„Das Entscheidende wird uns geschenkt“ – Bischof Tilman Jeremias predigt über Dankbarkeit und Hoffnung
02. Oktober 2026
Beim Landeserntedankfest 2026 predigt Bischof Tilman Jeremias über Dankbarkeit, Hoffnung und darüber, dass das Leben nicht allein aus eigener Kraft gelingt.
Am 4. Oktober 2026 predigt Bischof Tilman Jeremias im Gottesdienst zum Landeserntedankfest in der Stadtkirche St. Georg Grabow. Grundlage seiner Predigt ist Markus 8, 1–9, die Erzählung von der Speisung der Viertausend. Im Anschluss an den Gottesdienst segnet der Bischof die Erntegaben.
„Gott schafft Fülle, wo wir Mangel sehen“
Ausgehend vom Predigttext betont Bischof Tilman Jeremias, dass Erntedank uns lehrt, die Fülle wahrzunehmen, die Gott schenkt. Dankbarkeit beginne dort, wo wir erkennen, dass das Entscheidende im Leben nicht aus eigener Kraft entsteht, sondern Geschenk ist. Die biblische Geschichte sei ein Perspektivwechsel: Jesus sieht die Menschen in ihrer Müdigkeit und ihrem Hunger – und handelt. Erntedank erinnere daran, dass Gott unsere Bedürftigkeit ernst nimmt und uns befähigt, miteinander zu teilen.
Dankbarkeit gegen Krisenängste
Bischof Tilman Jeremias stellt die Erzählung in den Kontext aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen. Erntedank lade dazu ein, neu wahrzunehmen, was trägt: das tägliche Brot, die Menschen an unserer Seite, die Freude am Leben. Dankbarkeit sei keine Verharmlosung von Krisen, sondern eine Haltung, die den Blick weitet und Vertrauen stärkt. In diesem Jahr falle das Landeserntedankfest unmittelbar nach dem 3. Oktober. Für den Bischof gehört beides zusammen: „Wir leben seit 36 Jahren in einem gemeinsamen Deutschland. Auch das ist ein Grund zur Dankbarkeit – für Freiheit, für gewachsene Verbundenheit und für die Menschen, die Brücken gebaut haben.“
Gemeinsam feiern – gemeinsam Verantwortung tragen
Bischof Tilman Jeremias würdigt, dass Kirche, Kommune und Landwirtschaft das Landeserntedankfest gemeinsam gestalten. Das gemeinsame Feiern zeige, dass Erntedank gesellschaftliche und geistliche Dimensionen verbindet. „Wir danken für die Früchte der Erde – und für die Menschen, die sie hervorbringen.“ Die Segnung der Erntegaben stehe für die Verbundenheit von Glauben, Arbeit und Verantwortung. „Wir bringen vor Gott, was uns nährt – und bitten um Kraft, sorgsam mit der Schöpfung umzugehen.“, so der Bischof.
