App der Diakonie unterstützt psychisch kranke Kinder
08. Oktober 2026
Die Diakonie Nord Nord Ost entwickelt ein digitales Hilfsangebot für psychisch erkrankte junge Menschen. Die Anwendung soll den Übergang nach einem Klinikaufenthalt erleichtern. Das Land Schleswig-Holstein hat einer Finanzierung zugestimmt.
Schreibenstattschweigen: Unsere Chatseelsorge für junge Menschen
Wenn Kinder- und Jugendliche die Klinik verlassen, entsteht oft eine Versorgungslücke, da ambulante Therapiemöglichkeiten nicht immer sofort zur Verfügung stehen, obwohl die Patient*innen oft Unterstützung in der Alltagsorganisation bräuchten, so Oliver Soyka, Chefarzt der Lübecker Fachklinik für Junges Leben.
App liefert Notfalltipps
Diese Lücke soll bald mithilfe einer App überbrückt werden können: Sie heißt SEAL und soll bei der Tagesstruktur, Terminen, Aufgaben und Emotionen unterstützen.
Zudem gebe die App Notfall-Tipps in Krisensituationen. „Sie ergänzt damit die eigentliche Behandlung, indem Selbstorganisation und Selbstfürsorge auf dem Weg zurück in den Alltag unterstützt werden“, so Chefarzt Soyka.
Die Inhalte seien individuell: Jede App werde wie eine Schatzkiste mit dem gefüllt, was der jeweiligen Person hilft.
Konzept soll bald frei nutzbar sein
Entwickelt wird die App gemeinsam mit dem technischen Dienstleister Viakom, der Techniker Krankenkasse sowie unter direkter Beteiligung der jungen Patient*innen. Langfristig solle das System als frei zugängliche Open-Source-Lösung zur Verfügung stehen, sagte Diakonie-Geschäftsführer Wilkesmann. Andere Kliniken oder Einrichtungen der Jugendhilfe könnten das Konzept übernehmen und um eigene Inhalte ergänzen.
260.000 Euro aus dem DigitalHub
Die Finanzierung steht derweil auch: Das Projekt wird vom DigitalHub.SH mit 260.000 Euro gefördert. Eine entsprechende Vereinbarung haben Schleswig-Holsteins Digitalisierungsminister Dirk Schrödter und Diakonie-Geschäftsführer Dirk Wilkesmann in dieser Woche unterzeichnet.
