Landesbischöfin: „Gottes Auftrag besteht – unsere Zukunft ist offen und weit“

Wahlsynode der Landessynode startet mit Gottesdienst

Zum Auftakt der Wahlsynode predigte Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt
Zum Auftakt der Wahlsynode predigte Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt © Marcelo Hernandez, Nordkirche

05. Juni 2021 von Maren Warnecke

Hamburg. Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt eröffnete heute (5. Juni) mit dem Gottesdienst in der Hauptkirche St. Michaelis zu Hamburg eine Premiere für die Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche): erstmals sind die 156 Mitglieder der Landessynode zu einer digitalen Bischofswahl aufgerufen. Kirsten Fehrs, amtierende Bischöfin für den Sprengel Hamburg und Lübeck, hatte sich zu einer zweiten Amtszeit bereit erklärt.

Vor dem Hintergrund der Corona-Auflagen findet die Wahlsynode hybrid statt: während das Synodenpräsidium aus dem Michel heraus die Synodentagung leitet, werden die Landessynodalen aus den drei Sprengeln der Nordkirche am späteren Nachmittag ihre Stimme allein über ein digitales Tool abgeben.

Die Predigt im per Livestream übertragenen Gottesdienst hielt Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt. Der Gottesdienst stand inhaltlich im Zeichen der biblischen Geschichte von Jona und dem Wal.

Jona soll Gottes Auftrag folgen und den Bewohnern der Stadt Ninive ihren Untergang ankündigen, sollten sie ihren Lebenswandel und ihr Miteinander nicht überdenken. Doch er zögert und landet nach einigen Irrungen und Wirrungen im Bauch des Wals. Dort erkennt Jona: „Du Gott, hast mein Leben aus dem Verderben geführt.“

Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt: „Gott lässt ihn ausweichen und Gott lässt auch zu, dass er Umwege geht, aber er entlässt ihn nicht aus seinem Auftrag und er lässt ihn auch nicht untergehen. Sondern: Gott rettet, behütet, bewahrt. Weil er es zugesagt hat und sich treu ist. Und die Umwege, die wir dabei jeweils gehen oder suchen, sie sind Teil unseres je ganz persönlichen Weges, unterwegs durch das Leben, unterwegs mit einem Auftrag Gottes.“

Die Landesbischöfin weiter: „Zum Auftrag Gottes an Jona gehört, dass er aus seinem Kontext heraus geht. Heute würden wir vielleicht sagen: dass er seine Komfortzone verlässt. Die gewachsenen Beziehungen, die vertrauten Netzwerke hinter sich lässt. Was ihm von Gott zugemutet und zugetraut wird, ist alles andere als ein Heimspiel. Und auch nicht mal ein Auswärtsspiel, denn eine Fankurve, ein paar Groupies oder Cheerleader kann er auch nicht mitnehmen. Ganz allein, ohne Netz und doppelten Boden soll Jona sich fremden Kontexten und Menschen, anderen Erfahrungen aussetzen. Allein und nur mit Gottes Botschaft im Gepäck.“

Mit ermutigenden Worten an die Zuschauerinnen und Zuschauer schloss die Landesbischöfin ihre Predigt: „Die Zukunft ist nicht festgelegt, sie ist offen und weit. Offen ist, ob und wie wir – als Einzelne wie als Gemeinschaft – entscheiden und handeln, wenn wir Gottes Auftrag an uns hören. Ob wir ausweichen, Umwege gehen oder schlicht tun, was zu tun ist. Wer weiß...
Gottes Auftrag aber steht fest: Er will, dass alle Menschen das Leben und volle Genüge haben und reich sind zu jedem guten Werk. Diesem Auftrag und damit allen seinen Geschöpfen ist er treu: Gott rettet, behütet und bewahrt.“

An Liturgie und Abendmahl wirkten Synodenpräses Ulrike Hillmann, Vizepräsides Elke König und Andreas Hamann, Hauptpastor Alexander Röder sowie die Synodalen Finja Belusa, Bettina von Wahl und Dr. Kai Greve mit. Die musikalische Gestaltung lag in den Händen des Michel-Kantors Jörg Endebrock. Linda Joan Berg (Sopran) und Josa Malich an der Solo-Trompete setzten besondere musikalische Akzente.

Mit der Begründung des Wahlvorschlags, dem Aus- und Rückblick der amtierenden Bischöfin Kirsten Fehrs und mit der Wahlhandlung selbst wird die Synode fortgesetzt.

Livestream, Liveticker, Pressemitteilungen und weitere Informationen finden Sie hier: https://www.nordkirche.de/portal-der-landessynode

Den Gottesdienst zur Wahlsynode können Sie auf dem YouTube-Kanal der Nordkirche abrufen.

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