1. August 2019 | Evangelisches Allianzhaus Bad Blankenburg

„Hoch und heilig - das ist kein Selbstläufer!“

01. August 2019 von Hans-Jürgen Abromeit

124. Bad Blankenburger Allianzkonferenz, Hebräer 2,1-18 Bibelarbeit (zugrunde liegt die Übersetzung der Basisbibel)

In Greifswald wurde in den letzten Tagen das Rock-Musical „Jesus Christ Superstar“ gespielt. Dem Theater-Vorpommern ist eine grandiose Open-Air-Aufführung gelungen. Fast alle Veranstaltungen waren ausverkauft. Orchester und Ballett, Schauspielern, Opernchor und Solisten gelang eine einmalige Leistung. Daran kam auch die „Ostsee-Zeitung“ (OZ) nicht vorbei, die einzige regionale Tageszeitung an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns und bis 1989 das Zentralorgan der SED im Bezirk Rostock. Ausgerechnet einem Journalisten aus dieser längst vergangenen Zeit wird die Berichterstattung über die Aufführung der Rockoper übertragen. In der Ausgabe der OZ vom Dienstag kommt auch er nicht umhin, die Aufsehen erregende Darstellung zu loben, lässt aber als einzige Zuschauerin nur eine stadtbekannte Altkommunistin zu Wort kommen. Diese sagt: „‚Jesus Christ‘ habe sie künstlerisch überzeugt, aber das Thema habe ihr nicht gefallen.“[1] Das Thema Jesus Christus gefällt nicht.

Diese Aussage scheint mir heute weithin auf Zustimmung zu stoßen, nicht nur bei Altlinken, sondern auch bei Neulinken und Rechten, bei Intellektuellen und auch bei weniger Gebildeten. Kulturell ist man interessiert an den Dauerhits der geistlichen Musikgeschichte, sei es nun „Jesus Christ Superstar“ von Andrew Lloyd Webber, an Georg Friedrich Händels „Messias“ oder an Johann Sebastian Bachs „Weihnachtsoratorium“. Kultur ist gut, aber die Inhalte werden abgelehnt oder sind schlicht unbekannt. Für die geistige Lage in Europa typisch scheint mir das Ringen um einen Gottesbezug in der Verfassung für Europa, die dann am Ende trotz aller Bemühungen nicht angenommen wurde. Nach mehreren Versuchen wurde 2004 bei dem Entwurf für eine europäische Verfassung auf die Benennung Gottes, Jesu Christi oder der Christenheit verzichtet. Aber auch die selbsternannten Verteidiger des sogenannten Christlichen Abendlandes, zum Beispiel bei Pegida oder ähnlichen rechtslastigen Bestrebungen, wissen wenig Inhalt zu nennen, der das Abendland christlich macht. Vielmehr scheinen Deutschland und Europa insgesamt von „Christophobie“ geprägt, ganz anders als andere Weltgegenden. Eine Phobie ist eine krankhafte Angst, eine psychische Störung vor einer bestimmten Situation oder einem bestimmten Zustand[2]. Christophobie meint eine schon krankhaft zu nennende Störung. Diese Krankheit verhindert, dass Europa sich seiner Wurzeln besinnt. Das Thema gefällt nicht.

Was aber ist das christliche Erbe Europas? Genauer: Was ist der Kern des Christentums? Auf diese Fragen hält das zweite Kapitel des Hebräerbriefes zwei wichtige Antworten bereit:
Das christliche Erbe Europas lässt sich nur antreten, wenn wir die Bibel Alten und Neuen Testaments beachten. Ohne Kenntnis der Bibel werden wir „am Ziel vorbeitreiben“, wie es in Vers 1 heißt.
Der Kern des christlichen Glaubens ist die Person Jesu Christi, vor allem sein Sterben für uns.

Hebräer 2 teilt sich auf in diese zwei Abschnitte, einen kürzeren, der uns warnt, die große Rettungstat Gottes und die Bibel nicht zu missachten, und einen längeren, der auf eine ganz einmalige Art und Weise das Wesen Jesu Christi herausarbeitet. Es lässt sich ja manches über Jesus Christus sagen. Der Hebräerbrief nennt uns das, worauf es ankommt.

Sich an das Wort Gottes halten!
Zielverfehlung ist das Schlimmste, was einem passieren kann. Das Leben mag Spaß machen. Vielleicht erreicht man auch etwas. Mag sein, ein kleines Glück, mag sein, einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde. Aber wenn man sein Ziel verfehlt, dann ist alles umsonst. Unser Ziel ist es, einmal bei Gott anzukommen. Wir sind von Gott nicht nur für diese Welt geschaffen, sondern auch für die zukünftige. Wenn wir dort nicht ankommen, haben wir unser Ziel verfehlt. Das ist schrecklich! Was nützt es uns, wenn von uns einmal gesagt wird: Er war ein bedeutender Mann, aber leider hat er die Botschaft, die Gott ihm hat ausrichten lassen, nicht beachtet. Deswegen hat er sein Lebensziel verpasst. Sie wurde von allen geschätzt, aber selbst schätzte sie das Wort Gottes nicht. Deswegen wusste sie nicht, worauf es ankommt.

Der Verfasser des Hebräerbriefes warnt uns: „Deshalb ist es notwendig, dass wir uns umso genauer an das halten, was wir gehört haben. Sonst treiben wir am Ziel vorbei.“(V. 1)

Zu Recht werden das Judentum und das Christentum als Offenbarungsreligionen bezeichnet. Beide gehen davon aus, dass der Mensch nichts Göttliches in sich hat. Von sich aus weiß er nichts von Gott. Wenn der Mensch sich Gedanken über Gott macht, landet er doch immer wieder bei sich selbst. Wer Gott ist und was er will, kann sich der Mensch nicht ausdenken. Aber Gott teilt seinen Willen und sich selbst seinen Menschen mit. Gott offenbart sich. Er schließt sich den Menschen selbst auf. Da Gott der Schöpfer ist und den Menschen gemacht hat, sind Gott und Mensch kategorial unterschieden. Gott ist Gott und der Mensch sein Geschöpf. Dass der Mensch etwas von Gott weiß, ist kein Selbstläufer.

Judentum und Christentum sind ursprünglich auch keine Buchreligionen. Gott übergibt seinen Leuten nicht ein Buch, nachdem sich jetzt alle richten müssen. Gott hat vielmehr Boten geschickt, Menschen oder Engel in den Dienst genommen, die in seinem Namen geredet haben. Das Thema „Engel“ interessiert den Hebräerbrief, besonders auch die Frage eines Unterschieds zwischen den Engeln und dem Sohn. Der Hebräerbrief nimmt in 2,2 die damals im Judentum verbreitete Vorstellung auf, dass die Übermittlung der Offenbarung durch einen Engel geschehen ist. Wir hätten hier ja eher erwartet, dass Mose als zentraler Übermittler der Thora, des Gesetzes, genannt würde. Aber um das Gesetz geht es hier. Ausdrücklich wird schon als Folge der Nichteinhaltung des Gesetzes genannt: „jeder, der es übertrat oder ungehorsam war, hat seine gerechte Strafe bekommen“. Das Gesetz nicht zu halten, hat Folgen.

Schon die durch Engel vermittelte Verkündigung war und ist verbindlich, vertrauenswürdig und verlässlich. In der Mitte von Judentum und Christentum steht ursprünglich nicht die Übergabe einer Schrift, sondern Gott offenbart sich Menschen, die davon Zeugnis geben. Das ist ein großer Unterschied. Die Heilige Schrift ist der schriftliche Niederschlag einer ursprünglich direkt erlebten, mündlichen Offenbarung. In Vers 3 wird im Blick auf Jesus Christus nicht von der Übermittlung einer Schrift, auch nicht einer Lehre, sondern einer Rettungstat gesprochen: „Wie sollen wir dann erst davonkommen, wenn wir die große Rettungstat missachten?“ Andere Übersetzungen reden hier von „Seligkeit“ (Luther 2017) oder „Heil“ (katholische Einheitsübersetzung). Sicher ist wichtig, was Jesus Christus gelehrt hat oder was die Apostel verkündigt haben. Aber der Hebräerbrief weist uns darauf hin: ausschlaggebend ist nicht Jesu Lehre, sondern das, was er für uns getan hat. Einmalig, unüberbietbar ist nicht das Wort Jesu – so wichtig es ist! Einmalig, unüberbietbar ist das Werk Jesu. Es ist die soteria (griechisch), „die Rettung, das Heil“.

Wer Jesu Wort folgt, wird weise und religiös. Aber nur wer mit seinem ganzen Leben auf Jesu Leiden, Sterben und Auferstehen vertraut, wird gerettet. Jesu Lehre macht klug. Jesu Werk macht einen neuen Menschen.

Aber es besteht kein Gegensatz zwischen Lehre und Werk Jesu. Im Grunde hat Jesus mit seiner Lehre schon auf sein Werk hingewiesen: Der Anfang der Rettung „liegt schließlich darin, dass der Herr selbst sie verkündet hat. Das wurde uns von Ohrenzeugen zuverlässig bestätigt“ (V. 3b). Gott selbst hat sie beglaubigt, „durch Zeichen und Wunder“ und „machtvolle Taten“. Schließlich bestätigt Gott diese Botschaft, indem er bei ihrer Verkündigung seinen Geist, den „Heiligen Geist“ austeilt, wie und wann er will.

Von dieser Übermittlung der Offenbarung Gottes erfahren wir in der Bibel. Deswegen ist es so unendlich wichtig, auf die Bibel zu achten. Die Bibel ist nicht das Heil. Aber wir erfahren in ihr von diesem Heil, von dieser Rettung. Ein Leben ist umsonst, das von dieser Rettung nichts weiß und nicht aus diesem Heil lebt.

Nach dieser ersten Aufforderung, die Offenbarung Gottes in der Bibel zu suchen, damit wir das Ziel nicht verfehlen, spitzt der Hebräerbrief die Botschaft noch einmal zu:

Der Kern des christlichen Glaubens ist das Sterben Jesu Christi für uns.

Es geht ja um die Anteilhabe an der künftigen Welt. Dieses Ziel sollen wir nicht verpassen. Den Zugang zu dieser zukünftigen Welt eröffnen nicht die Engel. „Die künftige Welt, von der hier die Rede ist, hat Gott ja nicht den Engeln unterstellt“ (V: 5). Die Engel wurden damals im Umfeld des Hebräerbriefes hoch geschätzt. Trotzdem sind sie nicht so wichtig wie Jesus Christus. Die ganze folgende Argumentation mit Schriftzitaten hat nur dieses eine Ziel, den grundlegenden Unterschied zwischen den Engeln und Jesus zu begründen. Auch wenn Gott in der Menschwerdung Jesu Christi Jesus für die Zeit seines Erdenlebens „für eine kurze Zeit geringer gestellt [hat] als die Engel“ (V. 7), hat er ihm doch am Ende „alles zu Füßen gelegt“ (V. 8). Jesus ist ganz in die Tiefe gekommen, damit er von Gott ganz in die Höhe erhöht wird.

Alles hat Gott Jesus zu Füßen gelegt, nichts davon ausgenommen (V. 8). Jesus ist der Herr aller Herren, auch wenn wir jetzt noch nichts davon sehen, weil der Machtantritt Jesu noch nicht öffentlich ist. Hier rührt der Bibeltext an ein tiefes Geheimnis: „Jesus trägt Ehre und Herrlichkeit als Krone, weil er den Tod erlitten hat. Denn Gott wollte in seiner Gnade, dass sein Tod uns zu Gute kommt“ (V. 9). Es ist ein Paradox: Jesus ist erhöht worden, weil er sich selbst erniedrigt hat. Gott hat Jesus geehrt, weil Jesus auf seine Ehre verzichtet hat.

Wir wissen: Die Krone, die Jesus trägt, ist eine Dornenkrone. Seine Ehre ist, dass er für uns ganz nach unten gegangen ist. Das Leiden und Sterben gehört zu Jesus untrennbar hinzu. Wir haben nicht Jesus, wenn wir einen Glaubenshelden aus ihm machen. Die sogenannten „Deutschen Christen“ waren Menschen zurzeit des Nationalsozialismus, in den dreißiger und vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts, die gleichzeitig den damaligen Star Adolf Hitler anhimmelten und Christen sein wollten. Sie sahen in Jesus einen großen Glaubenshelden. Er war großartig, blond und arisch. Sie blendeten aus, dass Jesus Jude war und nur auf dem Hintergrund des Alten Testaments und der jüdischen Tradition zu verstehen ist. Jesus war kein Siegertyp. Er war und ist ein ganz normaler Mensch, der gelitten hat und für seine Überzeugung gestorben ist. Nicht das Siegen, sondern das Leiden ist zu seiner Signatur geworden.

Aber das galt ja nicht nur damals. Auch heute geilt diese Welt nach Siegern. Nur kein Verlierer sein. Der Beste ist, der die meisten „Likes“ hat. Da kann man auch schon mal 200.000 Likes kaufen, Hauptsache, man kommt groß raus. Wenn das Gesicht oder die Figur nicht so ist, dass man damit eine Siegerin wird, kein Problem, der Schönheitschirurg wird es schon richten.

Gott will den Himmel voll haben, deswegen schickt er uns keinen Sieger, sondern einen Vollender. Immer wieder kommt dieses Stichwort im Hebräerbrief vor: „Vollenden“. „So entspricht es dem Wesen Gottes, der Ursache und Ursprung von allem ist: Er will ja viele Kinder in seine Herrlichkeit bringen. Deshalb hat er den, der sie zur Rettung führen sollte, durch Leiden zur Vollendung gebracht“ (V. 10). Jesus ist für uns zum Verlierer geworden, damit er uns in den Himmel bringt.

Wer vor Gott treten will, muss heilig sein, sonst vergeht er. Wir sind aber als Menschen nicht heilig, sondern sündig. Wir haben in unserem Leben immer wieder Dinge getan, die vor Gott nicht bestehen können. Deswegen brauchen wir Vergebung. Wem vergeben ist, der wird fähig, vor Gott zutreten. So sind wir nicht heilig, aber Jesus macht uns heilig und bringt uns so an das Ziel, in die Ewigkeit, zu Gott.

Wir stehen hier an einem der theologisch wichtigsten Themen. Es geht darum, dass im Leiden Christi zwei Aspekte zusammenkommen, das Mitleiden und das Sühneleiden. Häufig werden diese Aspekte heute getrennt. Da sind die einen und die vertreten eine politische Theologie. Sie sind aufgebracht von all dem Elend, das auf dieser Welt geschieht und dem die Menschen ausgeliefert sind: Armut, Hunger, Missbrauch. Dann betont man, dass Jesus Christus dieses Elend geteilt hat und solidarisch mit uns Menschen mitgelitten hat. Es gibt kein Elend, das Jesus nicht gekannt hat. Jesu Leiden ist dann Mit-Leiden.

Da sind die anderen, die die Schuldhaftigkeit der menschlichen Existenz betonen. Jeder Mensch ist Sünder und zutiefst erlösungsbedürftig. Sie wissen um den tiefen Graben zwischen Mensch und Gott. Sünde hat ja im Deutschen etwas mit Trennung zu tun. Gott ist heilig und der Mensch ist ein Sünder. Da gibt es kein hinüber und herüber. Nur weil Jesus stellvertretend für die Sünden einer ganzen Menschheit stirbt, ist Vergebung möglich. Nur so macht er diejenigen, die an ihn glauben, heilig und eröffnet ihnen neu einen Zugang zu Gott.

Der Hebräerbrief verbindet beide Bedeutungen. Der Sohn, Jesus, wird vollendet, indem er mit den Menschen mitleidet. Das ist eine ungeheure Aussage. In Jesus ist ja Gott selbst auf dem Plan. Indem er sich für die Menschen hingibt, opfert sich Gott selbst für seine Menschen und leidet. Das ist unglaublich: Gott leidet! Kein Mensch der Antike konnte das sich vorstellen oder denken: Gott leidet! War Gott nicht unwandelbar und deshalb unfähig zu leiden? Das entsprach der philosophischen Denkweise von Gott.

Im Gegensatz dazu formuliert der Hebräerbrief in 5, 7ff: „In den Tagen seines irdischen Lebens hat Jesus seine Gebete und sein Flehen vor Gott gebracht. Mit lautem Rufen und unter Tränen brachte er sie vor Gott. Denn der konnte ihn aus dem Tod retten. Und aufgrund seiner Ehrfurcht vor Gott ist er erhört worden. Obwohl er der Sohn war, musste er durch das, was er gelitten hat, den Gehorsam lernen. So wurde er zur Vollendung gebracht. Seitdem ist er für alle, die ihm gehorsam sind, der Urheber ihrer ewigen Rettung geworden.“ Der Sohn wird vollendet, indem er durch Anfechtungen und Leiden hindurch muss. Indem der Sohn mit den Menschen solidarisch mitleidet, erlöst er die Menschen.

Es gibt eine tiefe Verbindung zwischen dem solidarischen Mitleiden Jesu und seinem sühnewirkenden Tod. Beide Aspekte des Sterbens Jesu gehören unbedingt zusammen. Nur in dieser Fülle der Bedeutung entfaltet das Sterben Jesu seine Wirkung. Deswegen redet der Hebräerbrief von der „Vollendung“. Im Mitleiden Jesu erfährt Gott die Tiefe des Leids, das Äußerste und volle Menschsein. Nur als solch wirklicher Mensch steht Jesus uns bei. Ein Halbgott wäre kein Beistand. So aber kann Jesus dem Leidenden zur Seite stehen und sagen: „Ich kenne dein Leid!“. So ist der Sohn Gottes ganz Mensch geworden und übernimmt als solcher die Sünde einer ganzen Menschheit. Weil Jesus – wie es hier heißt – „in jeder Hinsicht“ (V. 17) den Menschen gleich geworden ist, deswegen hat er einen außerordentlichen priesterlichen Dienst übernehmen können. Er ist zu einem „Hohenpriester“ eigener Art geworden. Hier fällt diese für den Hebräerbrief wichtige Bezeichnung Jesu zum ersten Mal. Seine Aufgabe wird auch gleich erklärt: „Er sollte vor Gott für sie eintreten, um für die Schuld des Volkes Vergebung zu erlangen“ (V.17). Jesus kann Sündenvergebung bewirken, weil er gelitten hat. Nur der Sohn Gottes, der ganz Mensch wurde, kann zur Brücke zu Gott werden.

Lassen Sie mich mit einer persönlichen Erfahrung schließen. Ich denke daran, wie ich eine krebskranke junge Mutter bei ihrem Sterben begleitet habe. Natürlich war es für sie furchtbar, ihre drei kleinen Kinder zurücklassen zu müssen. Aber es war ihr ein Trost, dass sie das Unerledigte in Jesu Händen zurücklassen konnte. Die Schuld ihres Lebens, sie wusste sie vergeben, als wir Abendmahl miteinander feierten, und ihr im Namen Jesu zugesprochen wurde: „Mein Leib – für dich gegeben! Mein Blut – für dich vergossen!“ Und dann musste ich ihr immer wieder die Geschichte vom Leiden und Sterben Jesu vorlesen. Sie war zu Tränen gerührt, wenn ich die Szene am Kreuz Christi las und Jesus dort schrie: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen.“ Dann weinte sie, weil sie sich in ihrer Verlassenheit nicht allein wusste. Selbst Jesus hat diese Gottverlassenheit durchgemacht. Das war ihr letzter Trost. Sie wusste – wie es der letzte Vers von Hebräer 2 sagt: Jesus „selbst wurde ja durch sein Leiden auf die Probe gestellt. Deshalb kann er den Menschen helfen, die auf die Probe gestellt werden“ (V. 18).

Wie gut, dass wir solch einen Herrn haben, der, weil er ganz mit uns gelitten hat, uns auch Vergebung unserer Schuld schenken kann.

 

[1] Ostseezeitung (Greifswalder Ausgabe) 30.7.2019, 9: Reinhard Amler zitiert Rita Duschek.

[2] Es war kein geringerer als der exzellente Jurist Joseph H.H. Weiler, ein in Südafrika geborener Jude, der diesen Begriff 2004 für die Blockade einführte, die verhindert, dass Europa auf seine kulturellen und geistigen Grundlagen zurückgreift, sie pflegt und kreativ weiterentwickelt; vgl. Michael Welker, Gottes Offenbarung. Christologie, Neukirchen-Vluyn 2012, 29.

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