Vortrag

Fr, 5. Juni 2026 11:30 Uhr
Stiftung Alfried Krupp Kolleg Greifswald | Martin-Luther-Straße 14 | 17489 Greifswald

 

Prof. Dr. Jürgen Oberschmidt, Heidelberg

Wenn wir die Musik von Johann Sebastian Bach hören, dann fühlen wir uns tief in unserer Kultur verankert. Als zeitloses Fundament geben uns seine populären Allzeit-Hits auch ohne ein explizites Vorwissen Halt, die unerschütterliche Logik und mathematische Ordnung seiner Musik verspricht uns strukturelle Sicherheit, manchem wird seine Musik gar zum liturgischen Ritual.

Im Rahmen dieses Vortrags begeben wir uns auf die Suche nach dem „fernen Bach“ (Wolfgang Hildesheimer). Dazu gehören die Interpretationswege, die versuchen, zeitliche und künstlerische Distanzen zu überwinden, Transformationen, die seine Musik mit zeitgenössischen Kompositionen verweben oder dekonstruieren. Dies leitet uns in eine klingende, unberechenbare Verbindung mit der nicht-verfügbaren Welt: „Lebendigkeit entsteht nur aus der Akzeptanz des Unverfügbaren“ (Hartmut Rosa). Das Wechselspiel zwischen Verfügbarkeit und Unverfügbarkeit ist nicht nur für die Musik konstitutiv, als notwendige Bedingung für eine gelingende Weltbeziehung durchwebt es unser Leben insgesamt.

 

 

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