26. August 2018 | Hamburg Wilhelmsburg

Congratulation to all!

26. August 2018 von Kirsten Fehrs

Ökumenischer Gottesdienst zur Rollstuhl-Basketball-Weltmeisterschaft, Predigt zu 1. Korinther 12

Liebe Rollstuhlbasketball- Weltmeisterschaft-Gemeinde!

Helden seid Ihr. Alle, die ihr gemeinsam diese sagenhafte Weltmeisterschaft zu einem Highlight hier in Hamburg macht. Nicht nur einzelne. Sondern Ihr als eine einzige großartige Gemeinschaft. Ich freue mich sehr, dass ich heute mitfeiern darf. Habe ich ja schon mitgefiebert! Zehn Tage lang WM – mit tollen Athleten und Athletinnen, Za-Donks, unglaublicher Spannung und gar einem 3. Platz für die deutschen Damen – da bleibt nur zu sagen: Congratulation to all!

You are heroes because you are winners with handicap and despite the handicaps.
You are winners because you defeated the inner fear of not being able to do it – a fear that every athlete knows very well.
You are winners because you defeated the seduction to desire the trophy alone, without the others. (It would not work either…)
You are winners because you convinced all the people who wonder: How could that work? Basketball in a wheelchair?

So many heroes – even in the Bible, we just heard it. Great and strong men and women. But they are not great and strong  in the sense of action heroes. They are not supermen and superwomen, with supernatural abilities and inexhaustible power . They are not the big lights that overshadow all the other people. No, such heroes are far away from me and my life. I think God did not build his church on supernatural  figures. He built it on men and women with seemingly little strength but great faith and trust.
We just heard two examples. There are the brothers Moses and Aaron. And the two friends Mary Magdalene and the other Mary.

Da ist Mose. (By the way: I hope, it is ok if I change the languages Englisch und German in my sermon?)

Gott beruft Mose, ausgerechnet. Aber er weigert sich, denn er hat Angst zu versagen, auch öffentlich. Und als ihm kein Argument mehr einfällt, bringt er den letzten Einwand: Ja, aber ich kann es ja auch nicht. Ich bin doch behindert. Meine Zunge ist schwer. Was es war, wissen wir nicht – möglicherweise hat er gestottert. Aber diese Ausrede zählt bei Gott überhaupt nicht. Sag mal, entgegnet dieser, sichtlich ungehalten. Was glaubst du eigentlich, wer deinen Mund geschaffen hat? Und die Stummen und die Tauben? Ich weiß schon, was ich tue. Und dann gibt es noch deinen Bruder Aaron – ihr seid zu zweit, dann rede doch durch seinen Mund. Und schließlich: Ich bin ja auch noch da und bin mit euch.

Za-Donk! Da hat Gott dem Mose auch noch das letzte Argument aus der Hand geschlagen! Behindertsein? Das soll ein Hindernis sein? Never!

Und so bleibt dem Mose nichts anderes übrig, als sich zu riskieren. Und das Ende der Geschichte ist bekannt: Er und Aaron führen das Volk aus der Knechtschaft in Ägyptenland heraus, und dem mächtigen Pharao nützt seine ganze Streitmacht nichts gegen das Wort dieses Mannes, das letztlich Gottes Wort ist – mit schwerer Zunge von Mose herausgebracht und von Aaron dem Pharao gedolmetscht.

Solche Helden braucht Gott. Helden, die herausführen aus Knechtschaft und Ungerechtigkeit, aus Unwissenheit und auch aus dem Hass. Zu den beeindruckendsten Bildern, die ich in der letzten Zeit gesehen habe, gehörte ein Friedensmarsch in Afghanistan, über 1000 Kilometer durch das Land bis nach Kabul, durch die sengende Sonne und das kriegsverwüstete Land. Angeführt von Dutzenden Kriegsversehrten, Menschen im Rollstuhl, die durch Minen und Granaten ihre Beine verloren haben oder ihr Augenlicht. Ihre Botschaft:  Der Wahnsinn doch ein Ende haben!  Es sind keine einzelnen Heldengestalten, keine Gandhis und keine Mandelas, ihre Namen kenne ich zum Beispiel gar nicht. Aber als Gruppe, als Wheelchair-Peace-Team sind sie sagenhaft stark, weil sie die Menschen emotional mitnehmen und berühren.

Und damit komme ich zu dem anderen biblischen Heldinnenpaar, von dem wir eben gehört haben: Maria Magdalena und die andere Maria. Ausgerechnet zwei Frauen waren es ja, die sich zum Grab trauten, inmitten der Trauer und der Angst der Jüngerinnen und Jünger, Petrus und Andreas und Johannes jedenfalls trauten sich nicht. Und die beiden Marias erfahren als erste die gute Nachricht: Jesus ist von den Toten auferstanden. Und damit hat der Tod insgesamt seine Macht verloren.

Die Frauen sind es, die das zuerst verstehen. Auch WEIL sie zu zweit sind. Und einander . beruhigen in ihrer Erschütterung. Aber auch einander vergewissern, dass diese Auferstehung Jesu ein neuer Anfang ist. Einer der aufrichtet, auch wenn man gefallen ist, getreten wurde und verleugnet. Das ist die Message: Aufgestanden gegen Tod, gegen Lüge, Gegen Gewalt - the peace march for democracy and diversity needs many convincing/convinced team-players!

Die wahren Heldinnen und Helden sind keine Einzelkämpfer, die einsamen. Im Gegenteil. Nur im Zusammen-Spiel wird der Mensch er selbst. Paulus hat das im 1. Korintherbrief so beschrieben: „Und der Leib, das ist nicht ein Glied, sondern viele“,

The eye cannot say to the hand, “I have no need of you,” nor again the head to the feet, “I have no need of you.”22 On the contrary, the parts of the body that seem to be weaker are indispensable, ...But God has so composed the body, 25 that there may be no division in the body, but that the members may have the same care for one another. 26 If one member suffers, all suffer together; if one member is honored, all rejoice together. Now you are the body of Christ and individually members of it.

Ein toller Text. Denn es geht um Körperlichkeit. Unmittelbar um Arme und Beine und Füße und Hände. Wenn eins fehlt, kompensiert´s der oder die andere. Es geht um Nähe, Berührung und ja manchmal verliebte und verschämte Körperlichkeit. Und im Sport geht´s zur Sache, voller Körpereinsatz. Und immer gilt: Alle Glieder dieser Gemeinschaft dürfen verschieden bleiben, müssen es sogar. All members of this community may remain different, of course. But the differences no longer separate us! Because there is a common center with Christ. We become each other's brother or sister "in the Lord".

Warum Paulus das alles schreibt? Nun, weil in Korinth damals passiert war, was immer eine Gemeinschaft gefährdet, im Sport und genauso in der Gesellschaft heute: man ist aus dem Gleichgewicht geraten. Da war Zoff damals in Korinth, und da ist so viel Streit in Europa: all die vielen unterschiedlichen Strömungen, Glaubensvorstellungen, Interessen, politischen Meinungen –  sind nicht mehr gut zusammen zu halten, sondern drohen auseinander zu driften. Die Stimmung ist immer mehr geprägt von Misstrauen und Abschottung. Ihr seid ein Leib mit vielen Gliedern…? – Und ich schaue zum Mittelmeer, in dem Hunderte von Flüchtlinge derzeit mit ihrem Leben kämpfen. Keine Seenotrettung – wieweit sind wir gesunken, wenn wir das unwidersprochen hinnehmen?

In the church - and in our world - there should be differences, but all are worth the same. They are all Christians in the name of the Lord. They all live in the name of Jesus, who crossed borders of the social classes, who has passed through places and social milieus and in this way encountered man. He met people like you and me. And since then they have all changed their lives - in very different ways: their power expanded and their souls were comforted. And they all feel like disciples of Jesus and walk with him through time. To learn, to live and to love. You´ll never walk - you’ll never roll alone!

You all are heroes, because you brought this message to Hamburg and to the world. We have a mission, as humans and as Christians in this world: We shall live in a common spirit, in a community with different members, a community with a high diversity but with the same chances and equal rights. We can give a sign  and a proof that the love wins.
May the peace of God shine from our hearts an Christ’s own peace prevail through everey day till greater life shall call.
Amen.

 

 

 

 

Datum
26.08.2018
Quelle
Stabsstelle Presse und Kommunikation
Von
Kirsten Fehrs
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