Andacht zur Vorstellung des Kunstprojekts

Schleswiger Dom erhält ein „Friedens- und Versöhnungsfenster“

Der Schleswiger Dom erhält ein besonders gestaltetes Fenster nach den Entwürfen der Künstlerin Annegrete Riebesel. Es soll zu Frieden und Versöhnung aufrufen.
Der Schleswiger Dom erhält ein besonders gestaltetes Fenster nach den Entwürfen der Künstlerin Annegrete Riebesel. Es soll zu Frieden und Versöhnung aufrufen. © Tim Riediger / nordpool

21. Juni 2022 von Antje Wendt

Der Schleswiger Dom wird noch schöner, denn eines seiner Fenster wird auf symbolträchtige Weise verziert: Die Künstlerin Annegrete Riebesel fertigt ein Friedens- und Versöhnungsfenster. Vorgestellt wird dieses bei einer Andacht mit Bischof Gothart Magaard am Sonntag, 26. Juni, um 18 Uhr im Dom.

An der Südseite des Hohen Chores im Schleswiger St. Petri-Dom befand sich bis vor kurzem ein Fenster, das im Gegensatz zu den übrigen farbenfroh gestalteten 33 Glasfenstern steht: Dieses Fenster entstand 1936 und wurde mit Rücksicht auf die Ausleuchtung des berühmten Bordesholmer Altars aus reinem Milchglas gefertigt. Als „Kunst am Bau“-Projekt im Rahmen der Sanierung des Schleswiger Doms wird dieses Fenster in den kommenden Tagen ebenfalls eine künstlerische Gestaltung erhalten. 

Fenster mahnt zum Frieden

Die Entwürfe dazu stellt die Künstlerin Annegrete Riebesel in einer Andacht vor, die von Bischof Magaard und Pastorin Birgit Johannson gestaltet wird. Im Anschluss haben die Besucherinnen und Besucher Gelegenheit, Fragen zum Kunstprojekt stellen. 

„Ausgehend von der wechselvollen Geschichte in der deutsch-dänischen Grenzregion sollte mit dem neuen Fenster die Auseinandersetzung mit den Themen „Krieg und Frieden“ sowie „Gewalt und Versöhnung“ angeregt werden“, erläutert Bischof Magaard und ergänzt: „Darüber hinaus haben diese Themen in den vergangenen Monaten durch den Angriffskrieg gegen die Ukraine zusätzlich an Brisanz und Aktualität gewonnen. Ich wünsche mir, dass dieses Fenster als stetige Mahnung zum Frieden seine Wirkung entfalten wird.“

Entwurf regt zum Nachdenken an

Das Konzept von Riebesel konnte die Jury bei dem ausgelobten Wettbewerb am meisten überzeugen. Ihr Fensterentwurf steht in einem ruhigen Kontrast zum Altar, zu den Gewölbemalereien und den historischen Fenstern. Durch reduzierte Formen, Ornamente und Symbole, die in ein grafisches Liniennetz eingebunden sind, erweckt Riebesel Anklänge an das Thema Frieden und Versöhnung und gibt den Betrachtenden Spielraum für eigene Assoziationen. Kleine Stücke aus farbigen Strukturgläsern setzen brillante Leuchtpunkte und treten funkelnd aus der Fensterfläche hervor.

Die Herstellung des neuen Fensters lag in den Händen der Glaswerkstatt Schneemelcher aus Quedlinburg. Vom Entwurf bis zum fertigen Fenster sind dabei eine ganze Reihe von Arbeitsschritten erforderlich, die jeweils von der Glaskünstlerin begleitet und begutachtet wurden. Jedes der insgesamt 30 Bleifelder, aus denen sich das fertige Fenster zusammensetzt, besteht aus 80 Einzelgläsern, so dass 240 Fenstersegmente von Hand zugeschnitten werden mussten. In einem ersten Schritt entstanden zunächst die 1:1-Schablonen für den Zuschnitt der einzelnen Fenstersegmente.

Aufwendige Produktion

Das Material besteht aus verschiedenfarbigen, mundgeblasenen Überfang-Echtantikgläsern. Dieses Material wird aus mehreren Glasschichten gefertigt und weist eine besonders schöne Lichtbrechung auf. Bevor die Einzelsegmente mit Blei zusammengesetzt wurden, erhielten sie eine Struktur- sowie Überzugsmalerei, die im Brennofen bei 630° eingebrannt wurde, um Witterungsbeständigkeit und Langlebigkeit zu erreichen. Der Einbau des neuen Fensters erfolgt ab 21. Juni.

Die Künstlerin

Annegrete Riebesel ist als freischaffende Künstlerin in Halle tätig. Einen Großteil ihrer Ausbildung hat sie an der Hochschule für Kunst und Design Burg Giebichenstein/Halle in der Fachrichtung Malerei/Grafik/Glasgestaltung erhalten.

Sie ist Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler Sachsen-Anhalt. Ihre Tätigkeitsschwerpunkte sind Glasfenster, die sie überwiegend für Kirchen- und Andachtsräume aber auch für den privaten Bereich gestaltet.

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