Erinnerungskultur

125 Jahre Verein für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte

Mit einem Festakt in der Kieler Stadtkirche St. Nikolai wird am Dienstag (26. Oktober, 17 Uhr) das 125-jährige Bestehen des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte gefeiert.
Mit einem Festakt in der Kieler Stadtkirche St. Nikolai wird am Dienstag (26. Oktober, 17 Uhr) das 125-jährige Bestehen des Vereins für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte gefeiert. © AdobeStock, Nikolai Korzhov

25. Oktober 2021 von Nadine Heggen

Ein kleiner Verein aus Kiel schreibt buchstäblich Geschichte: Gut 70 Publikationen hat der Verein für Schleswig-Holsteinische Kirchengeschichte (VSHKG) seit seiner Gründung am 6. Juli 1896 herausgebracht.

Themen waren etwa die Kirche im Nationalsozialismus, die Gründung der Nordkirche und die Geschichte der Evangelischen Jugend.

Festakt zum 125-jährigen Bestehen

"Erinnerungskultur ist wichtig für die lokale Identität. Dazu wollen wir beitragen", sagt der stellvertretende Vorsitzende Rainer Hering. Getragen wird der Verein von Gemeindepastoren und Kirchenhistorikern. Mit einem Festakt feiert der Verein sein 125-jähriges Bestehen am Dienstag (26. Oktober, 17 Uhr) in der Kieler St. Nikolai-Kirche. 

Über viele Generationen hinweg war es für Pastoren und Gemeinden der Schleswig-Holsteinischen Landeskirche selbstverständlich, Mitglied im VSHKG zu sein. "Heute sind wir noch knapp 200 Mitglieder, Tendenz leider abnehmend", sagt Hering, der seit 2008 im Vereinsvorstand ist und hauptberuflich das Landesarchiv in Schleswig leitet.

Viele Pastoren fühlten sich durch zusätzliche Vereinsarbeit überfordert. Dennoch sei der Verein für die Zukunftsplanung von Kirchengemeinden nützlich, so Hering. "Fusionen von Kirchengemeinden sind oft schwierig. Dabei spielt die Geschichte eine große Rolle. Bei der Aufarbeitung können wir helfen."

Heikle Themen aufarbeiten

Heikle kirchengeschichtliche Themen aufzugreifen, wissenschaftlich zu analysieren und sie einer interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen - das ist Ziel des Vereins. Als der Historiker Stephan Linck 2013 sein Buch "Neue Anfänge" herausbrachte, wurde die Rolle der Bekennenden Kirche in der NS-Zeit heftig diskutiert. Die Bekennende Kirche stellte sich gegen die Einführung des Arierparagrafen in der Kirche. Lincks Überzeugung zufolge hat der führende Kopf der Bekennenden Kirche, Holsteins späterer Bischof Wilhelm Halfmann, judenfeindliche Überzeugungen aber geteilt. Der Geschichtsverein hat diese Kontroverse nun dokumentiert, ein über 200 Seiten starker Band wird dazu im kommenden Jahr erscheinen.

Diesem Thema widmet sich auch die Dissertation des Kieler Historikers Helge-Fabien Hertz, die im Februar 2022 erscheinen wird. Das dreibändige Werk analysiert erstmals am Beispiel Schleswig-Holsteins differenziert die Position aller 729 evangelischen Geistlichen einer Landeskirche im Dritten Reich.

Dokumentation: Auswirkungen der Pandemie auf die Kirchen 

Aktuelle Idee des Vereins ist, die Veränderungen in den Gemeinden durch die Corona-Pandemie zu dokumentieren: Wie hat sich die Corona-Krise auf die Kirchen im Norden ausgewirkt? Was heißt es für eine Gemeinde, wenn sie nicht singen darf und das persönliche Gespräch einem Livestream weichen muss?

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt.
Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt© Marcelo Hernandez, Nordkirche

Landesbischöfin Kühnbaum-Schmidt hält Festrede

Festrednerin der Jubiläumsveranstaltung ist Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt. Nach ihren Worten braucht gerade in einer großen Landeskirche wie der Nordkirche die Frage nach Regionen und regionaler Identität ihren Raum. Dabei gehe es weniger um das Individuelle als mehr um das Exemplarische in einer Region. Dies biete die Chance aus allen regionalen Blickwinkeln wiederum überregional Verbindende zu finden. 

Den Festvortrag hält Tim Lorentzen, Professor für Neuere Kirchengeschichte an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Der Eintritt ist frei. Es gilt die 3G-Regel.

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