Bundesversammlung des Martin‑Luther‑Bundes wählt Bischof Tilman Jeremias zum Präsidenten
29. Juni 2026
Die Bundesversammlung des Martin‑Luther‑Bundes hat Bischof Tilman Jeremias zum neuen Präsidenten gewählt. Der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche übernimmt damit ein wichtiges Ehrenamt im weltweiten lutherischen Netzwerk.
Der Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Evangelisch‑Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), Tilman Jeremias, übernimmt ein zusätzliches Ehrenamt: Die Bundesversammlung des Martin‑Luther‑Bundes hat ihn am vergangenen Wochenende einstimmig zum neuen Präsidenten gewählt. Der Martin‑Luther‑Bund ist ein internationales Werk, das lutherische Minderheitskirchen weltweit unterstützt und vernetzt. Tilman Jeremias folgt auf den ungarischen Bischof Dr. Tamás Fabiny, der das Amt seit 2022 innehatte. Bischof Fabiny dankte für die intensive Zeit gemeinsamen Wirkens für die lutherische Diaspora in Rahmen der lutherischen Weltgemeinschaft. Er unterstrich den besonderen Charakter der Arbeit des Martin-Luther-Bundes, der er persönlich Mitte der 1980er Jahre eng verbunden ist. Damals hatte er seinen ersten Studienaufenthalt beim Martin-Luther-Bund in Erlangen.
„Ich empfinde großen Respekt vor dieser Aufgabe“
Nach seiner Wahl zeigte sich Bischof Tilman Jeremias dankbar und bewegt. „Ich empfinde großen Respekt vor dieser Aufgabe und freue mich zugleich über das Vertrauen, das mir mit dieser Wahl entgegengebracht wird“, sagte der Bischof. „Der Martin‑Luther‑Bund verbindet Menschen und Kirchen über Grenzen hinweg und stärkt lutherische Minderheiten weltweit. Diese Arbeit möchte ich mit ganzer Kraft unterstützen und weiterführen. Mein besonderer Dank gilt meinem Vorgänger, Bischof Tamás Fabiny, der dieses Amt mit Klarheit, geistlicher Tiefe und internationaler Weite geprägt hat. Besonders schätzt Jeremias die theologische Arbeit des Martin‑Luther‑Bundes. Jährlich veranstaltet das Werk eine internationale Tagung zu lutherischer Theologie, die Theologinnen und Theologen aus aller Welt zusammenführt und den Austausch über aktuelle Fragen der lutherischen Identität und Lehre fördert. „Diese geistige Weite und die gemeinsame Suche nach tragfähiger Theologie sind für mich ein großer Schatz“, betonte Jeremias.
Große Erfahrung in ökumenischer Zusammenarbeit
Tilman Jeremias wurde 1966 in Mainz geboren und wuchs in Gröbenzell bei München auf. Nach dem Abitur arbeitete er ein Jahr lang in einer heilpädagogischen Tagesstätte für psychisch kranke Kinder in München. Im Anschluss studierte er Evangelische Theologie in München, Tübingen und Leipzig. In Jerusalem verbrachte er ein Theologisches Studienjahr an der Dormitio‑Abtei. Nach seinem Vikariat in Mecklenburg war er Gemeindepastor in Rostock und später Pastor für Mission und Ökumene im Kirchenkreis Mecklenburg. 2019 wurde er zum Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern der Nordkirche gewählt und ist im östlichen Kirchengebiet gut vernetzt. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen in der ökumenischen Zusammenarbeit, der theologischen Bildung und der Stärkung kirchlicher Präsenz im ländlichen Raum. Tilman Jeremias hatte bis zu seinem Eintritt ins Bischofsamt einen Lehrauftrag an der Theologischen Fakultät der Universität Rostock und war Mitglied der Kirchenkreissynode des Kirchenkreises Mecklenburg. 2018 erschien sein Buch „Sabbat – Gottesgeschenk für alle“.
Hintergrund: Der Martin‑Luther‑Bund
Der Martin‑Luther‑Bund wurde 1884 gegründet und ist ein internationales Werk zur Förderung lutherischer Kirchen in Minderheitssituationen. Er unterstützt Gemeinden in Europa, Asien, Afrika und Lateinamerika durch Stipendien, Bildungsprogramme, Bauprojekte und partnerschaftliche Zusammenarbeit. Die Bundesversammlung ist das höchste Entscheidungsgremium des Werkes und wählt den ehrenamtlichen Präsidenten. Sitz des Martin‑Luther‑Bundes ist Neuendettelsau. Weitere Informationen: https://martin-luther-bund.de
