Bischof Magaard berichtete zum letzten Mal aus dem Sprengel Schleswig und Holstein

„Hauptwege und inhaltliche Achsen meiner Arbeit“

Bischof Gothart Magaard während seines letzten Sprengelberichtes vor der Landessynode der Nordkirche in Lübeck-Travemünde.  Foto: Susanne Hübner
Bischof Gothart Magaard während seines letzten Sprengelberichtes vor der Landessynode der Nordkirche in Lübeck-Travemünde. Foto: Susanne Hübner

29. September 2023 von Antje Wendt

Im Fokus des zweiten Sitzungstages der Landessynode der Nordkirche (29. September 2023) stand der letzte Bericht vor Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein. Bischof Magaard stellte inhaltliche Schwerpunkte seiner Arbeit in den Mittelpunkt. 

Zum insgesamt elften und letzten Mal hielt Bischof Gothart Magaard seinen Bericht aus dem Sprengel Schleswig und Holstein vor der Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche). Dabei warf er den Blick zurück auf seine gesamte Amtszeit und stellte dar, welche Hauptwege er in den vergangenen Jahren beschritten hatte: „Was waren für mich die inhaltlichen Achsen?“. Geleitet von dieser Fragestellung, markierte er Zentrales und stellte zugleich Verbindungen zum gegenwärtigen und künftigen kirchlichen Leben im Sprengel her.

Beispiele für eine lebendige Kirche

Mit der Erinnerung an das Reformationsjahr 2017 zeigte er auf, wie es gelingen kann, eine lebendige Kirche zu sein. Als Gast auf dem Nordkirchenschiff war Bischof Magaard in elf Häfen anwesend – erfüllt von lebendigen, einladenden, kreativen Hafentagen. Und der Reformationstag als neuer gesetzlicher Feiertag biete seitdem umso mehr die Gelegenheit, die historischen und kulturellen Wurzeln des Zusammenlebens in Freiheit, Würde und Demokratie zu vergegenwärtigen. 

Zu den Herausforderungen der aktuellen Zeit für die Kirche gehört für Bischof Magaard das Zusammenwachsen vor Ort und das damit neu zu gestaltende kirchliche Leben auf dem Land und in der Stadt. Seine Beobachtung: „Es entstehen aus dem neuen Miteinander im Sprengel ganz wunderbare neue Früchte, beispielsweise die Diakoniekirche in Husum oder große regionale Tauffeste.“ 

Die deutsch-dänische Grenzsituation zählt er zu den Besonderheiten des Sprengels: Mittlerweile ein lebendiges Miteinander von Mehrheits- und Minderheitsbevölkerung nördlich und südlich der Grenze und ein Baustein für ein gesamt-europäisches Bewusstsein – an dem die Kirchen der Grenzregion nicht unwesentlich mitwirken. Ein weiteres Thema, das er unter der Überschrift „Lebendige Kirche“ darstellte, ist die Bedeutung der Kirche für den Tourismus im Land. 

Diakonisches Wirken

Als ein Beispiel für das diakonische Handeln erinnerte der Bischof an das Thema Flucht und Migration und an die große Aufgabe, vor der Kreise und Städte 2015/2016 gestellt waren: „Dass diese Aufgabe in Schleswig-Holstein gut gelöst wurde, daran hatten unsere Kirche und Diakonie nicht wenig Anteil,“ stellte er fest und ermutigte dazu „aus Liebe zu den Menschen und als Ausdruck der Achtung der Menschenwürde und des Rechtsstaats“, auch in Zukunft an der Praxis des Kirchenasyls festzuhalten.

Besonders ans Herz legte er den Synodalen das Thema Kinderarmut. Die steigende Zahl der von Armut bedrohten Kinder begründet die vom Diakonischen Werk S-H geforderte Einführung einer Kindergrundsicherung. Diese Forderung sei richtig und deshalb unterstützenswert, so Magaard. 

Öffentliches Handeln

Als im Bundesland Schleswig-Holstein 2015 nur eine einzige Stimme für die Aufnahme des Gottesbezuges in die Präambel der Landesverfassung fehlte, lag ein langer Weg hinter dem breiten Bündnis „Für Gott in Schleswig-Holstein“, das sich aus Persönlichkeiten des öffentlichen und gesellschaftlichen Lebens, unterstützt von christlichen, muslimischen und jüdischen Gemeinden, zusammensetzte. Deutlich wurde: Ein Gottesbezug in der Präambel ist kein Glaubensbekenntnis, sondern Ausdruck von Demut, dass der Mensch nicht das Maß aller Dinge ist. Die Gottesbezug-Initiative gilt Bischof Magaard als ein Beispiel dafür, wie Kirche sich in den öffentlichen Diskurs einbringt. Auch die umfangreiche Sanierung des Schleswiger Doms ist für ihn ein Aspekt des öffentlichen Handelns von Kirche und begleitete Bischof Magaard seine gesamte Amtszeit hindurch. Die Menschen würden hier wie in so vielen Kirchen in der Nordkirche einen Ort erleben, der Wärme und Weite schenke. „Wir brauchen diese Orte, um uns aufzurichten und gute Worte zu hören.“ Mit Dank für das entgegengebrachte Vertrauen beendete Bischof Magaard seinen Bericht, nicht ohne seiner Nachfolgerin Nora Steen alles Gute und Gottes Segen zu wünschen.

Gemeinsames Pilgern auf der Via Baltica 

Am Freitagnachmittag begeben sich rund 100 Synodale auf einen gemeinsamen Pilgerweg. Unter dem Motto „Unterwegs mit Dir“ führt der zehn Kilometer lange  Weg von Herrnburg im östlichen Umland Lübecks bis zur St. Jakobikirche in der Lübecker Innenstadt. Der Pilgerpastor der Nordkirche, Bernd Lohse, sowie das Team des Zukunftsprozesses führen die Synodalen auf der sogenannten Via Baltica, dem Jakobsweg in Richtung Santiago. Auf der Strecke, die auch die ehemalige innerdeutsche Grenze passiert, sollen Synodale und Leitungsverantwortliche über die Zukunft der Nordkirche ins Gespräch kommen. Abschluss ist um 18 Uhr ein gemeinsamer Gottesdienst aller Synodaler in der St. Jakobikirche.

 

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