Den Blick vom Tod zum Leben hin wenden

Bischöfinnen und Bischöfe schreiben den Gemeinden vor dem Osterfest

08. April 2020 von Stefan Döbler

Schwerin/Schleswig/Hamburg/Greifswald. In einem Brief haben die Bischöfinnen und Bischöfe der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) heute (8. April) alle Kirchengemeinden dazu ermutigt, trotz bedrückender Umstände und Nachrichten das Osterfest zu begehen. „Wir haben als Christinnen und Christen Anlass genug, Ostern zu feiern, wenn auch dieses Jahr unter nie gekannten Bedingungen“, heißt es in dem Schreiben, das an die fast 1.000 Gemeinden der Nordkirche gesandt wurde.

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt, Bischof Gothart Magaard (Sprengel Schleswig und Holstein), Bischöfin Kirsten Fehrs (Sprengel Hamburg und Lübeck) und Bischof Tilman Jeremias (Sprengel Mecklenburg und Pommern) wenden sich mit dem Brief an die rund 2 Millionen Gemeindeglieder der Nordkirche sowie alle ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeitenden unter ihnen.
Darin erinnern sie an den biblischen Bericht aus dem Johannesevangelium, in dem geschildert wird, wie Maria von Magdala dem auferstandenen Jesus begegnet. Dreimal müsse sie sich umwenden, um ihren Blick neu auszurichten – von der Grabeshöhle, dem Ort des Todes, über die Engel, die Hoffnung verheißen, schließlich auf das Leben in Gestalt des auferstandenen Jesus. (Joh 20,11-18)

„Es geht in diesen Tagen nicht ohne den Blick in die Grabeshöhlen, ohne die gewaltige Todesmacht des Virus ernst zu nehmen. Dazu müssen wir uns bücken, klein werden und erschrecken darüber, wie wenig wir hochentwickelten modernen Menschen unser Leben selbst in Händen halten. Ostern ist nicht Verharmlosung des Todes, sondern seine Überwindung“, schreiben die Bischöfinnen und Bischöfe den Gemeinden. Der Ruf des Auferstandenen ermutige dazu, auch heute die Perspektive zu wechseln und zu erkennen: „Jesus lebt. Gott hat den Tod und alle Todesmächte besiegt.“

Der Wechsel der Blickrichtung vom Tod zum Leben hin könne heute heißen: „Wir vergessen die Einsamen nicht, die wirtschaftlich Belasteten, die Menschen auf den Intensivstationen. Aber wir drehen uns auch um und sehen erstaunt: Wie viel Nachbarschaftshilfe gibt es auf einmal! Wie achtsam gehen die meisten Menschen miteinander um! Welche kreativen Möglichkeiten haben Gemeinden in unserer Kirche innerhalb kürzester Zeit entdeckt, um Kontakt zu ihren Gemeindegliedern zu halten: Briefe, Telefonate, digitale Gottesdienste, Hoffnungsläuten! Mitten in der Zeit tödlicher Bedrohung gibt es so zahlreiche Lebenszeichen! Ostern heißt: Dreh dich um und sieh! Und finde das Leben auch unter den eingeschränkten Bedingungen dieser Wochen.“

Die Bischöfinnen und Bischöfe rufen dazu auf, die vielfältigen Möglichkeiten zu nutzen, um an Gottesdiensten im Rundfunk, Fernsehen oder Internet teilzunehmen oder zu Hause mit eigenen Andachten, mit Lesung und Gebet Ostern zu feiern: „Lassen Sie uns im Gebet und in der Fürbitte verbunden bleiben als Schwestern und Brüder, auch mit den Menschen weltweit, die oftmals unter sehr viel schwierigeren Bedingungen diese Krise meistern müssen. Rufen wir auch dieses Jahr einander den alten Osterruf zu: ‚Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!‘“

Geistliche Impulse, Hilfe, Seelsorge und Informationen

Die Nordkirche bietet auf ihrer Internetseite (www.nordkirche.de) Informationen und Material dazu an, wie man Ostergottesdienste zu Hause feiern kann, sowie Hinweise auf digital oder telefonisch übertragene Gottesdienste an den Feiertagen und weitere geistliche, seelsorgerliche und Beratungsangebote über Internet und Social Media, Fernsehen und Radio.

Das Gottesdienstinstitut der Nordkirche hat weitere Abläufe, Texte, Lieder und Gebete für Andachten und Gottesdienste zu Hause bereitgestellt (www.gottesdienstinstitut-nordkirche.de).

Unter www.aktuell.nordkirche.de bietet die Nordkirche eine ständig aktualisierte Übersicht mit aktuellen Informationen, geistlichen Impulsen und kirchlichen Angeboten – unter anderem mit Hinweisen auf die Seelsorgehotline der Nordkirche (0800 4540106), auf die Telefonseelsorge www.telefonseelsorge.de sowie weitere Informationen, Hilfs- und Beratungsangebote.

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