21. November 2023 | Rathaus Hamburg

Senatsempfang anlässlich 175 Jahre Diakonie

21. November 2023 von Kirsten Fehrs

Grußwort von Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Nordkirche und amtierende Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)

Sehr geehrter Erster Bürgermeister, lieber Peter Tschentscher,
sehr geehrte Vizepräsidentin der Bürgerschaft und liebe Mitglieder des Bundestages und der Bürgerschaft,
lieber Landespastor Dirk Ahrens, sehr geehrte, liebe Präses der Landessynode Ulrike Hillmann, liebe Mitarbeitende, Freundinnen und Freunde der Diakonie,

#(hashtag)ausliebe – was für ein Motto zum 175. Jubiläum der Diakonie Deutschland! Ich gratuliere von Herzen und beglückwünsche Sie und euch zu 175 Jahren Liebesdienst und Menschlichkeit!

Geboren dies einst aus den Gedanken all derer, die Christus auf die Welt lieben wollten. Die berührt waren bis an die Herzhaut vom Elend der Armenviertel im 19. Jahrhundert, von Kindern ohne Brot und Bleibe, von Jugendlichen ohne Lesebuch und Zukunft, von verhärmten Frauen voller Traurigkeit und Männern ohne Arbeit.
Natürlich – und da können wir uns hier in diesem Rathaus besonders gratulieren – war‘s zuallererst der Hamburger Johann Hinrich Wichern. Sein Herz schlug für all diese gebeutelten Menschenkinder, die inmitten unvorstellbar bedrückender Verhältnisse um Würde rangen. Ein hoffnungsmutiger Pragmatiker, der es mit seinem unerschütterlichen Glauben an die Güte, ja, an die Wunder Gottes mit jeder Not aufgenommen hat. Kraftvoll zupacken, wo jemand fällt. Halten, wo unhaltbare Zustände herrschen. Verändern, weil Gott es so will.
Das ist nicht nur 1848 dran gewesen, sondern heute ist es doch ebenso. Es sollte uns Kraftquelle und Ansporn sein, dass Johann Hinrich Wichern hier in Hamburg die Keimzelle der Diakonie gelegt hat!
Bis heute ist die Diakonie ein einziges Solidaritäts- und Liebesnetzwerk, das immer weiter wächst und weltweit ausstrahlt. Ein Netzwerk, das nicht nur in unserer Kirche, sondern in der ganzen Gesellschaft wesentlich zu mehr Mitmenschlichkeit und Gerechtigkeit beiträgt.
Und damit ist sie ein Glücksfall für alle, die Hilfe brauchen. Die auf der Flucht sind und in Not, die Obdach suchen und Lebensberatung. Sie ist ein Glücksfall für unsere evangelische Kirche und überhaupt ein Glücksfall für alle, die sich engagieren und wissen, dass in diesen Zeiten nichts wichtiger ist, als den Zusammenhalt und die Demokratie zu stärken.

Danke für dieses Netzwerk #aus Liebe, das von lauter motivierten, herzhaften Hoffnungsmenschen getragen wird, warmherzig, sozial, klug und kompetent. Mit Mut und Demut – die Würde des einzelnen Menschen immer sensibel im Blick. Diese Sensibilität gepaart mit hoher Professionalität ist es, die die Diakonie zu so einer kraftvollen Institution macht. Und dies gerade in einer Gesellschaft, die Soziologen jüngst als eine Gesellschaft der „Ichlinge“ bezeichnet haben, für die ausschließlich die eigene Freiheit zählt.
Die Diakonie setzt hier den klaren Gegenakzent: Jedes Ich für das Wir. In aller Freiheit. Freiheit, die ja bekanntlich nur dann gelingen kann, wenn sie die Nächsten im Blick behält, ja wenn sie für die Nächsten Verantwortung übernimmt.
Und deshalb, liebe Diakonie-Jubilarin: Wie viel Akzente setzt ihr als Institution für Gerechtigkeit und Integration? 175 Jahre schon! Wie viel Zukunft schenkt ihr uns als Unternehmerin der Nächstenliebe im Kampf gegen Armut, Obdachlosigkeit, Krankheit und Krisen. Nächstenliebe auch im Trösten, Pflegen, Versorgen, Unterstützen. Ihr zeigt, dass es möglich ist, etwas zu bewegen, einen Unterschied zu machen für so viele Menschen, die in Not sind und Schutz brauchen und Fürsorge.

Einen „Wendepunkt in der Geschichte“ hat Johann Hinrich Wichern damals vor 175 Jahren in seiner flammenden Rede gefordert – und zwar einen Wendepunkt in der Geschichte der christlichen Kirche. Dieser Wendepunkt seid ihr als Diakonie – Tag für Tag. Denn ihr bringt Gott zur Welt, buchstäblich. Ihr zeigt uns, dass Beten und Handeln, dass „Beten und Tun des Gerechten“ zusammengehören, um die Welt zu einer besseren zu machen. Als parteiische Anwältin derer, die keine Stimme haben.

Habt von Herzen Dank dafür – und das sage ich als Bischöfin von Hamburg und als amtierende Ratsvorsitzende für unsere ganze evangelische Kirche in Deutschland – habt Dank für euer Unternehmertum mit dem Netzwerk der rettenden Liebe. Bleibt so mutige Botschafterinnen und Botschafter des Glaubens – um nichts Geringeres als des Friedens willen in unserer Stadt und in unserem Land.

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