25.- 28. September 2014 - Bad Doberan

25.- 28. September 2014 - Grußwort auf der Internationalen wissenschaftliche Tagung

25. September 2014 von Andreas von Maltzahn

Die Ausstattung des Doberaner Münsters – Kunst im Kontext

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Semrau!

Sehr verehrter Herr Dr. Titzck!

Meine sehr verehrten Damen und Herren!

Lieber Schwestern und Brüder!

 

Hier ist ein guter Ort des Lebens.

Wir sind heute hier beisammen –  nahe der Stelle, an dem Mönche des Zisterzienserordens im Jahre 1186 den Mut hatten, das Klosterleben im wendischen Mecklenburg neu aufzunehmen. „Beten und Arbeiten“, so die Überzeugung der Mönche, beides braucht es, damit unser Leben gelingt – eine Überzeugung, die auch heute aktuell ist.

Auch in unserer Zeit braucht es Menschen,

-  die ihrer Sehnsucht nach Gott und nach Erneuerung Raum geben,

-  Menschen, die beten und arbeiten für das Gute,

-  Menschen, die die Schätze der Geschichte für Gegenwart und Zukunft

   fruchtbar machen

-  Menschen, die zeigen, was sie lieben.

Ich erinnere mich gerne an die Geschichte der Gründung dieses Ortes. „Dobry, dobry“, auf slawisch „gut, gut“ sollen die vom Hirsch aufgescheuchten Schwäne gerufen haben. Und offenbar gelang es nach der Gründung, in „Doberan“ ein gutes Miteinander zwischen Zugezogenen und Einheimischen auf den Weg zu bringen. Klosterbauern konnten in rechtlich und sozial gesicherten Verhältnissen leben. Vom Kloster aus wurden viele Dörfer gegründet, neue landwirtschaftliche Methoden, Obstsorten und Getreidepflanzen  eingeführt. Von Anfang an war das Kloster Stätte diakonischen Dienstes an Kranken und Armen. Vor allem aber brachten die Zisterziensermönche ein neues Verständnis von Gott. Sie bezeugten Gott, der möchte, „dass allen Menschen geholfen werde und sie zur Erkenntnis der Wahrheit kommen“. So steht es im 1. Timotheusbrief – ein Bibelwort, das Bischof Berno von Schwerin am Herzen lag, als er die Klostergründung initiierte.

„Doberan“ –  der rechte Name  für einen Ort, in dem ein gutes Miteinander aller gelingen soll, am Feiertag und im Alltag, zwischen denen, die schon immer hier leben und den Zugezogenen, den Kurzurlaubern wie denen, die die Lebensqualität, die Güte dieses Ortes zum langen Bleiben oder zum ständigen Wiederkehren verführt hat.      

„Und siehe, alles war sehr gut“ heißt es am Anfang der Bibel über die Schöpfung.  Eine Ahnung der guten Schöpfung  Gottes spüren wir an diesem guten Ort. Als Bischof  Friedrich von Schwerin diese  Klosterkirche weihte, soll sie an Umfang und Schönheit alle Klosterkirchen der Ostseeländer übertroffen haben. Aber es geht nicht um Superlative. Beeindruckend ist und bleibt für mich: Die Wege des Christentums sind hier, im Doberaner Münster mit Händen zu greifen. Nach der Reformation  endete mit dem Auszug des letzten Abtes das klösterliche Leben, aber die große Kirche wurde erhalten und renoviert. So wie damals Herzogin Elisabeth setzen sich bis in unsere Tage Kirchen- und Klosterliebhaber für das großartige Bauwerk ein.

Und heute? Wie am Anfang die Nachbarschaft von Dorf und Kloster zum Wachsen und Gedeihen beitrug, ist auch heute die evangelisch-lutherische Kirchgemeinde offen für alle Bürgerinnen und Bürger, aber auch für die Gäste dieser Stadt. Im Gelände des Klosters bilden Münster und Küsterhaus das räumliche Zentrum des Gemeindelebens. In ihm wird die Tradition der Zisterzienser aufgenommen in der Verbindung von geistlichen und diakonischen Angeboten.  Münsterführungen, manchmal sogar mit dem Ministerpräsidenten und internationalen Gästen, wie vor wenigen Tagen; Kirchenmusiken, aber auch Biker-Gottesdienste füllen dieses große Kirchengebäude. Mit dem „Treffpunkt Suppenküche“  ist ein  beeindruckendes Angebot geschaffen worden, das sich Menschen in Not annimmt. Das gute Miteinander von Christengemeinde und Bürgergemeinde wird auch sichtbar in den Klostergebäuden und der gepflegten Umgebung, im Einsatz für Schwache und für das Gemeinwohl.

Einsatz für das Gemeinwohl, für unsere Kultur zeigen auch Sie als Teilnehmende und Gäste dieser Tagung. Sie, uns alle, eint das Bewusstsein: Hier ist ein guter, ein besonderer Ort, ein geistliches und kulturelles Erbe unserer Vorfahren – wenn man so will „Weltkulturerbe“.  Wann gehört ein Ort, eine Kirche zum Welterbe? Formell, wenn die UNESCO Entsprechendes erklärt. Aber auch ohne den offiziellen Status ist unverkennbar: Das Doberaner Münster ist einzigartig und bereichert mit seiner Ausstattung das kulturelle Erbe unserer Welt.

Mit dieser Tagung wird das Münster mit seiner einzigartigen Ausstattung wahrgenommen und gewürdigt. Es ist zwangsläufig, dabei auch nach dem zu fragen, um dessentwillen das Kloster einst gegründet wurde. Von daher hätte ich Ihnen gewünscht, am Sonntagmorgen den Gottesdienst mitzuerleben.

Mit Freude höre ich, dass bei vielen Kunsthistorikern seit einiger Zeit ein Umdenkprozess im Gange ist. Man befasst sich offenbar mit einem Kirchenbau bzw. einer Ausstattung nicht nur kunsthistorisch, sondern themenübergreifend. Die Beschäftigung mit christlichen, theologischen und liturgischen Fragestellungen befruchtet sich gegenseitig. Sie, meine Damen und Herren, können gespannt sein, was der interdisziplinäre Austausch an diesem „guten Ort“ an neuen Einsichten zeitigt. Ich bedauere es, gleich zur Tagung unserer Landessynode aufbrechen zu müssen, die schon in Travemünde begonnen hat.

„Suchet der Stadt Bestes und betet für sie“, hatte einst der Prophet  Jeremia seinen Zeitgenossen ans Herz gelegt.  „Denn wenn es ihr wohlgeht, so geht es euch auch wohl; […] baut Häuser und wohnt darin, pflanzt Gärten und esst ihre Früchte.“ (Jeremia 29,5.7). Die Wahrheit dieser Worte hat sich in der langen Geschichte Bad Doberans erwiesen und steht auch für die Zukunftsfähigkeit dieses Ortes.

So wollen wir nicht nur das Gute, sondern das Beste für diesen Ort suchen. Möge auch in Zukunft in Doberan das Miteinander von Gebet  und Arbeit gegenwärtig bleiben und das Leben im Ort in guter Weise prägen!

Hier ist ein guter Ort – für die Nordkirche wünsche ich Ihnen darum eine ertragreiche Tagung und ein gesegnetes Beisammensein an diesem Ort!

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