Kirchenjahr

Trauern, erinnern und innehalten am Ewigkeitssonntag

Der Ewigkeitssonntag im November, auch Totensonntag genannt, ist dem Andenken der Verstorbenen gewidmet.
Der Ewigkeitssonntag im November, auch Totensonntag genannt, ist dem Andenken der Verstorbenen gewidmet.

21. November 2020 von Simone Viere

Mit dem Ewigkeits- oder Totensonntag enden im November die Trauer- und Gedenktage. Neben dem Andenken an die Verstorbenen wird in vielen evangelischen Gottesdiensten auch zu einem bewussteren Umgang mit der Lebenszeit ermutigt.

Der Totensonntag ist der letzte Sonntag des Kirchenjahrs, bevor mit dem Advent und der Geburt Jesu Christi ein neuer Zyklus des Kirchenjahres beginnt. In diesem Jahr fällt er auf den 22. November.

Der Schleswiger Bischof Gothart Magaard versendet in diesem Jahr per Video eine Botschaft zum Ewigkeitssonntag.

Videobotschaft von Bischof Gothart Magaard

Bischof Magaard sagt darin: "In diesem Jahr gewinnt der Ewigkeitssonntag eine besondere Bedeutung. Denn viele Menschen, die seit März einen lieben Menschen verloren haben, konnten nicht in gewohnter Weise Abschied nehmen".

Er denke auch an diejenigen, die einsam gestorben sind, weil sie aufgrund der Infektionsgefahr nicht besucht werden konnten. Die große Distanz sei von den Angehörigen kaum auszuhalten gewesen.

"Den trauernden Angehörigen und Familien wünsche ich, dass sie an diesem Sonntag getröstet werden, in den Gottesdiensten, beim Besuch der Gräber oder im gemeinsamen Erinnern", fährt er fort. "Möge in ihnen eine Gewissheit wachsen, dass der geliebte Mensch, um den sie trauern, bei Gott geborgen ist – über das Leben hinaus und in Ewigkeit".

Ein Gebet zum Ewigkeitssonntag

Gott, Du Schöpfer und Erhalter allen Lebens, vor Dich bringen wir am Ewigkeitssonntag noch einmal die Namen der Verstorbenen in diesem Jahr und unsere Erinnerungen an Sie. Wie sie waren. Wie sie gestorben sind. Wie wir haben Abschied nehmen müssen.

Du kennst unsere Toten, Gott. Niemand geht verloren. Wir vertrauen die Menschen, die wir schmerzlich vermissen, deinen liebenden Händen an. In diesem Jahr fiel der Abschied besonders schwer. Viele von uns konnten Trauerfeiern nicht besuchen, aus Schutz vor Ansteckung, ein bitterer Verlust.  

Vor dich bringen wir die Trauer um unsere Verstorbenen, unsere Hilflosigkeit in der Krise, unsere Sorge um die Zukunft. Heile, was in uns in diesem Jahr zerbrochen ist. Wenn Finsternis uns umgibt – wenn jeder Tag Mühe macht – wenn die Nächte lang sind – und wenn das Weinen kein Ende nehmen will.

Denn dann bist du da, Gott. Von unseren schweren Herzen erzählen wir dir. Und davon, wie zerbrochen wir uns manchmal fühlen. So bitten wir dich, Gott: Komm zu uns und stärke uns. Manchmal werden unsere Herzen leichter. Und wir denken an die Zukunft. Ohne unsere Verstorbenen. Doch mit ihnen im Herzen. Neues entsteht. Auch wenn die Narben bleiben.

Für alle Hoffnung und für alle Neuanfänge danken wir Dir, Gott. Du schüttest deinen Segen über uns aus, der uns weitergehen lässt, der uns umhüllt und begleitet. Du führst uns heraus in eine neue Zukunft. Heute schon und immer. Amen.

Totengedenken in der Nordkirche

Weitere Andachten und Gottesdienste zum Ewigkeitssonntag finden Sie in unserer Veranstaltungssuche

In Neumünster laden evangelische und katholische Kirche gemeinsam am kommenden Sonntag, 22. November, um 15 Uhr zum Gedenken an die Verstorbenen auf den Neumünsteraner Südfriedhof (Plöner Straße 130) ein. Propst Stefan Block und Pfarrer Peter Wohs feiern die Andacht nicht wie gewohnt in der Auferstehungskapelle, sondern draußen auf der Terrasse vor dem Gezeitencafe.

Die Glocken werden dennoch läuten und die Besucher erhalten ein brennendes Windlicht, das sie im Anschluss zu den Gräbern von Freunden und Angehörigen bringen können. Ein Posaunenchor begleitet die Feier, die von der Hoffnung auf Erlösung getragen sein wird. Die Hospizinitiative Neumünster gestaltet die halbstündige Andacht mit.

Ein Gedenkgottesdienst für verstorbene obdachlose Menschen findet um 18 Uhr in Hamburg statt. Gemeinsam mit der Kirchengemeinde Eimsbüttel wird in der katholischen St. Bonifatiuskirche der Toten gedacht.

Kerzen zum Gedenken© Frantisek Duris, unsplash

Im digitalen Gottesdienst #liveline predigt Pröpstin Petra Kallies über das Trost finden und Loslassen. Beginn ist am Sonntag, 22. November 2020 um 10 Uhr auf dem YouTube-Kanal des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg.

Chatandacht am Ewigkeitssonntag 

Zur Chatandacht: www.trauernetz.de

Trauernde können ihrer verstorbenen Angehörigen und Freunde am Ewigkeitssonntag in einer Chatandacht im Internet gedenken. Sie werde am 22. November um 18 Uhr auf "www.trauernetz.de" gehalten, teilte die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD)  mit.  Ab sofort können auf dem Portal die Namen von Verstorbenen in ein digitales Trauerbuch eingetragen werden. Während der Online-Andacht werden diese im Chat eingeblendet.

Zusätzlich zur Chatandacht biete "trauernetz.de" auch die Möglichkeit, Online-Gedenkseiten für Verstorbene anzulegen. Erstmalig ergänze in diesem Jahr ein Video den Chat.

Hintergrund

Der Totensonntag ist ein stiller Feiertag, das heißt, er ist durch die Feiertagsgesetzgebung der Bundesländer besonders geschützt. Öffentliche Sport-, Tanz- und Musikveranstaltungen sowie Märkte sind laut dieser Gesetze am Totensonntag verboten. 

An dem Gedenktag sollen Menschen Trost finden, wenn im vergangenen Jahr der Verlust eines Angehörigen oder eine Trennung zu beklagen war. Oft können Angehörige die Namen ihrer Verstorbenen in Trauerbücher eintragen, für sie wird dann im Gottesdienst gebetet.
 

Der preußische König Friedrich Wilhelm III. ordnete 1816 an, jährlich den letzten Sonntag des Kirchenjahres als allgemeinen Feiertrag zur Erinnerung der Verstorbenen zu begehen. In vielen Landeskirchen setzte sich diese Tradition als "Totensonntag" durch. In anderen Landeskirchen heißt der Sonntag Ewigkeitssonntag, um damit nicht den Tod ins Zentrum zu stellen, sondern die Auferstehung und das ewige Leben, an das Christen glauben.

 

Datum
21.11.2020
Quelle
Nordkirche; epd; Kirchenkreise
Von
Simone Viere
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