40 Jahre Aids

Welt-Aids-Tag: Positiv zusammenleben

Der Welt-Aids-Tag wird seit 1988 jährlich am 1. Dezember begangen. Die Rote Schleife steht weltweit für Solidarität mit HIV-positiven und aidskranken Menschen.
Der Welt-Aids-Tag wird seit 1988 jährlich am 1. Dezember begangen. Die Rote Schleife steht weltweit für Solidarität mit HIV-positiven und aidskranken Menschen.© Alexxndr, iStockphoto

30. November 2021 von Simone Viere

Ein gutes Leben mit HIV ist heute dank moderner Medikamente möglich. Ganz anders sah das noch vor 40 Jahren aus, als die Aids-Epidemie zur bitteren Realität wurde. Seitdem ist viel passiert. Allerdings macht Diskriminierung HIV-positiven Menschen das Leben oft immer noch unnötig schwer. Der Welt-Aids-Tag am 1. Dezember ruft zu einem Miteinander ohne Vorurteile und Ausgrenzung auf.

Zugleich erinnert der Weltaidstag an die Menschen, die an den Folgen von HIV und Aids verstorben sind. Seit Beginn der Epidemie sind das weltweit mehr als 36 Millionen Menschen. Am stärksten betroffen ist das südliche Afrika. Doch auch in Osteuropa und Zentralasien ist die Zahl der Infektionen in den letzten Jahren stark gestiegen. 

Im Hamburger Stadtteil St. Georg gibt es schon seit Langem einen Gottesdienst zum Welt-Aids-Tag, immer am Vorabend des 1. Dezembers. In diesem Jahr hat Bischöfin Kirsten Fehrs die Predigt gehalten.

Aids-Seelsorger Pastor Lienau-Becker, Bischöfin Kirsten Fehrs und Pastorin Elisabeth Kühn hielten den Gottesdienst zum Welt-Aids-Tag in St. Georg.
Aids-Seelsorger Pastor Lienau-Becker, Bischöfin Kirsten Fehrs und Pastorin Elisabeth Kühn hielten den Gottesdienst zum Welt-Aids-Tag in St. Georg.© Antje Dorn

"Vierzig Jahre Aids – das heißt: Vierzig Jahre Werben um Verständnis, um Toleranz, Ringen darum, dass man nicht abgewertet, nicht ausgegrenzt, nicht ignoriert wird. Vierzig Jahre dem Schmerz standhalten und immer wieder deutlich und klar sagen: Hier sind wir – als Menschen", sagte Fehrs am Dienstagabend in der Dreieinigkeitskirche St. Georg.

"Keine Krankheit kann jemandem die Würde nehmen"

Ein Lernprozess, der vor vier Jahrzehnten für Gesellschaft und auch Kirche begonnen habe, und gerade wieder hochaktuell ist. Bischöfin Fehrs: "Krankheit zieht Grenzen. In Corona-Zeiten wissen das wirklich alle. Und denken wir daran, wie einsam Menschen sterben mussten. Wie Kontakte unterbrochen und auch junge Menschen regelrecht vereinsamt sind. Wie der Gegensatz der Meinungen sich quer durch Familien, durch Freundeskreise, durch Kollegien zieht."

Eine Aids-Schleife aus Kerzen erinnert an die Menschen, die an den Folgen ihrer Infektion verstorben sind.
Eine Aids-Schleife aus Kerzen erinnert an die Menschen, die an den Folgen ihrer Infektion verstorben sind.© Antje Dorn

Sie ermutigte, sich immer wieder zu erinnern: "Keine Krankheit und kein Anderssein kann jemandem die Würde nehmen, die ganz elementare Menschenwürde. Jede und jeder gehört dazu. Einfach weil du Mensch bist. Dazugehören ist ein Menschenrecht."

Mehr zum Projekt positive stimmen 2.0

Ein Lernprozess, so Fehrs weiter, für neues positives Leben und gegen die Traurigkeit. So wie es auch die neue Studie "positive Stimmen 2.0.", belegt, in der Positive Positive interviewen. "So sehr holt es einen ins Leben zurück, wenn man redet und offen dazu steht, HIV-positiv zu sein. Wenn man sich nicht zurückzieht aus Angst, stigmatisiert und ausgegrenzt zu werden. Sondern deutlich macht: mit Therapie ist diese chronische Krankheit medizinisch gut zu kontrollieren und minimiert auch das Ansteckungsrisiko gen Null. Mit Therapie lebt sich's positiv positiv."

Erstmals Gottesdienst zum Welt-Aids-Tag in Glinde

Eine Anmeldung ist erforderlich: www.stjohannes-glinde.de/gottesdienste/

Zum ersten Mal wird in diesem Jahr auch in Glinde ein Gottesdiest zum Welt-Aids-Tag gefeiert: Am Mittwoch, 1. Dezember, um 18 Uhr findet er in der St.-Johannes-Kirche statt. "Es geht um Solidarität mit Menschen, die mit HIV leben, und um die nach wie vor große Bedrohung durch Aids in afrikanischen Ländern", kündigt Pastor Thomas Lienau-Becker von der Hamburger Aids-Seelsorge an. 

Gut zu wissen

Bis Mitte der 1990er-Jahre führte eine HIV-Infektion laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung meist zur tödlichen Erkrankung Aids, weil es keine dauerhaft wirksamen Behandlungsmöglichkeiten gab. Heute können gut verträgliche HIV-Medikamente die Vermehrung des Virus im Körper stoppen. Zudem ist HIV unter Therapie auch beim Sex nicht mehr übertragbar. Menschen mit HIV können Kinder zur Welt bringen, ohne dass es zu einer Übertragung kommt. 

Kampagne Leben mit HIV. Anders als du denkst.

"Aids ist eine Krankheit, mit der Menschen nicht wie mit anderen umgehen. Es ist eine Krankheit, die Angst auslöst, sowohl bei denen, die infiziert sind, als auch in ihrem Umfeld", so Lienau-Becker kürzlich im NDR-Fernsehen. "Dabei sind die Medikamente so gut, dann man das Virus nicht mehr weitergeben kann. Und trotzdem sind Stigmatisierung und Schuldgefühle, sich selber unwohl und nicht gut zu fühlen, die dauerhaften Begleiter des Lebens mit HIV", so der Seelsorger.

Weitere Informationen über die Arbeit der AIDS-Seelsorge – positiv leben&lieben gibt es auf dem Youtube-Kanal von positiv leben & lieben:

 

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