200 Jahre Schleswig-Holsteinische Bibelgesellschaft

Bibelrevision wertet Buch der Bücher auf

Der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, Dr. Christoph Rösel, gemeinsam mit der Vorsitzenden der Schleswig-Holsteinischen Bibelgesellschaft, Pröpstin Johanna Lenz-Aude, und dem Vorsitzenden der Stiftung Bibelzentrum Schleswig, Bischof Gotha
Der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, Dr. Christoph Rösel, gemeinsam mit der Vorsitzenden der Schleswig-Holsteinischen Bibelgesellschaft, Pröpstin Johanna Lenz-Aude, und dem Vorsitzenden der Stiftung Bibelzentrum Schleswig, Bischof Gotha© Marie-Elisabeth Most-Werbeck

05. September 2015 von Marie-Elisabeth Most-Werbeck

Schleswig. „Jedem Menschen die Bibel in der Sprache seines Herzens“ – das ist der weltweite Auftrag der Bibelgesellschaften.

Dieser Auftrag prägt auch die bewegte Geschichte der Bibelgesellschaft in Schleswig-Holstein, die heute (5. September) ihr 200 jähriges Bestehen feierte.

Vor fast zehn Jahren wurde nach einer Initiative der Deutschen Bibelgesellschaft durch den Rat der EKD eine Durchsicht der Lutherbibel beschlossen, die jetzt kurz vor ihrem Abschluss steht. Aufgabe und Ergebnisse dieser Revision beleuchtete der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft, Dr. Christoph Rösel, in seinen Festvortrag im St.-Petri-Dom zu Schleswig zum Thema „Heute dem Volk auf’s Maul schauen. Die Durchsicht der Lutherbibel und das Reformationsjubiläum“.

Der entscheidende Impuls zur Schaffung einer einheitlichen Fassung der Lutherbibel – es gab Mitte des 19. Jahrhunderts mindestens elf verschiedene regionale Ausgaben – kam von dem Hamburger Hauptpastor Carl Mönckeberg (1807-1866). Seit etwa 160 Jahren werde nun immer wieder an einer einheitlichen Durchsicht der Lutherbibel gearbeitet, erklärte Rösel in seinem Vortrag. „Unsere Sprache ist im Fluss, sie verändert sich stetig. Deshalb muss auch ein Gebrauchstext wie eine Bibelübersetzung von Zeit zu Zeit durchgesehen und revidiert werden.“

Übersetzen in die Sprache des Volkes
In der ersten Phase, noch zu Luthers Lebzeiten, sei es darum gegangen, eventuelle Fehler der ersten Ausgaben zu beseitigen und den Ton der biblischen Sprache in ihrer deutschen Übersetzung noch besser zu treffen. Luther beschreibt die Grundlinien seiner Übersetzung vor allem im „Sendbrief vom Dolmetschen“. Er wollte so übersetzen, wie die Leute auf der Straße reden, eben „dem Volk aufs Maul schauen“. Doch Rösel wies darauf hin, dass „Maul“ zu Luthers Zeit ein eher normales Wort war und nicht so grob klang wie heute. „Luther ging es um ein verständliches Deutsch, das sich am allgemeinen Sprachgebrauch orientiert. Vor allem ging es ihm auch um eine konkrete, anschauliche Sprache.“

Martin Luther verband in seiner Übersetzung die Nähe zur gesprochenen Sprache mit den besonderen Erfordernissen der biblischen Botschaft und ihrer Verkündigung, erläuterte Rösel. Dass ihm das auf unvergleichliche Weise gelungen sei, zeige die Wirkung seiner Übersetzung: Sie erzielte eine enorme Resonanz und wirkte außerdem stilbildend für die deutsche Sprache insgesamt. Dr. Rösel: „Luther hat mit seiner Bibelübersetzung ein so sprachgewaltiges Werk geschaffen, dass man für eine Revision nicht nur dem Volk, sondern auch dem Reformator ‚aufs Maul schauen‘ muss.“

Viele Texte bleiben unverändert
Anhand zahlreicher Beispiele erläuterte der Generalsekretär der Deutschen Bibelgesellschaft sehr anschaulich die Ergebnisse der erneuten Durchsicht. An einigen Stellen seien Änderungen notwendig gewesen, weil sich die Bedeutung der deutschen Begriffe gravierend verändert habe. Andere Änderungen gingen auf neue exegetische, deutende Einsichten zurück. Der bei weitem größere Teil bleibe allerdings unverändert. Der Text der Lutherbibel erfahre aber insgesamt eine entscheidende Aufwertung. „Außerdem ist bei dieser Durchsicht zum ersten Mal in der Geschichte der Lutherbibelrevision die gesamte Bibel in einem Zug durchgearbeitet worden“. Die 1984 herausgegebene Lutherbibel, so Rösel, sei ja eigentlich ein Ergebnis mehrerer Revisionen der verschiedenen Bibelteile, nämlich der von 1964, 1970 und 1984.

Im Oktober 2016, rechtzeitig zum Beginn des Reformationsjubiläums, werde das neue Buch vorliegen. Damit fallen zum ersten Mal in der Geschichte der Kirchen der Reformation der Abschluss einer Revision der Lutherbibel und ein Reformationsjubiläum zusammen. Dies sei eine Chance, erklärte Rösel, dass Menschen im Jubiläumsjahr nicht nur viel über Luther und die Reformation hören, sondern wieder neu Zugang zur Bibel finden. Ein solches Ergebnis der Jubiläumsfeier sei ganz gewiss im Sinne des Reformators. Dr. Rösel: „Wer weiß, was dann daraus wird. Denn auch bei Luther war das Lesen der Bibel ja nur der Anfang – und was hat das nicht alles ausgelöst!“

Mit der Eröffnung einer Ausstellung handgeschriebener Bürgerbibeln hatte die Feier zum 200jährigen Bestehen der Schleswig-Holsteinischen Bibelgesellschaft im Bibelzentrum Schleswig begonnen. Ihren Abschluss fand sie im St. Petri-Dom mit einer festlichen Andacht, die von Pröpstin Johanna Lenz-Aude als Vorsitzender der Schleswig-Holsteinischen Bibelgesellschaft und Bischof Gothart Magaard gemeinsam gestaltet wurde.

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