chof Tilman Jeremias segnet Diakoninnen und Diakone sowie Gemeindepädagoginnen und Gemeindepädagogen für ihren Dienst in der Nordkirche ein
04. September 2026
Die Nordkirche feiert am 6. September 2026 in Schwerin die Einsegnung von Diakoninnen und Diakonen sowie Gemeindepädagoginnen und Gemeindepädagogen. Bischof Tilman Jeremias predigt über Berufung, Verantwortung und die Bedeutung kirchlicher Dienste für eine vielfältige Gesellschaft.
Die Evangelisch‑Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) feiert am Sonntag, dem 6. September 2026, um 14:00 Uhr in der St. Paulskirche Schwerin einen Festgottesdienst zur Einsegnung von elf Diakoninnen und Diakonen sowie Gemeindepädagoginnen und Gemeindepädagogen. Die Predigt hält Tilman Jeremias, Bischof im Sprengel Mecklenburg und Pommern.
Gemeinsame Einsegnung – ein Zeichen für die Vielfalt kirchlicher Berufungen
Erstmals werden in der Nordkirche Diakoninnen und Diakone sowie Gemeindepädagoginnen und Gemeindepädagogen gemeinsam eingesegnet. Am Begegnungstag mit den Einzusegnenden am 24. August sei ihm, so Bischof Tilman Jeremias, eindrücklich bewusst geworden, wie vielfältig die Wege in diese Berufe sind: „Manche haben früh Gemeindepädagogik oder Sozialarbeit studiert, andere haben mitten im Leben gespürt, dass Gott sie ruft und ihnen einen neuen Weg zeigt. Diese Verschiedenheit ist ein Reichtum unserer Kirche.“ Die Einsegnung durch den Bischof sei Ausdruck der Verantwortung für die Verkündigung in einer Kirche, die längst in multifunktionalen Teams arbeitet: „Diakoninnen, Diakone und Gemeindepädagoginnen stehen gemeinsam mit Pastorinnen und Pastoren im Verkündigungsdienst.“
Mehr als eine Tätigkeit - Berufung durch Gott
Für Tilman Jeremias ist der kirchliche Beruf mehr als eine Tätigkeit: Er gründet in einer Berufung durch Gott. „Jede und jeder bringt besondere Gaben mit, die sich entfalten sollen – zum Dienst am Nächsten und damit auch für Gott.“ Zugleich erinnert er an die Verantwortung der Berufenen für die Verkündigung des Evangeliums in einer vielfältigen Gesellschaft. „Gerade in Krisenzeiten kann der Glaube neue Lebensquellen öffnen und uns ermutigen, Hoffnung in die Welt zu tragen.“
Zachäus als Urszene der Verkündigung
Im Mittelpunkt seiner Predigt steht die Zachäus‑Erzählung aus dem Lukasevangelium. Der Bischof deutet sie als Grundszene kirchlicher Verkündigung und damit als Urzelle des Dienstes von Diakoninnen, Diakonen sowie von Gemeindepädagoginnen und Gemeindepädagogen: „Jesus sieht Zachäus – einen Menschen, den viele als Betrüger und Verräter abgestempelt haben – und sagt nur: ‚Heute muss ich zu dir kommen.‘ Mehr braucht es nicht. Diese unbedingte Zuwendung verändert Zachäus radikal. Heil und Heilung werden möglich. Jesus sprengt Schubladen. Genau diese Haltung prägt den Dienst der Menschen, die wir heute einsegnen.“
Vielfalt der Dienste – nah bei den Menschen
Die Eingesegnten arbeiten in Kirchengemeinden, Diensten und Werken, in der Diakonie sowie bei außerkirchlichen Trägern. Ihre Kompetenzen haben sie an unterschiedlichen Ausbildungsorten erworben – innerhalb und außerhalb der Nordkirche. Viele bringen Berufserfahrung mit, andere stehen am Beginn ihres Weges. „Gemeinsam ist ihnen die bewusste Entscheidung, einen kirchlichen Beruf zu ergreifen und diesen verantwortungsvollen Dienst nah bei den Menschen zu tun – als Wegbereiterinnen, Mutmacherinnen und Werteschöpfer*innen“, so Bischof Tilman Jeremias. „Ich freue mich sehr, die Einzusegnenden als Geschwister im Verkündigungsdienst willkommen zu heißen.“
Hintergrund Diakoninnen und Diakone
Diakoninnen und Diakone – hergeleitet vom griechischen diakonos, „Diener“, „Begleiter“ oder „Helfer“ – sind nah bei den Menschen und machen gemeinsam mit ihnen das Evangelium erfahrbar. Sie fördern Entwicklungsmöglichkeiten von Einzelnen und Gruppen, arbeiten sozialraumorientiert, sind gut vernetzt und unterstützen beim Abbau sozialer Notlagen. Ihre Angebote reichen von Gruppenarbeit über Beratung und Projekte bis hin zu Freizeiten für Menschen aller Generationen. In ihrer Ausbildung verbinden sie soziale Arbeit, Sozialpädagogik, Psychologie, Theologie, Religionssensibilität und Diakonie. Diese Kompetenzen prägen ihr gemeindepädagogisches und diakonisches Handeln.
Hintergrund Gemeindepädagoginnen und Gemeindepädagogen
Gemeindepädagoginnen und Gemeindepädagogen arbeiten mit pädagogischen Kompetenzen daran, das Evangelium ganzheitlich, vielfältig und kreativ zu kommunizieren. Sie begleiten alle Altersgruppen – von der Kinderkirche über die Jugendarbeit bis zu Angeboten für Seniorinnen. Als Netzwerkerinnen und Netzwerker sind sie in Kirche und Gemeinwesen aktiv und arbeiten mit kirchlichen und außerkirchlichen Bildungseinrichtungen zusammen. Ihre Ausbildung umfasst Theologie, Gemeindepädagogik, Psychologie und Fachdidaktik. Sie gestalten Andachten und Gottesdienste, planen Veranstaltungen und Freizeiten und entwickeln Konzepte für die Arbeit in Gemeinden. Sie tragen dazu bei, dass Glauben lebendig erfahren werden kann und Menschen Räume finden, in denen sie ihren Glauben entdecken und vertiefen.
