„Im Glauben in Gottes herrliche Welt eintauchen“

Bischof Abromeit predigt beim Jahrestreffen der Züssower Diakonengemeinschaft

Diakonenklasse Ende 1960er Jahre in Züssow
Diakonenklasse Ende 1960er Jahre in Züssow© Archiv der Züllchower-Züssower Diakonen und Diakoninnengemeinschaft

22. April 2018 von Annette Klinkhardt

Züssow. Vor rund 30 Diakoninnen und Diakonen warb Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit für ein bewusstes Leben mit Jesus Christus gegen alle Widerstände: „In der Bindung an Jesus Christus eröffnet sich unserem Leben eine Weite und Tiefe, die wir selber nicht herstellen können. Dadurch gewinnt es eine Ewigkeitsperspektive. Das hilft uns auch, nicht mutlos zu werden.“ Der Greifswalder Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) predigte heute (22. April) im Gottesdienst des Brüder- und Schwesterntags der Züllchower-Züssower Diakonen- und Diakoninnengemeinschaft in Züssow. In dem Gottesdienst segnete Bischof Abromeit den Züssower Gemeindepastor Dr. Ulf Harder als neuen Pastor der Gemeinschaft ein. Er nimmt diese Aufgabe ehrenamtlich wahr. Begleitet wurde der Gottesdienst von Bläsern aus dem gesamten Sprengel Mecklenburg und Pommern, die in Züssow gerade an einer Freizeit mit Landesposaunenwart Martin Huß teilnehmen.

Leitmotto der Predigt war der Satz „Wir lassen den Mut nicht sinken“. Bischof Abromeit erzählte in der Predigt, dass er immer wieder berührt sei, wenn er in diakonischen Einrichtungen Menschen mit Beeinträchtigungen begegne: „Ich treffe Männer und Frauen, die trotz schwieriger Bedingungen und Einschränkungen an Körper und Seele ein ganz normales Leben führen. Für sie ist der Alltag ein Kraftakt.“ Der Bischof zeigte sich dankbar für diese Begegnungen, denn „diese Lebensbilder erzählen etwas von der unbändigen Kraft des Lebens.“ Und wörtlich fügte Bischof Abromeit hinzu: „Es geht um die Chance der Veränderung des scheinbar Unveränderlichen. Die Kraft des Zerbrechlichen und des Zerbrochenen ist für mich ein österliches Bild für das Gottesgeschenk des Lebens.“

Die Diakonengemeinschaft wurde 1850 in Züllchow bei Stettin gegründet und nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 in Züssow wieder aufgebaut. Derzeit gehören ihr zwei Diakoninnen und rund 60 Diakone an, zehn davon stehen noch aktiv im Berufsleben im gesamten Gebiet der Nordkirche – vom Rauhen Haus in Hamburg über die Diakonie Rickling im Kirchenkreis Altholstein bis nach Rügen.

Wolfgang Seyfried ist seit zwölf Jahren Ältester der Gemeinschaft. Lange Jahre leitete er ein Heim in der Behindertenhilfe. Er erzählt: „Ich habe als Jugendlicher Elektromonteur gelernt. Nachdem ich den Wehrdienst verweigert hatte, war meine Karriere beendet. Bei einer Rüstzeit der Stadtmission Halle lernte ich die Behindertenarbeit kennen und merkte, dass dort meine technischen Kenntnisse willkommen waren.“ Nach Züssow kam er 1972 für die zweijährige Grundausbildung, bevor er Heilerziehungspfleger lernte. Diese Ausbildungen waren staatlicherseits nicht anerkannt. „Man traf also als junger Mann eine tiefgreifende Entscheidung, wenn man sich zum Diakon ausbilden ließ. Es war immer klar, dass wir ‚anders‘ waren und nicht zur Mehrheit gehören werden.“, erzählt Seyfried. In den 1950er- und 1960er-Jahren gab es in Züssow starke Klassen, so dass dort stets rund 100 angehende Diakone lebten. Sie wirkten in Kirchengemeinden und Anstalten, wie die diakonischen Einrichtungen damals genannt wurden. In Züssow konnten sich die jungen Männer zur Altenarbeit ausbilden lassen. Ab den 1980er Jahren kamen auch Frauen dazu.

Seyfried schätzt bis heute die doppelte Qualifikation als Diakon: „Wir verfügen über ein biblisch-theologisches Grundlagenwissen und eine Fachqualifikation. Das heißt, dass wir als Heimleiter eben auch mal Andachten halten können oder ein Seelsorgegespräch zwischen Tür und Angel. Diakonie muss deutlich machen: Wir sind Kirche.“ Zu DDR-Zeiten wurden Diakone ausgebildet zu Heilerziehungspflegern, Altenpflegern und Verwaltungsdiakonen und nach der viereinhalbjährigen Ausbildung eingesegnet. „Die Gemeinschaft ist ein bisschen wie eine Familie. Wir sind über all die Jahre stets untereinander in Verbindung geblieben, einige tiefe Freundschaften sind entstanden. Wir tragen uns miteinander im Gebet“, erzählt Seyfried. So lautet denn auch der Leitspruch der Züllchower-Züssower Diakonen und Diakoninnengemeinschaft: „Einer ist der Meister, ihr aber seid alle Brüder“ (Matthäus 23,8).

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