4. Mai 2013 - Fischauktionshalle, Hamburg

4. Mai 2013 - Bibelarbeit zusammen mit Niels Henrik Arendt, Dänisch Ev.-Luth. Kirche, Haderslev, auf dem 34. DEKT

04. Mai 2013 von Gothart Magaard

Joh 6, 1-15

Musik zum Ankommen

0. Begrüßung durch Dr. Elisabeth Raiser

1. Einführung

Gothart Magaard (G:M.): Liebe Schwestern, liebe Brüder,

guten Morgen und herzlich willkommen zur Bibelarbeit hier in der Fischauktionshalle! Ein beziehungsreicher Ort ist das hier; denn die Fische, von denen im biblischen Text für heute die Rede ist, werden noch immer rund um diese Halle gehandelt: auf dem traditionellen Hamburger Fischmarkt, jeden Sonntagmorgen kann man hier auch Fische kaufen: direkt vom Kutter, nur wenige Meter entfernt. Ein grundlegendes und symbolträchtiges Nahrungsmittel, ganz besonders für uns im hohen Norden.

Neben den Fischen wird Brot in unserem Bibeltext eine herausgehobene Rolle spielen. Brot, das Ur-Nahrungsmittel. Brot steht für alles, wovon der Mensch lebt und was er wirklich braucht: für körperliche, seelische und geistig-geistliche Nahrung. Aber wer von uns vermag tatsächlich noch zu sagen, wie viel er oder sie wirklich braucht? Wir schärfen unsere Sinne für Körper, Geist und Seele, wenn wir uns fragen: Wie viel brauchst Du?

Niels Henrik Arendt (N.H.A.): Wir sind – wie Sie sehen können und wie angekündigt – als Bibelarbeitende zu zweit hier: Gothart Magaard, der Bischofsbevollmächtigte im Sprengel Schleswig und Holstein, mein deutscher Kollege und ich, der ich bis zum März 2013 Bischof des Stifts Hadersleben in Dänemark war, versuchen uns gemeinsam an einer Auslegung, so wie wir es auch sonst gewohnt sind, grenzübergreifend zusammenzuarbeiten. Dazu Constanze Dietze, die uns mit ihrer Band musikalisch begleitet: Vielen Dank!

Beginnen wir mit einem Lied, um ein bisschen in Bewegung zu kommen, und um wach für Gottes Wort zu werden. Singen wir das Lied mit der Nr. 3: Dich rühmt der Morgen.

2. Lesung des Bibeltextes Joh 6,1-16

N.H.A.: Hören wir zunächst auf den Bibeltext für den heutigen Tag! Wer mitlesen mag, kann dies auf Seite 145 des Kirchentagsliederheftes tun. Wir hören aus dem Johannesevangelium, dem 6. Kapitel, die Verse 1-15 in der Übersetzung des Kirchentages.

G.M.: 1 Danach fuhr Jesus an das andere Ufer des galiläischen Meeres, des Sees von Tiberias. 2 Eine große Menschenmenge folgte ihm, weil sie die Zeichen gesehen hatte, die Jesus an den Notleidenden tat. 3 Jesus stieg auf den Berg und setzte sich dort mit seinen Jüngerinnen und Jüngern. 4 Pessach, das jüdische Fest, war nahe. 5 Als Jesus aufblickte und eine so große Menschenmenge auf sich zukommen sah, sagte er zu Philippus:

N.H.A.: Wovon sollen wir Brot kaufen, damit sie alle zu essen haben?

G.M.: 6 Das fragte er, um ihn herauszufordern. Denn er wusste schon, was er tun würde. 7 Philippus antwortete ihm:

N.H.A.: Selbst Brot für 200 Denare reicht nicht aus, damit alle auch nur einen kleines Stück bekommen.

G.M.: 8 Andreas, ein Jünger Jesu, der Bruder des Simon Petrus, sagte zu ihm:

N.H.A.: 9 Hier ist ein Kind, das fünf Gerstenbrote und zwei Fische zu verkaufen hat. Aber was ist das schon für so viele?

G.M.: 10 Jesus sagte:

N.H.A.: Sorgt dafür, dass die Menschen sich niederlassen.

G.M.: Dort war eine große Weidefläche. Sie setzen sich hin, etwa 5000. 11 Jesus nahm die Brote, sprach das Dankgebet und verteilte sie an alle, die dort zusammensaßen – so viel sie wollten. Ebenso machte er es mit den Fischen. 12 Als sie satt waren, sagte er zu seinen Jüngerinnen und Jüngern:

N.H.A.: Sammelt die übrig gebliebenen Brotstücke ein, damit nichts verloren geht.

G.M.: 13 Sie sammelten. Mit den Stücken, die nach dem Essen von den fünf Gerstenbroten übrig geblieben waren, füllten sie zwölf Körbe. 14 Da sahen die Menschen das Zeichen, das er getan hatte, und sagten:

N.H.A.: Das ist wirklich der Prophet, der in die Welt kommt.

G.M.: 15 Als Jesus erkannte, dass sie kommen und ihn mit Gewalt zum König machen wollten, zog er sich wieder auf den Berg zurück, er allein.

Instrumentalmusik zum Nachklingenlassen des Bibeltextes

3. Auslegung

3.1. Die große Menschenmenge

G.M.: Wir hören von einer großen Menschenmenge. Es gibt in Deutschland wohl kaum eine kirchliche Veranstaltung, die solch große Ansammlungen von Menschen auf sich zieht, wie der DEKT. Auch in diesem Jahr werden wieder über 100.000 Menschen an diesem Kirchentag teilgenommen haben. Das ist atemberaubend, in manchen Situationen sogar buchstäblich. Für viele aus dem kirchlichen Raum ist der Kirchentag aber nicht zuletzt gerade wegen der großen Zahl der Teilnehmenden attraktiv. Im Gegensatz zu alltäglichen Erfahrungen des Schwindens von Mitgliedern und Mitteln.

Ein wohltuender Kontrast ist der Kirchentag zur manchmal harten Erfahrung, einer Minderheit anzugehören – ich denke an unsere Situation im deutsch-dänischen Grenzland mit deutscher Minderheit im südlichen Dänemark und dänischer Minderheit im nördlichen Schleswig-Holstein oder auch an die, die aus den östlichen Bundesländern kommen.

Hier beim Kirchentag kann man die wohltuende Erfahrung machen: wir sind viele. Ich bin nicht allein. Das ist stärkend und wohltuend. Wie viele sind sich auf einem der Kirchentage begegnet! Und wie viele wurden auf Kirchentagen gestärkt durch den Glauben, durch die Erfahrungen, durch die Ideen anderer, die sich sonst vielleicht nie kennengelernt hätten!

Und doch bleibt jede große Ansammlung von Menschen auch eine zweischneidige Angelegenheit. Wer wüsste das nicht besser, als wir in Deutschland? Und jetzt sehen wir die – hauptsächlich von jungen Menschen getragenen - Demonstrationen in vielen Ländern Südeuropas aus Protest gegen die Korruption in ihren Ländern und die harten Brüsseler Sparbeschlüsse. Sie sind wieder ein ganz anderes Zeichen von Macht und Ohnmacht.

Was ist das wohl für eine Menschenmenge, die Jesus zuerst folgt und dann – fast schon bedrohlich – auf ihn zukommt? Viermal werden sie in unserem Text erwähnt:

Als Neugierige, vielleicht auch Erwartungsvolle, die einem Wundertäter folgen (v. 2).

Als schweigend fordernde Menge, die Jesus auf sich zukommen sieht (v. 5).

Als unverhältnismäßig viele – gemessen an den zur Verfügung stehenden Mitteln (v. 9): Die Menge als wandelndes Versorgungsproblem.

Und schließlich als euphorisches Volk, das einen neuen König entdeckt zu haben meint und installieren möchte (v. 14). Dieselbe Menschenmenge also in vier unterschiedlichen Stimmungslagen! Oder, man könnte auch sagen: Vier – bis heute belangvoll – unterschiedliche Dimensionen des Phänomens Menschenansammlung.

Niels Henrik, wie erlebst Du die mehrheitliche Stimmung in Dänemark? Wem folgen die Menschen? Was fordern sie – stillschweigend oder auch lautstark?

N.H.A.: Ich sehe das Speisungswunder als eine Hoffnungs- Erzählung, die in unserer Zeit eine besondere Bedeutung hat, sowohl in Dänemark als auch im ganzen Europa. Der Identifikationspunkt in der Geschichte ist für uns die Volksmenge, die in der Wüste gelandet ist, möglicherweise durch ihre eigene Dummheit, jedenfalls sind sie ratlos und unsicher.

Wie ist die Situation im heutigen Dänemark? Als ich Kind war, lebten wir in einer statischen Gesellschaft; es gab keine große soziale Not, aber es gab auch eine große Genügsamkeit, sowohl auf dem Lande, wie in der Stadt.

In den 60igern änderte sich das: Viele Familien konnten sich nun ein Auto leisten, eine Charterreise, ein kleines Häuschen. Und die wirtschaftliche Entwicklung setzte sich fort, in Wirklichkeit sehr stark.

Dänemark ist global gesehen ein kleines Land. Darüber herrschte auch im größten Teil des 20. Jahrhunderts  ein ausgeprägtes Bewusstsein. Trotzdem hat Dänemark auch immer international eine Rolle gespielt – in Zusammenhängen der UN, als eines der nordischen Wohlfahrtsstaaten, das den Überschuss dafür hatte, sich in humanitärer Arbeit in der globalen Szene zu engagieren. Dänemark hat durch seine Mitgliedschaft in internationalen Organisationen einen größeren Einfluss gehabt, als es die eigentlichen Dimensionen des Landes rechtfertigen.

Im ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts herrschte ein ungetrübter Glaube daran, dass alles möglich wäre. Es war möglich sich Gehör zu verschaffen mit Warnungen, z.B. in Bezug auf das Klima oder den Energieverbrauch. Der dänische Staatsminister erklärte, dass ökonomische Lehrbücher umgeschrieben werden müssten, da steigende Preise für Immobilien offensichtlich gut mit einem ständig steigenden Verbrauch einhergehen konnten. Auch in etwas dunklerer Art war Dänemark in den ersten Reihen vertreten. Wir nahmen auf der angreifenden Seite in den Kriegen im Irak und in Afghanistan teil, und eine dänische Zeitung war Verursacher einer umfassenden Krise zwischen der westlichen und der islamischen Welt.

Wir haben uns so wie so auf eigene Faust immer weiter in die Wildnis hinaus bewegt, wo nicht mehr klar war, ob und wie wir wieder zurückfinden.

Mit der europäischen Krise ist der Zukunftsglaube zurückgetreten. Die Meisten glauben nicht mehr an Fortschritt – sie fürchten das Gegenteil. Wir sind wirtschaftlich vielleicht nicht wirklich so hart betroffen wie viele der anderen europäischen Länder. Wir haben zwar Arbeitslosigkeit, auch steigende, aber sie ist nicht wirklich hoch. Wir erleben Stagnation, aber auf sehr hohem Niveau. Und es ist auch Tatsache, dass 2012 mehr und größere Weihnachtsgeschenke als jemals zuvor gekauft wurden, insofern sind die Prognosen vielleicht nicht so katastrophal. Aber wir sind an einer anderen Stelle getroffen, wir sind in unserem Vertrauen in die Zukunft getroffen. Wir sind nicht mehr sicher, dass alle Probleme nur vorübergehend sind. In Dänemark gibt es Bereiche, die jetzt außerhalb der Entwicklung sind. Es sind die Randgebiete, die marginalisierten. Ich weiß, dass es hier in Deutschland auch diese Randgebiete und Probleme gibt. Aber in diesen Jahren verbreitet sich ein stiller Verdacht: ist ganz Dänemark in Wahrheit dabei, Randgebiet und  Peripherie zu werden? Ist ganz Europa in Wirklichkeit nicht mehr der Ort, an dem alles stattfindet?

Es ist einfach diese große Unsicherheit zu spüren: welchen Weg sollen wir gehen? Was ist wirklich nötig? Wer kann uns das geben?

Es beginnt sogar ein Misstrauen zwischen den Generationen. Viele Jüngere haben das Gefühl, dass die Älteren ihre Zukunft bereits verbraucht haben, das verbraucht haben, wovon sie leben sollten. Und die Älteren, sie sind unsicher, ob die Jungen ihnen ihr Alter gönnen werden, als Dank für das, was sie für die Gesellschaft getan haben.

Es gibt ein Misstrauen zwischen dem Staat und seinen Angestellten. Viele öffentlich Angestellte meinen, dass sie dem Staat gegenüber Loyalität bewiesen haben, dass dieser sie jedoch für die schlechte wirtschaftliche Lage bluten lässt. Es gibt Misstrauen all überall und altbewährte Muster für politische Zugehörigkeiten lösen sich auf.

Dänemark hat keine Tradition für soziale Spannungen. Zwar ist kein Aufruhr in Sicht. Aber Ratlosigkeit. Und beginnende Resignation. Es ist eine Mutlosigkeit, die sich auch in den Familien breit macht. In DK werden etwa 40% aller Ehen wieder aufgelöst. Wir interessieren uns gar nicht mehr für das Los des Nächsten; es gab früher eine größere Anteilnahme.

Müssen wir uns daran gewöhnen, dass es jetzt nur noch zurückgeht? Oder können wir irgendwo eine Hoffnung finden, die uns lebenstauglich macht und uns mit einem Glauben an die Zukunft ausstattet, der uns das Vermögen wiedergibt uns auch für andere einzusetzen? Gibt es Lebenstauglichkeit und Hoffnung an den Rändern? Das ist die Frage, die uns beschäftigt – und hier kann uns das Speisungswunder inspirieren.

3.2 Das Kind: Wie wenig braucht die Hoffnung!

G.M.: Ist es nicht erstaunlich, dass ein Kind in das Blickfeld der Geschichte gerät? Das Kind in unserer Geschichte steht  für eine Änderung der Blickrichtung. Für einen Perspektivwechsel, den wir heute auch dringend nötig haben. In der Antike genossen Kinder keinen besonderen Status, sie mussten damals – wie in vielen Ländern auch noch heute – durch ihre Arbeitskraft zum Überleben der Familie beitragen. Bezeichnenderweise ist es in unserer Geschichte ausgerechnet der Blick auf ein wenig privilegiertes Mitglied der damaligen Gesellschaft: eben ein Kind, das den Wechsel bringt.

 

N.H.A.: Nur ein Kind würde ja so wenig so vorbehaltslos anbieten –  das ist Zeichen einer großen Hoffnung oder ein Zeichen von Vertrauen in dieser schwierigen Situation.

Diese Unbefangenheit des Kindes ist wirklich ein entzückendes Detail in der Erzählung – der Evangelist Johannes weiß auch, seine Erzählung mit Humor zu schmücken: die ernsten und erschüttertem Jünger und ihnen gegenüberstehend das vertrauensvolle Kind mit den fünf Broten und zwei Fischen.

Dass Kinder so oft dem Leben Vertrauen entgegenbringen, ist ein Ausdruck des Verschwenderischen des Lebens. Der dänische Theologe Lögstrup sprach vor 50 Jahren von den spontanen Lebensäußerungen, die obwohl sie nicht Gottesbeweise waren, so doch ein religiöses Verständnis des Lebens nahe legten. Aber er sagt auch, und zeigt mit Beispielen aus der Kinder-Literatur, dass dieses grundlegende Vertrauen in das Leben verletzlich ist. Nach seiner Meinung ist es eine Katastrophe und schändlich, einem Kind seine Zuversicht, seine Hoffnung oder sein Vertrauen zu rauben; das tut nur ein Schurke, sagt er.

Jedoch – wie oft belasten wir nicht Kinder mit unseren Problemen, mit unserer Angst vor der Zukunft! Nicht dass Kinder nicht von dem Bösen erfahren dürfen, aber grundlegend soll das Kinderleben eben von Hoffnungserzählungen begleitet sein. Die alten Märchen, aber z.B. auch die großartigen neuen Erzählungen einer Astrid Lindgren, sind realistisch in ihrer Beschreibung des Bösen, aber rauben dem Kind nicht die Hoffnung, dass es am Ende besser werden könnte, als man befürchtet.

 

G.M.: Andreas sieht das Kind zuerst: „Hier ist ein Kind, das fünf Gerstenbrote und zwei Fische zu verkaufen hat.“ Es ist derselbe, der – mit dem Blick für´s Realistische – zugleich den Zweifel anmeldet: „Aber was ist das schon für so viele?“.

Vielleicht geht es uns ja ähnlich, liebe Kirchentagsbesucherinnen und -besucher. Dass wir beides in uns tragen, den Blick für die Hoffnungszeichen ums uns herum ebenso wie die – oft genug – ernüchternde Einschätzung der Realität: Wir sehen, was nötig wäre für die große Menge, für unsere Gesellschaft, ja vielleicht sogar für die globalisierte Welt. Unser Typ von Gesellschaft ist „transformationsbedürftig“, sagen Experten.

Die Stresssymptome – von geschönten Armutsberichten bis hin zu den Verwerfungen auf den Kapitalmärkten – lassen sich nicht mehr ignorieren. Aber wenn wir auf das schauen, was wir in Händen halten, scheint es gegenüber dem dringend Benötigten geradezu verschwindend gering. Ob es sich um Nahrungsmittel, gerechte Preise, fairen Verbrauch von Ressourcen oder die Anliegen der Klimagerechtigkeit handelt:

Fünf Gerstenbrote und zwei Fische wirken im Verhältnis zu 5000 Menschen lachhaft – Niels Henrik, du sprachst von dem Humor des Evangelisten. Obendrein stehen wir vor der Mutprobe, ein System, das – wenigstens dem Anschein nach – 60 Jahre lang bei uns erfolgreich gewesen ist und das uns auf die eine oder andere Art ja auch biografisch geprägt hat, hinter uns zu lassen: Das System von grenzenlosem Wachstum und blindem Fortschrittsglauben. Und uns aufzumachen in eine Zukunft, die noch nicht klar ist, für die es keine Baupläne oder Blaupausen gibt.

Ich glaube, dass wir uns in Deutschland in vergleichbarer Situation befinden: Es gibt sozusagen viele „Kinder“, mit dem, was sie gerade an Erträgen dabei haben: viele kleine Initiativen, die vor Ort mit oft geringen Mitteln dabei sind, Lösungen zu erarbeiten, Lebensmodelle zu entwerfen, alternative Formen der Energiewirtschaft zu erproben, Nahrungsmittel ökologisch anzubauen, Nachbarschaftshilfen zu organisieren, Mehrgenerationenhäuser zu bauen und zu betreiben, sich ehrenamtlich in der Hospizarbeit zu engagieren, Lebensmitteltafeln zu unterhalten, die Bürger stärker beteiligende Demokratieformen einzuführen, Mobilitätskonzepte zu entwerfen usw.:

kurz, es gibt - zwar noch eine Minderheit - aber eben doch eine unübersehbare und unüberhörbare Minderheit (von denen überdurchschnittlich viele hier auf dem DEKT zugegen sein dürften), die den Perspektivwechsel, den unsere Gesellschaft so dringend braucht, tatsächlich nicht nur träumt, sondern lebt. Oft kommen solche Anstöße nicht von Institutionen, wie man es eigentlich erwarten könnte, sondern aus der Mitte der Gesellschaft. Das finde ich sehr ermutigend.

Dafür gibt es zahlreiche Beispiele, manche davon sind christlich motiviert. Erst kürzlich habe ich bei einem Besuch in Eutin erlebt, wie Ehrenamtliche einer Kirchengemeinde einen Mittagstisch eingerichtet haben. In Kiel wird eine Kirche nicht nur zum Gottesdienst, sondern unter der Woche auch als Ausgabestelle der Tafel genutzt. Und in Süddeutschland  habe ich die Tradition der Vesperkirchen kennen.

Inzwischen gibt es zahlreiche inspirierende Bücher (Der Futurzwei Zukunftsalmanach 2013. Geschichten vom guten Umgang mit der Welt. Hrsgg von Harald Welzer und Stephan Rammler, Frankfurt a.M. 2012
Annette Jensen, Wir steigern das Bruttosozialglück. Von Menschen, die anders wirtschaften und besser leben. Freiburg, Basel, Wien 2012), Filme (Wir könnten auch anders, ZDF am 18.12.2012 (0.30h !!) ausgestrahlt. Auch auf youtube zu finden.), Internetseiten (Praxisplattform der EKD: www.geistreich.de, www.visionews.net), die – vollkommen unideologisch – nichts anderes tun als zu zeigen, dass es geht: anders zu wirtschaften und besser zu leben. Dass es nur so vor Broten und Fischen wimmelt.

N.H.A.: Ich will eine Erzählung aus dem wirklichen Leben weitergeben, ein Speisungswunder des zwanzigsten Jahrhunderts. Vor 25 Jahren arbeitete ich ein paar Jahre in Sierra Leone. Es ist ein tief verarmter Staat in West-Afrika, von einer furchtbaren Korruption geprägt, die alle Bereiche des öffentlichen und gemeinschaftlichen Lebens umfasst. Das Rechts-System war damals so gut wie zusammengebrochen, Menschen wurden für kleinste Verstöße verhaftet, und wenn sie dann den Richter nicht bestechen konnten, drohte ihnen ein langer Gefängnis-Aufenthalt unter den furchtbarsten Umständen.

Wir wohnten in einer kleinen Stadt mit dem Namen Bo. Es war um die Weihnachtszeit als eine Ärztin zu uns kam, die die Gefangenen im lokalen Gefängnis wegen ausgebrochener Tuberkulose beobachtete. Sie erzählte uns davon, dass die Verhafteten so gut wie gar nichts zu essen bekamen. Das Geld dafür verschwand zum größten Teil auf dem Weg von der Administration in der Hauptstadt bis zu dem Gefängnis in Bo. Obwohl einige Familien außerhalb der Gefängnismauern für ihre Verwandten im Gefängnis etwas zu Essen kochten, gab es viel zu wenig. Ein alter, lokaler Methodisten-Pastor schlug uns vor, dass wir jedenfalls zu Weihnachten eine ordentliche und sättigende Mahlzeit für die Verhafteten vorbereiteten. Er nahm es auf sich, zusammen mit seiner Frau, Reis in kolossalen Mengen und etwas Gemüse zu kochen, das zusammen mit einigen getrockneten Fischen als Mahlzeit dienen sollte, wenn wir nur das Geld dafür sammeln würden. Und mirakulöser Weise wurde uns erlaubt, am Heiligabend die großen Töpfe in das Gefängnis hineinzubringen, und die Verhafteten wurden aus ihren mikroskopischen Zellen (8 in jeder Zelle, die für 2 ausgelegt war) heraus in den Gefängnishof gebracht. Sie waren fürchterlich gekleidet, in Lumpen und Ungezieferwunden übersäten ihre Körper. Aber jetzt gab es ein Weihnachtsfest, das ich nie vergessen werde! Sie machten sich über das Essen her – bis zum letzten Reiskorn. Dann las der alte Pastor das Weihnachtsevangelium, wonach ein Jubel und ein furchtbarer, aber doch schöner Lärm, von hunderten von Löffeln, die auf den leeren Eimern und Gläsern und was sonst als Trommel verwendet werden konnte, lostrommelten – obwohl wahrscheinlich die Mehrheit der Gefängnisinsassen Muslime waren . Die Wärter waren ganz außer sich. Ich weiß nicht ob alle wirklich satt wurden (wahrscheinlich nicht). Und es gab absolut keine Reste wie im biblischen Parallelbericht, aber als ein Speisungswunder wurde es auf jeden Fall erlebt. Auch in der Hinsicht, dass es uns danach gelang, jeder Woche eine Mahlzeit für die Gefangenen ins Gefängnis zu bringen.

G.M.: Und auch Sie, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, hier in der Fischauktionshalle haben möglicherweise ihre ganz eigenen fünf Brote und zwei Fische aus Ihren Gemeinden, Kirchenkreisen oder Initiativgruppen:

Grundnahrungsmittel, die zwar kein Globalproblem auf einen Schlag lösen, aber unsere Hoffnung nähren. Brächten wir die alle in dieser Halle heute Morgen zusammen zu Gehör, so würde die Fischauktionshalle vor Zuversicht und Freude wahrscheinlich abheben! Da wir das alle hier nicht gleichzeitig tun können, und wir außerdem versprochen haben, diese Halle in ordnungsgemäßem Zustand wieder abzugeben, schlagen Bischof Arendt und ich vor: Schauen Sie doch einmal einen Moment auf die zwei Fische und fünf Brote in Ihrer ganz eigenen Umgebung. Versetzen Sie sich für einen Augenblick in ihren Heimatort, in Ihre Stadt, in Ihren Kiez, in Ihre Kirchengemeinde und schauen Sie aufmerksam hin:

 

Sehen Sie das Kind da irgendwo stehen? Was hält es in seinen Händen? Eine Geschichte des Gelingens, unspektakulär, beinahe unscheinbar, alltäglich wie zwei Fische und fünf Brote, aber sehr nahrhaft für Geist und Seele. Nähren wir uns für einen Moment doch gegenseitig! Sättigen Sie Ihren nächstbesten Nachbarn, Ihre nächstbeste Nachbarin mit einer Hoffnungsgeschichte! Und lassen Sie sich sättigen! Nehmen wir uns fünf Brote, also fünf Minuten Zeit, zweieinhalb für jeden.

Mitmachaktion: Hoffnungsgeschichten teilen

G.M.: Was wir brauchen – soviel Du brauchst - können wir uns nur geben lassen. Von unserem Nächsten. Und was andere brauchen – soviel Du brauchst – können sie nur von uns bekommen. Ihrem Nächsten. Das eine Du ist immer an das andere Du verwiesen. „Gemeinschaft“ nennt man das in christlichen Zusammenhängen: Glaubende, die sich gegenseitig stärken und das geben, was sie brauchen. „Alle hatten gesammelt, so viel sie brauchten“, steht – meine ich: nicht zufällig – in der Mannageschichte vom Eröffnungsabend im Plural.

Ebenso wie es in unserem Text von den übriggebliebenen Brocken schlicht heißt: „Sie sammelten“ Der Singular der Kirchentagslosung hingegen individualisiert die Sorge um den eigenen Bedarf. Biblisch ist das nicht. In unserer Geschichte sind es wenigstens 4999 andere Du´s, die Jesus mit im Blick hat. Singen wir also

Lied Nr. 47: Himmelsbrot, Lebenswasser...

3.3 Das Wunder und die Folgen

G.M.: Und dann geschieht das Wunderbare. Jesus agiert als Guter Hirte – er lässt sie sich hinsetzen auf einer großen Weidefläche. Nimmt die Brote und die Fische, spricht ein Dankgebet, und verteilt sie an alle, die dort zusammensaßen – und alle bekamen, soviel sie brauchten. Menschen, die hungern und nur unter größten Mühen ihr Leben fristen können, werden gesättigt.

Speisungs- und Stärkungsgeschichten aus dem Ersten Testament klingen an: etwa die Bewahrung des Volkes Israel nach seiner Befreiung aus der der Sklaverei auf seinem Weg durch die Wüste.

Und der Evangelist Johannes lässt die Urgeschichte der Befreiung anklingen, wenn er berichtet: „Pessach, war nahe“. Das ist keine chronologische Angabe, sondern die theologische Ansage: Gott hat sein Volk damals in der Wüste nicht im Stich gelassen – und ebenso behütet und bewahrt er es jetzt.

N.H.A.: Die Liebe ist tatsächlich ein Mehrwert-Generator. In alten Tagen wurde das in Dänemark bei Hochzeiten symbolisch dargestellt. Damals kriegten die getrauten Paare nicht Geschenke, wie es heute üblich ist, nein, sie mussten Geschenke geben. Nach der Trauung stellte die Braut sich im Mittelgang der Kirche mit einem Korb, voll von frisch gebackenem Brot und musste allen, die ihnen gratulierten, ein Brot geben. Und der Bräutigam stellte sich außerhalb der Kirche und gab Geld-Gaben an alle, die da waren. Das sollte natürlich ein Zeugnis davon sein, dass in der guten Ehe immer genug ist, nicht nur für das Ehepaar, sondern auch für andere. Die richtige Liebe generiert einen Überschuss. Nicht nur ‚so viel du brauchst‘, sondern auch was andere brauchen. Demgegenüber: in der falschen Selbst-Liebe gibt es immer zu wenig, erst zu wenig für die Anderen, aber am Ende oftmals für den Betroffenen selbst – es endet in Unzufriedenheit oder gar Bitterkeit.

Zu oft haben wir nur einen Blick für die Mängel dieser Welt. Von der Erzählung der Speisung in der Wüste lernen wir auch das zu bemerken, was sich besser entwickelt als man hätte erwarten können. Ein Beispiel – und zwar von unserem Nah-Gebiet, von dem deutsch-dänischen Verhältnis. Nach dem zweiten Weltkrieg gab es viel Bitterkeit im Grenz-Gebiet – auf beiden Seiten. Ich wuchs in Tondern auf in den sechziger Jahren. Zwischen meinem Vater, dem dänischen Pfarrer, uns unserem nächsten Nachbar, dem deutschen Pfarrer, gab es ein höfliches Verhältnis, aber nicht mehr. Und merkwürdig eigentlich, weil sie dieselbe Interessen teilten und auch beide tief von der dialektischen Theologie und der Theologie der bekennenden Kirche geprägt waren. Von einer Gemeinschaft der beiden Gemeinden, die dieselbe Kirche verwendete, war überhaupt keine Rede. Sie waren wie parallele Linien, von denen es ja gilt, dass sie sich nie begegnen.

Jedoch wurden in diesen Jahren die ersten sehr kleinen und sehr vorsichtigen Schritte getan, um einander doch ein bisschen kennen zu lernen. Und als ich in den neunziger Jahren nach Nordschleswig zurückkehrte, war eine Entwicklung im Gang, die fast wie ein Mehrungs-Wunder aussieht. Gemeinsame Gottesdienste, gegenseitiger Austausch von Ideen und Inspiration, ein Miteinander, das sich ständig entwickelt, und viel Versprechen für die Zukunft in sich behält. Beispielsweise haben wir auch hier und vor diesem Tag unsere Gedanken über die biblische Erzählung geteilt. Nur wenige hätten das in den sechziger Jahren vorausgesehen.

G.M.: Mit erstaunlicher Beiläufigkeit erzählt das Johannesevangelium vom Wunder. Kein Spektakel, keine Ausmalungen. Das wundersame Sattwerden der 5000 wird zur Einleitung des folgenden Geschehens: „Als sie satt waren…“. Beinahe geht das Wunder an der Menge unbemerkt vorbei. Erst als sogar Reste eingesammelt werden müssen – die symbolischen zwölf Körbe: einen für jeden Stamm Israels –also alle, erkennen die Menschen das Ungewöhnliche, das passiert sein muss.

Vom dänischen Theologen Sören Kierkegaard – morgen feiern wir seinen 200. Geburtstag – habe ich gelernt, das Wunder nicht nur in der großzügigen Bespeisung der Fünftausend zu sehen, sondern nicht sehr viel weniger in seinem sorgsamen Umgang mit dem Übriggebliebenen:

„Gott ist und kann sein genauso peinlich rechnend, wie er groß ist und kann groß sein im Erbarmen. Solchermaßen eint Gottes Wesen allezeit das Entgegengesetzte…Wie göttlich! Denn der eine Mensch kann verschwenden, der andre sparsam sein; gesetzt aber, da wäre ein Mensch, welcher durch Mirakel jeden Augenblick göttlich Überfluss beschaffen könnte, meinst du nicht auch, dass er - menschlich - von den Brocken gering gedacht hätte, meinst du etwa, dass er - göttlich - die Brocken hätte auflesen lassen?“ (Gloeckner, Kierkegaard, S. 211)

Ein noch immer aktueller Kommentar zu den gut 80 Kilogramm an Lebensmitteln, die in unseren Breiten pro Jahr und Kopf in die Mülltonne wandern.

N.H.A.: Das Speisungs-Wunder wird ein ‚Zeichen‘ genannt –ein wichtiges Wort bei dem Evangelisten. Bei allen Zeichen im Johannes-Evangelium handelt es sich um die Bedeutung Jesu, um seine Verbundenheit oder gar Einheit mit dem Schöpfer vom Himmel und der Erde. Daher auch der Mehrbetrag oder Überschuss in mehreren Zeichen. Zum Beispiel macht Jesus nicht nur ein paar Kannen mit Wein in Kana, nein, er schöpft sechs tiefe, gefüllte Gefäße mit Luxus-Wein. Und hier in der Wüste kann man nachher 12 gefüllte Körbe mit Brot und Fisch sammeln, nachdem alle gesättigt worden sind. Die Üppigkeit des Wunders stimmt mit der Üppigkeit der Schöpfung über eins. Jesus ist gerade so überschwänglich wie sein Vater.

Auch die Gegenüberstellung vom Kleinen und Großen ist hier bedeutsam. Wie Gott aus nichts schöpft, so auch hier ein Wunder mit was im Auge der Jünger und der Welt wie nichts ist. Herrlichkeit aus nichts hervorwachsend.

Es ist ja wie mit Jesus selbst. Was ist bei ihm von Herrlichkeit zu sehen – gar nichts. Als ein armes Kind wird er geboren, als ein gleichgültiger Verbrecher wird er hingerichtet. Und doch umschließt seine Tat alle Menschen, die ganze Welt. Er kommt aus dem marginalen Galiläa, und doch ist sein Wirken und Leben von universeller Bedeutung. In unserer Geschichte heute symbolisch dargestellt durch die Gegenüberstellung von den Brötchen und Fisch am Anfang und die unglaublichen Reste am Ende. Seine Liebe zu den Menschen zeigt sich in dieser Generosität. Nicht nur um eine Speisung geht es, sondern auch um die Mehrung.

G.M.: Ich glaube, den „Mehrwert der Liebe“, von dem Du sprichst, kann man in unterschiedlichen Dimensionen und nach allen Seiten hin auffassen. In spiritueller Hinsicht zum Beispiel: dem Moment Aufmerksamkeit schenken.

Wie beim „Minutengebet“ im Liederheft des Kirchentages (S. 142). Da reicht ein Satz: „Zeige Du mir, Gott, wie reich du mein Leben machst.“ Beim Packen des Rucksackes, beim Warten auf die Bahn. Aber auch zuhause wieder, beim Zähneputzen, auf dem Weg zum nächsten Termin, zur nächsten Unterrichtsstunde, auf dem Heimweg nach Feierabend: „Zeige Du mir, Gott, wie reich du mein Leben machst.“

Vielleicht könnte das Ihr Satz werden. Vielleicht haben Sie aber auch schon längst einen anderen für sich entdeckt und dauernd in Gebrauch – wie das täglich Brot für die Seele.

Und Mehrungswunder kann bis heute erleben, wer nicht bloß auf die anderen wartet. Selbst Lösungen suchen. Mitgestalten. Selbst Verantwortung übernehmen. In der Kirchengemeinde oder in der Kommunalpolitik. Das nährt einen nicht nur selbst; da bleibt sogar auch für andere etwas übrig.

Oder im Privaten: Oft reicht viel weniger als wir glauben, um satt zu werden, um soviel zu haben, wie wir brauchen. Das, was wir bei uns tragen – wie die Fische und Brote – reicht zum Leben. Im Schnitt hat jeder von uns mindestens 10.000 Dinge. Lassen Sie uns anfangen, das Verschwinden dieser Dinge zu ermöglichen und zu planen und wenigstens auf die Hälfte kommen! Uns selbst zu entmächtigen. Uns zu deprivilegisieren.

Zwei Versuchungen gilt es dabei, zu widerstehen: Sich – erstens -– von den „Was-ist-das-schon?-Sagern“ nicht entmutigen zu lassen. Und zweitens – irgendwelche Idole auf irgendwelche Throne setzen zu wollen. Beides ist nicht einfach. Aber beides ist möglich.

N.H.A.: Die Volksmenge konnte sich noch erinnern: Früher hatte der Häuptling Moses die Probleme gelöst. Kein Wunder also, dass die Menge, die Jesus gefolgt war, ihn jetzt als König krönen wollte. Er sollte sie aus ihrer Sklaverei herausführen, sollte jeden Schmerz mildern, sollte alle Probleme lösen. Aber: Jesus will nicht über die Menschen herrschen, er will uns die Freiheit nicht rauben. Die Freiheit ist mühsam, wird sehr oft missbraucht. Aber wie die Menge damals zurückgesandt wurde, um selbst die Verantwortung für die Zukunft ihres Landes zu übernehmen, so werden auch wir von Jesus in unseren Alltag zurück gesandt – um dort Recht zu leben. Und natürlich im Lichte dessen, was er für uns getan hat. Aber nicht so, dass wir ihm anhängen können,  was wir tun oder lassen. Was auch immer wir mit oder aus dieser Welt machen, und das ist ja ehrlicherweise nicht wenig, wir können nicht frei werden von der Verantwortung für unser Tun und Lassen.

Nun wollen wir ja eigentlich gern über unser eigenes Leben herrschen und bestimmen – aber dennoch jagen wir ja oft denjenigen nach, denen wir die Verantwortung übergeben können, Autoritäten, Menschen, die ausstrahlen, alles beherrschen zu können, Ideologien usw. Was ist eigentlich los? Wir wollen gern bestimmen, aber haben auch Angst davor. Denn wir wissen, dass damit auch Verantwortung einhergeht, und mit der Verantwortung entsteht oft ja, fast immer, Machtlosigkeit und Ohnmacht. Nichts kann die Menschen so ohnmächtig machen, wie ausgerechnet die Macht. Deshalb wünschen wir uns, wie die Volksmenge in der Wüste, irgendjemand, der die Last unseres Lebens, die Verantwortung tragen will, die Konsequenzen auf sich nehmen will, für alles was wir tun.

Was wird aus einer solchen Welt, wo der Herrscherdrang der Menschen und die daraus folgende Verwüstung ihrer Umgebungen so oft dominiert – und wo dennoch keiner die Verantwortung wirklich wahrnehmen will? Gibt es überhaupt Hoffnung für eine solche Welt? Ja, es gibt Hoffnung! Es gibt die Hoffnung auf ihn, der nicht die Menschen sich unterwerfen wollte und sie dennoch nicht im Stich lassen wollte, wenn ihre Torheit oder Herrschsucht das Leben verwüstet hatte.

Und dann sind wir wieder bei der Hoffnungserzählung. Unansehnlich war es, was das kleine Kind da brachte, so armselig, dass die beiden Jünger es wohl nur nennen, um damit deutlich zu machen, wie hoffnungslos die Situation ist. Aber das Brot und die Fische sind Bilder auf den Armen eines Menschen, der von dieser Welt verworfen wurde, weil er nicht über sie herrschen wollte. Und wir sollten erfahren, wenn wir uns wirklich dieser Hoffnung übergäben, die er darstellt, wenn wir uns wirklich ihm übergäben, dass es da tatsächlich mehr gibt, als wir es uns in unseren wildesten Träumen vorstellen und erhoffen können. So viel du brauchst – alles was zum Leben nötig ist, und woraus du auch recht leben kannst.

Schlusslied: Nr. 94 Wenn das Brot, das wir teilen…

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