenerie im Stall zu Bethlehem klare Gewissheit werden lässt. Gewissheit, was in allen Wichtigkeiten wirklich wichtig ist. Gewissheit, was inmitten vieler Schätze der eigentliche, der wirkliche Schatz ist. Gewissheit mitten im weiten Feld von tiefgründigen philosophischen Einsichten bis hin zu simplen und irreführenden Trugbildern.Gewissheit, die Orientierung gibt. Eine Orientierung, die einen Namen trägt: Christus.

Christus ist voller Liebe für alle Menschen

Worin aber bestehen Weisheit, Erkenntnis und Orientierung, die Christus schenkt? Ich will es so sagen: Christus ist auf neue Art und Weise Mensch, oder besser: Christus ist Mensch auf eine Art und Weise, die dem, was Menschsein in Gottes Schöpfung ausmachen soll, voll und ganz entspricht: Voller Liebe für alle Menschen, seine Freunde wie seine Feinde. Erfüllt von dem Wunsch nach Frieden auf Erden, nach Gerechtigkeit und Versöhnung.

Mit Christus kommt an Weihnachten also nicht nur ein neues Menschenkind auf die Welt. Mit Christus kommt eine neue, dem Menschsein im eigentlichen Sinn entsprechende Lebensweise in die Welt. Eine Lebensweise, die uns hilft, in dieser bedrohten, zerbrechlichen Welt zu leben. Denn Christus verkörpert, was wir selbst, was unsere Welt so dringend braucht: Liebe, Frieden, Versöhnung, Gerechtigkeit. Für nahe und ferne Mitmenschen, für alle Geschöpfe, für Gottes ganze Schöpfung. Denn, so heißt es ebenfalls im Kolosserbrief, durch ihn, „durch Christus, ist alles geschaffen, was im Himmel und auf Erden ist, das sichtbare und das Unsichtbare“ (Kol 1,16) und durch ihn „wird alles versöhnt, sei es auf Erden oder im Himmel.“ (Kol 1,20)

Diese Botschaft lässt Hoffnung wachsen

Christus setzt mit seinem Leben die Botschaft der Liebe gegen Hass und Gewalt, Frieden und Versöhnung gegen Krieg und Zerstörung, Nächstenliebe und Barmherzigkeit gegen Egoismus und Selbstbezogenheit. Diese Botschaft lässt Hoffnung wachsen. Und sie ermutigt uns, eigene Schritte zu Frieden, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit zu suchen und zu gehen.

Genau das kann Orientierung geben, Erkenntnis und Weisheit schenken inmitten von Ängste und Sorgen, die das Leben verdunkeln. Denn mitten in diese Ängste und Sorgen  scheint das Licht von Weihnachten. Der helle Stern über dem Stall von Bethlehem. Der Glanz des Christuskindes in der Krippe.

Gott lässt uns nicht allein

Der Angst, dass alles zu Ende gehen könnte, mit uns selbst, mit der Welt um uns herum, begegnet Gott mit einem neuen Anfang, mit der Geburt des Christuskindes. Und mit Christus kommt neues Leben in die Welt, Trost und Hoffnung. Weil der zur Welt gekommene Christus von seiner Geburt an dafür einsteht, dass wir nicht allein sind. Dass Gott uns nicht allein lässt, nicht mit unseren Ängsten und Sorgen, nicht mit Schuld und Versagen, nicht einmal im Tod. „Wahr’ Mensch und wahrer Gott, hilft uns aus allem Leide, rettet von Sünd und Tod“, so dichtet es Michael Prätorius im Weihnachtslied „Es ist ein Ros’ entsprungen“.Zwischen liebendem Gott und schuldig werdenden Menschen entsteht mit Christus eine neue Kommunikation, eine neue Begegnung, ein neuer Kontakt, eine neue Orientierung. Und ja, auch das: Versöhnung und Frieden.

Vertrauen wir nur Christus und seiner Botschaft

Wo wir Christus in unserem Leben Raum geben, sortieren sich Schätze und Wichtigkeiten in unserem Leben neu. Können wir Anteil haben am größten Schatz, der uns zu Weihnachten geschenkt wird: an Christus. Als Kinder der Liebe Gottes, die mit Christus dafür stehen, dass die Welt sich ändern kann. Dass Liebe und Barmherzigkeit neues Gewicht bekommen. Dass Frieden wird auf dieser Welt. Dass unser Hoffen und Beten, unser Singen und Sagen und Tun nicht vergebens sind. Vertrauen wir nur Christus und seiner Botschaft, verbinden wir uns mit seiner Kraft und mit seinem Licht!Trauen wir nur dem himmlischen Gesang der Engel: Fürchtet euch nicht! Ein Kind ist euch geboren!  Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig, und ihr seid erfüllt durch ihn, der das Haupt aller Mächte und Gewalten ist.

Amen

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