04. Juli 2026 | Ökumenisches Forum HafenCity Hamburg

Impulsreferat auf dem Internationalen Kirchenkonvent zu dem Thema „Stand der Interkulturellen Kirchenentwicklung der Nordkirche“

04. Juli 2026 von Kristina Kühnbaum-Schmidt

Gemeinsam Kirche gestalten – Vier Jahre Internationaler Kirchenkonvent 

„Ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Jesus Christus.“ 

Liebe Schwestern und Brüder, 
liebe Mitglieder des Internationalen Kirchenkonvents, 

wie schön, heute hier zu sein! Wenn ich in diesen Raum schaue, erfüllt mich pure Freude. Denn ich sehe Menschen unterschiedlicher Herkunft, verschiedener Sprachen und Frömmigkeitstraditionen. Ich sehe eine Gemeinschaft, die von der Vielfalt der weltweiten Kirche Jesu Christi lebt. Wie wunderbar! Eine Gemeinschaft, in der Vielfalt nicht als Problem erscheint, das bewältigt werden muss, sondern als Geschenk Gottes.  

Als Internationaler Kirchenkonvent zeigen Sie: Diese Vielfalt ist keine Zukunftsvision, sondern Gegenwart. Deshalb möchte ich heute nicht zuerst darüber sprechen, wie internationale Gemeinden oder Menschen mit internationaler Geschichte Teil der Nordkirche werden können - sie sind ja langst Teil der weltweiten Kirche Jesu Christi. Sie sind lebendige Gemeinden, Sie feiern Gottesdienste, übernehmen Verantwortung, begleiten Menschen seelsorglich und tragen das Evangelium weiter.  

Die eigentliche Frage lautet vielmehr: Entspricht auch unsere Nordkirche der Wirklichkeit, die wir hier sehen und erleben? Spiegeln unsere Strukturen, unsere Leitung, unsere Sprache und unser Selbstverständnis diese gelebte Vielfalt wider? Oder anders gefragt: Sind wir bereit, uns von der Vielfalt, die Gott seiner Kirche schenkt, selbst verändern zu lassen? Darüber möchte ich heute mit Ihnen nachdenken. 

Seit 2022 gibt es in der Nordkirche den Prozess der interkulturellen Öffnung. Dabei wurde das Referat für Interkulturelle Kirchenentwicklung eingerichtet. Nicolas Moumouni und Julia Karimi gestalten diesen Weg mit großer fachlicher Kompetenz, ökumenischer Erfahrung und persönlichem Engagement. Ich bin sehr dankbar dafür. Aber ebenso wichtig ist mir die Einsicht: Interkulturelle Kirchenentwicklung ist kein Projekt unter vielen. Sie ist auch kein zusätzlicher Arbeitsbereich, der neben anderen Aufgaben bearbeitet werden muss. Sondern: Sie gehört zum Wesen von Kirche. 

Denn die Kirche Jesu Christi ist von Anfang an eine Kirche der Vielfalt. Pfingsten erzählt, dass Menschen in unterschiedlichen Sprachen das Evangelium hören. Die Geschichte des Christentums ist deshalb keine Geschichte kultureller Einheit. Sie ist die Geschichte einer Gemeinschaft, die immer wieder neu gelernt hat, das Evangelium in unterschiedlichen Sprachen, Kulturen und Lebenswelten zu bezeugen. Einheit in Christus bedeutet nicht Gleichförmigkeit, sondern Gemeinschaft in Verschiedenheit. Alle sind Gottes Ebenbild. 

Deshalb ist interkulturelle Kirchenentwicklung Ausdruck unseres Glaubens an Jesus Christus. Sie fragt danach, wie wir heute Kirche sein können, damit die befreiende Botschaft des Evangeliums alle Menschen erreicht – und zwar nicht nur als Einladung zum Dabeisein, sondern als Einladung zum Mitgestalten. Denn Kirche lebt davon, dass Christus uns zu Geschwistern macht. „Ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Jesus Christus.“ 

Das verändert die Perspektive grundlegend: Nicht Integration in bestehende Strukturen. Sondern gemeinsame Verantwortung und die Entstehung von Neuem. Nicht ein Nebeneinander unterschiedlicher Gruppen. Sondern eine Kirche, die sich vom Evangelium verändern lässt. Eine solche Kirche entsteht nicht von selbst. Sie braucht die Bereitschaft, sich selbst immer wieder im Licht des Evangeliums zu prüfen.  

Viele internationale Gemeinden sind seit Jahrzehnten Teil des kirchlichen Lebens in Norddeutschland. Menschen mit internationalen Biografien, mit Flucht- oder Migrationserfahrungen und People of Color, deren Familien seit Generationen in Deutschland leben, bringen ihre Gaben in unsere Kirche ein. Sie bringen Mehrsprachigkeit mit, andere geistliche Traditionen, ökumenische Erfahrungen, Resilienz, Hoffnung und einen Reichtum an theologischen Perspektiven. Deshalb möchte ich beim Thema interkulturelle Kirchenentwicklung nicht über Menschen sprechen, die eines Tages Teil unserer Kirche werden sollen. Sondern mit Menschen, die längst schon Kirche Jesu Christi sind. 

Zugleich berichten sie von Erfahrungen, die schmerzen. Von Erfahrungen der Unsichtbarkeit, fehlender Teilhabe an Leitung oder subtiler Ausgrenzung. Sie erzählen davon, dass sie freundlich aufgenommen werden, ihre Perspektiven jedoch seltener gefragt sind. Dass sie selbstverständlich mitarbeiten dürfen, Leitungsverantwortung jedoch häufig anderen zugetraut wird. Dass ihre Frömmigkeit oder ihre Ausdrucksformen christlichen Glaubens manchmal als „anders“ oder „ungewohnt“ wahrgenommen werden, obwohl sie doch Teil derselben weltweiten Kirche Jesu Christi sind. Dazu gehören das ständige Erklären der eigenen Herkunft, das Gefühl, Ausnahme zu sein, oder die Erfahrung, dass bestimmte Frömmigkeitsformen als „anders“ gelten. Solche Erfahrungen betreffen nicht nur Individuen, sondern die Frage nach Zugehörigkeit im Kern. Und damit das Evangelium selbst. Denn Jesus Christus begegnet Menschen nicht als Vertreterinnen und Vertretern bestimmter Gruppen. Er begegnet ihnen, er begegnet und allen als Ebenbildern Gottes. 

Deshalb es reicht nicht aus, Vielfalt einfach nur wertzuschätzen. Wir müssen uns vielmehr fragen, ob alle Glieder des Leibes Christi tatsächlich dieselben Möglichkeiten haben, ihre Gaben einzubringen. Die sechste Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung, der Religionsmonitor der Bertelsmann Stiftung, die Studie Zwischen Abgrenzung und Nächstenliebe sowie weitere Untersuchungen zeigen, dass Menschen religiöse Vielfalt heute überwiegend als Teil ihrer Lebenswirklichkeit erfahren. Gleichzeitig machen sie deutlich, dass gesellschaftliche Teilhabe nicht für alle gleichermaßen selbstverständlich ist. Auch in kirchlichen Zusammenhängen bestehen Barrieren fort. Deshalb verstehen wir interkulturelle Kirchenentwicklung nicht als zusätzliches Arbeitsfeld neben anderen. Sondern als Querschnittsaufgabe. Sie betrifft unsere Verkündigung ebenso wie unsere Seelsorge. Sie betrifft unsere Gottesdienste ebenso wie unsere Personalentwicklung. Sie betrifft unsere Bildungseinrichtungen ebenso wie unsere Verwaltung. Sie betrifft unsere Gemeinden ebenso wie unsere Synoden und Leitungsorgane. 

Mit anderen Worten: Interkulturelle Kirchenentwicklung fragt nicht zuerst: Was müssen sich andere aneignen, um bei uns anzukommen? Sie fragt: Was muss sich bei uns verändern, damit wir gemeinsam Kirche sein können? Ich halte diesen Perspektivwechsel für entscheidend. Denn lange Zeit haben wir in Deutschland darüber gesprochen, dass Menschen sich in bestehende Strukturen einfügen, sich integrieren sollen. Das Evangelium aber erzählt eine andere Geschichte. Es erzählt davon, dass Gott selbst eine neue Gemeinschaft schafft. Nicht indem Unterschiede verschwinden. Sondern indem Menschen lernen, ihre Unterschiede als Gabe Gottes zu verstehen. Deshalb ist Interkulturalität auch keine Einbahnstraße. Sie bedeutet nicht, dass Menschen mit internationalen Biografien sich an die Nordkirche anpassen. Sie bedeutet, dass wir in der Nordkirche von ihnen lernen. Denn die internationalen Gemeinden sind nicht deshalb wichtig, weil sie unsere Kirche vielfältiger machen. Sie sind wichtig, weil wir nur zusammen Kirche Jesu Christi sind. 

Von Ihrer Frömmigkeit können wir lernen. Von Ihrer Hoffnung. Von  Ihrer  Beharrlichkeit. Von Ihrer Freude am Gottesdienst. Von ihren weltweiten ökumenischen Beziehungen. Interkulturelle Kirchenentwicklung ist deshalb kein Weg, auf dem eine vermeintliche Mehrheitskirche anderen Menschen Teilhabe ermöglicht. Sie ist ein gemeinsamer Weg, auf dem wir entdecken, dass wir einander brauchen. 

Und genau deshalb gehört zu den ersten Schritten dieses Weges die Bereitschaft, rassismuskritisch zu lernen. Rassismuskritik ist kein Nebenschauplatz kirchlicher Arbeit. Sie gehört in die Mitte unseres kirchlichen Selbstverständnisses. Denn wo Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, ihrer Herkunft oder ihrer Sprache geringgeschätzt oder ausgeschlossen werden, wird die Gemeinschaft verletzt, zu der Christus uns berufen hat. Rassismuskritik ist deshalb für mich keine Zusatzaufgabe der Kirche. Sie ist Ausdruck unserer Bereitschaft, uns vom Evangelium korrigieren zu lassen. Das Evangelium ruft uns immer wieder zur Umkehr. Umkehr bedeutet nicht nur persönliches Fehlverhalten zu erkennen. Sie bedeutet auch, Strukturen, Gewohnheiten und Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen, die Menschen verletzen oder ausschließen – oft, ohne dass wir es beabsichtigen. Auch unsere Kirche ist davon nicht frei. 

Das anzuerkennen, fällt nicht immer leicht. Denn niemand hört gern, dass das eigene Handeln oder die eigene Institution Menschen verletzen könnten. Viele haupt- und ehrenamtlich Engagierte setzen sich mit großer Hingabe für andere Menschen ein. Dafür bin ich von Herzen dankbar. Gerade deshalb geht es in der rassismuskritischen Arbeit nicht darum, Menschen unter Generalverdacht zu stellen oder ihnen schlechte Absichten zu unterstellen. Es geht um etwas anderes. Es geht darum, gemeinsam zu erkennen, dass Rassismus mehr ist als offene Anfeindung oder bewusst diskriminierendes Verhalten. Er wirkt oft dort, wo wir ihn gerade nicht vermuten: in Routinen, Erwartungen, Bildern und unausgesprochenen Normalitätsvorstellungen. Er zeigt sich darin, wessen Kompetenz wir selbstverständlich voraussetzen. Er zeigt sich darin, welche Formen christlicher Spiritualität wir als vertraut empfinden und welche wir als außergewöhnlich beschreiben. Er zeigt sich darin, wer selbstverständlich Leitung übernimmt und wer sich immer wieder erst beweisen muss. Er zeigt sich darin, welche Geschichten wir erzählen – und welche unerzählt bleiben. 

Deshalb beginnt rassismuskritische Kirchenentwicklung mit einer einfachen, aber tiefgreifenden Frage: Wie erleben Menschen unsere Kirche? Nicht: Wie meinen wir es? Sondern: Wie wird unser Handeln erfahren? Fühlen sich Menschen wirklich als gleichberechtigte Geschwister? Oder erleben sie, dass sie sich immer wieder erklären müssen? Fühlen sie sich frei, ihre Gaben einzubringen? Oder haben sie den Eindruck, sich zunächst an eine unausgesprochene kirchliche Normalität anpassen zu müssen?  

Ich bin dankbar, dass viele Menschen in unserer Nordkirche bereit sind, sich diesen Fragen zu stellen. Gleichzeitig möchte ich heute ausdrücklich diejenigen würdigen, die uns diese Fragen oft überhaupt erst gestellt haben. Viele Menschen, die Rassismus erlebt haben, haben ihre Erfahrungen mit großer Geduld in unsere Kirche eingebracht. Manche haben dies unter erheblicher persönlicher Belastung getan. Sie haben Verletzungen benannt, auf blinde Flecken hingewiesen und immer wieder darum gerungen, dass ihre Erfahrungen ernst genommen werden. Ich empfinde dafür großen Respekt. Denn Veränderung beginnt oft damit, dass Menschen den Mut haben, auszusprechen, was andere lieber übersehen würden. 

Unsere Aufgabe als Kirche besteht dann nicht darin, diese Erfahrungen vorschnell zu erklären oder einzuordnen. Unsere Aufgabe besteht zunächst darin, zuzuhören. Zuhören ist eine geistliche Haltung. Wer zuhört, verzichtet darauf, sich selbst sofort zu verteidigen. Wer zuhört, lässt sich verändern. Ich glaube, genau darin liegt eine der wichtigsten geistlichen Übungen interkultureller Kirchenentwicklung. Aus dieser Haltung heraus hat die Nordkirche in den vergangenen Jahren wichtige Schritte unternommen. 

Mit der Einrichtung der Stelle von Pastorin Daniela Konrädi als Referentin für rassismuskritische Bildungsarbeit wurde deutlich: Dieses Thema gehört nicht an den Rand kirchlicher Arbeit, sondern in ihre Mitte. Ihre Arbeit hat wesentlich dazu beigetragen, dass rassismuskritische Bildung theologisch fundiert, praktisch orientiert und zugleich geistlich verantwortet geschieht. Gemeinsam mit Nicolas Moumouni hat sie die Broschüre „Ich bin dabei! Wie Kirche einen rassismuskritischen Weg gehen kann“ veröffentlicht. Ich freue mich sehr darüber, dass diese Veröffentlichung weit über die Nordkirche hinaus Beachtung gefunden hat. Nicht, weil sie einfache Antworten gibt. Sondern weil sie Menschen ermutigt, sich gemeinsam auf einen Lernweg zu begeben. Sie verbindet biblische und theologische Grundlagen mit praktischen Erfahrungen und konkreten Handlungsmöglichkeiten. Sie macht deutlich, dass rassismuskritisches Lernen kein Spezialthema für wenige Interessierte ist, sondern alle betrifft, die Kirche gestalten. 

Ebenso wichtig sind die Antirassismus- und Empowerment-Workshops, die inzwischen in Hamburg, Kiel, Schwerin und Rostock stattfinden. In diesem Jahr konnten bereits sieben mehrtägige Trainings gemeinsam mit dem Verein Phoenix durchgeführt werden. Diese Workshops schaffen Räume, in denen Menschen lernen können, über Erfahrungen mit Rassismus zu sprechen, eigene Prägungen zu reflektieren und neue Formen des Miteinanders einzuüben. Sie sind keine Pflichtübung. Sie sind Orte kirchlicher Lernprozesse. Deshalb war es für die Kirchenleitung selbstverständlich, diesen Weg selbst mitzugehen. Die Mitglieder der Kirchenleitung, die Bischöfinnen und Bischöfe, die Pröpstinnen und Pröpste, die Referentinnen und Referenten der Bischofskanzleien sowie das Büro der Kirchenleitung haben an Antirassismus-Workshops teilgenommen. Ich halte das für ein wichtiges Zeichen. Denn Veränderung gewinnt dort Glaubwürdigkeit, wo diejenigen, die Verantwortung tragen, sich selbst in Lernprozesse hineinbegeben. Wer andere zum Lernen einlädt, muss selbst lernbereit bleiben. Das gilt für uns alle. 

Zur rassismuskritischen Bildungsarbeit gehört auch der Blick auf die nächste Generation. Mit dem Leitfaden für diskriminierungssensible und diversitätsorientierte Kinderbücher wurde ein Instrument geschaffen, das Kitas, Gemeinden und Familien dabei unterstützt, Kindern eine Welt zu zeigen, in der Vielfalt selbstverständlich ist. Kinder lernen früh, wer sichtbar ist und wer nicht. Sie lernen früh, welche Geschichten erzählt werden und welche fehlen. Auch darin trägt Kirche Verantwortung. Wenn Kinder erleben, dass Menschen unterschiedlicher Hautfarben, Sprachen und kultureller Hintergründe selbstverständlich Teil biblischer, kirchlicher und gesellschaftlicher Wirklichkeit sind, dann lernen sie etwas Wesentliches über Gottes gute Schöpfung. Auch das gehört zu unserem Bildungsauftrag. Und schließlich gehört zur rassismuskritischen Kirchenentwicklung auch die Bereitschaft, unsere eigene Geschichte neu anzuschauen, unsere Geschichte mit ihren kolonialen Verflechtungen. 

Wie viele europäische Kirchen war auch unsere Kirche in historische Zusammenhänge eingebunden, die von Kolonialismus, Überlegenheitsvorstellungen und rassistischen Denkmustern geprägt waren. Manche dieser Vorstellungen haben kirchliches Handeln unmittelbar beeinflusst. Andere wirken bis heute nach – oft leise, oft unbemerkt. Diese Geschichte offen anzuschauen bedeutet nicht, unsere Vergangenheit auf Schuld zu reduzieren. 

Es bedeutet vielmehr, ihr in ihrer ganzen Wahrheit zu begegnen. Denn als Christinnen und Christen wissen wir: Wahrheit und Versöhnung gehören zusammen. Versöhnung entsteht nicht dadurch, dass wir schwierige Kapitel vergessen. Sie wächst dort, wo wir bereit sind, sie anzusehen, Verantwortung zu übernehmen und daraus zu lernen. Ich bin deshalb dankbar, dass wir in der Nordkirche diesen Weg bewusst eingeschlagen haben. Mit Simone Schreiner als Referentin für Dekolonisierung wurde ein Arbeitsbereich aufgebaut, der sich dieser Aufgabe widmet. Die Tagungen „Nordkirche dekolonial“ in Breklum haben wichtige Räume eröffnet, in denen historische Forschung, internationale Perspektiven und kirchliche Praxis miteinander ins Gespräch gekommen sind. 

Dabei ist deutlich geworden: Dekolonisierung ist weit mehr als historische Aufarbeitung. Sie fragt danach, welche Bilder von Kirche wir bis heute in uns tragen. Welche theologischen Stimmen wir hören – und welche wir über lange Zeit überhört haben. Welche Erfahrungen unser kirchliches Selbstverständnis geprägt haben – und welche kaum vorkommen. Und sie fragt danach, wie wir das Evangelium heute so bezeugen können, dass wir nicht unbewusst alte Machtverhältnisse fortschreiben. Gerade die Begegnung mit Christinnen und Christen aus Afrika, Asien, Lateinamerika und den pazifischen Regionen eröffnet uns hier neue Horizonte. Sie erinnern uns daran, dass Europa nicht das Zentrum des Christentums ist.  

Die Mehrheit der Christinnen und Christen lebt heute im globalen Süden. Viele der dynamischsten theologischen Entwicklungen unserer Zeit entstehen dort. Diese Erkenntnis verändert unseren Blick. Wir begegnen internationalen Gemeinden dann nicht mehr in erster Linie als Gastgeberinnen und Gastgeber. Wir begegnen ihnen als Schwestern und Brüdern, von denen wir lernen dürfen. Das ist ein Perspektivwechsel, der unsere Kirche verändern kann. Denn interkulturelle Kirchenentwicklung bedeutet nicht nur, Räume zu öffnen. Sie bedeutet auch, Deutungsmacht zu teilen. Sie bedeutet, anzuerkennen, dass das Evangelium aus unterschiedlichen kulturellen Erfahrungen heraus immer wieder neu verstanden wird. Ich wünsche mir, dass wir diesen Reichtum noch viel stärker als Geschenk begreifen. 

Ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist die gemeinsame Auseinandersetzung mit der kolonialen Gefallenengedenktafel im Hamburger Michel. Der Runde Tisch und das Symposium zum kolonialen Erbe im Kirchraum haben gezeigt, dass Erinnerung nicht trennt, wenn sie gemeinsam gestaltet wird. Im Gegenteil: Wo Menschen mit unterschiedlichen Erfahrungen gemeinsam auf Geschichte schauen, entstehen neue Formen des Verstehens. Kirche wird glaubwürdig, wenn sie sich ihrer Geschichte nicht entzieht. Dasselbe gilt für den Einsatz gegen Menschenfeindlichkeit in unserer Gegenwart. Rassismus steht niemals für sich allein. Er verbindet sich häufig mit Antisemitismus, antimuslimischem Rassismus, Antiziganismus, Antifeminismus, Queerfeindlichkeit und anderen Formen der Menschenfeindlichkeit. 

Als Kirche dürfen wir diese Entwicklungen nicht schweigend beobachten. Denn überall dort, wo Menschen in ihrer Würde angegriffen werden, ist das Ebenbild Gottes betroffen. Deshalb freue ich mich auch über den Sammelband Kirche gegen den Hass, den Sönke Lorberg-Fehring gemeinsam mit Bettina Schlauraff herausgegeben hat. Die Beiträge zeigen eindrucksvoll, dass Gemeinden Orte sein können, an denen demokratische Kultur gestärkt, Hass widersprochen und Menschenwürde geschützt wird. Sie machen zugleich deutlich: Antirassismus ist keine Spezialaufgabe einiger weniger Engagierter. Er gehört zur Nachfolge Jesu Christi. 

Im März 2025 hat das Referat für Interkulturelle Kirchenentwicklung seinen Zwischenbericht unter dem Titel Kirche im Aufbruch – Wie Interkulturalität die Nordkirche transformieren und bereichern kann vorgelegt. Ich finde diesen Titel bemerkenswert. Er spricht nicht nur von Bereicherung. Er spricht von Transformation. Und genau darum geht es. Interkulturelle Kirchenentwicklung will unsere Kirche nicht dekorativ vielfältiger machen. Sie will sie verändern. Sie lädt uns ein, Gewohntes zu hinterfragen, Macht zu teilen und neue Formen gemeinsamer Verantwortung zu entwickeln. Vielleicht ist das die größte Herausforderung dieses Prozesses. Denn Vielfalt allein verändert noch nichts. 

Erst wenn unterschiedliche Menschen tatsächlich Einfluss auf Entscheidungen haben, wenn unterschiedliche Spiritualitäten sichtbar werden, wenn verschiedene theologische Stimmen gehört werden und wenn Leitung gemeinsam wahrgenommen wird, beginnt sich eine Institution wirklich zu verändern. Deshalb gehört für mich ein dritter Gedanke untrennbar zu Antirassismus und Dekolonisierung: die Diversifizierung unserer Leitungs- und Entscheidungsgremien. Denn die Frage, wer mit am Tisch sitzt, entscheidet oft darüber, welche Fragen überhaupt gestellt werden. Wer Verantwortung trägt, prägt die Kultur einer Kirche. Und deshalb ist Repräsentation keine symbolische Frage. Sie ist eine Frage guter Leitung. 

Deshalb hat die Kirchenleitung im Januar 2022 im Gesamtkonzept zur interkulturellen Öffnung zwölf Leitprojekte beschrieben. Dazu gehören u.a.: „Rassismuskritisch Kirche sein.“, aber auch: „Mitarbeit in der Nordkirche – Auf dem Weg zu einem neuen Wir.“ Ich halte diesen Titel für besonders gelungen. Denn es geht tatsächlich um ein neues Verständnis von „Wir“. Dieses „Wir“ entsteht nicht dadurch, dass Menschen mit unterschiedlichen Biografien in bestehende Strukturen aufgenommen werden. Es entsteht dort, wo unterschiedliche Menschen gemeinsam Verantwortung tragen. Deshalb reicht es nicht aus, Vielfalt wertzuschätzen. Sie muss auch sichtbar werden. In unseren Kirchenvorständen. In Synoden. In Leitungsgremien. In unseren Einrichtungen. In unseren Ausschüssen. In der hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeit. Nicht weil Diversität ein Selbstzweck wäre. Sondern weil unsere Entscheidungen besser werden, wenn unterschiedliche Erfahrungen, Perspektiven und Kompetenzen einbezogen werden. Eine Kirche, deren Leitung die Vielfalt ihrer Mitglieder widerspiegelt, gewinnt an Glaubwürdigkeit. Und sie gewinnt an geistlicher Tiefe. Denn der Heilige Geist spricht nicht nur durch diejenigen, die schon immer Verantwortung getragen haben. Er spricht durch die ganze Gemeinde. Dabei stehen wir noch am Anfang 

Ein weiterer Schwerpunkt betrifft die Seelsorge in interkulturellen und interreligiösen Kontexten. Ich halte dieses Leitprojekt für außerordentlich bedeutsam. Denn Seelsorge beginnt immer mit dem aufmerksamen Hören auf den Menschen, der mir begegnet. Wer Menschen seelsorglich begleitet, begegnet ihnen nie nur als Mitglied einer Religion oder einer Kultur. Er begegnet einem einzigartigen Menschen mit seiner eigenen Lebensgeschichte. Gerade deshalb braucht gute Seelsorge heute interkulturelle Kompetenz. Sie braucht die Fähigkeit, unterschiedliche religiöse Prägungen wahrzunehmen, kulturelle Missverständnisse zu erkennen und Menschen in ihrer jeweiligen Lebenswirklichkeit ernst zu nehmen. Das bedeutet nicht, den eigenen christlichen Glauben aufzugeben. Im Gegenteil. Gerade wer im eigenen Glauben verwurzelt ist, kann anderen Menschen offen begegnen. 

Hier können wir von den internationalen Gemeinden viel lernen. Viele von Ihnen leben seit Jahren selbstverständlich in interkulturellen und interreligiösen Nachbarschaften. Sie bringen Erfahrungen mit, die für die gesamte Nordkirche von großer Bedeutung sind. Ich wünsche mir deshalb, dass diese Erfahrungen künftig noch stärker in unsere Ausbildungs- und Fortbildungsprogramme einfließen. Ein wichtiger Schritt ist bereits getan.Das Pastoralkolleg in Ratzeburg hat seine Weiterbildungsangebote für Pastorinnen und Pastoren aus dem Internationalen Kirchenkonvent geöffnet. Ich freue mich darüber sehr. Gleichzeitig wünsche ich mir, dass daraus noch mehr entsteht als gemeinsame Fortbildung. Ich wünsche mir Orte gemeinsamer theologischer Reflexion. Orte, an denen wir nicht nur nebeneinander lernen, sondern miteinander. Denn auch hier gilt: Interkulturelle Kirchenentwicklung bedeutet nicht, Wissen weiterzugeben. Sie bedeutet, Wissen miteinander zu teilen. 

Ein weiteres Leitprojekt heißt: Gottesdienst und liturgische Formen. Vielleicht zeigt sich gerade hier besonders deutlich, ob wir bereit sind, voneinander zu lernen. Unsere Liturgien tragen einen reichen Schatz evangelischer Tradition. Darauf dürfen wir stolz sein. Aber auch Liturgien leben. Sie verändern sich. Sie nehmen neue Erfahrungen auf. Sie finden neue Ausdrucksformen für dieselbe gute Nachricht. Internationale Gemeinden bringen hier einen großen Reichtum mit. Andere Formen des Gebets. Andere musikalische Traditionen. Andere Rhythmen des Feierns. Andere Formen gemeinschaftlicher Beteiligung. Ich wünsche mir, dass wir diesen Reichtum nicht als Besonderheit betrachten, sondern als Geschenk für unsere gemeinsame Kirche. Denn auch liturgische Vielfalt ist Ausdruck der einen Kirche Jesu Christi. 

Wenn ich auf diese und alle weiteren Leitprojekte schaue, wird deutlich, dass sie alle auf dieselbe Frage zulaufen: Wie können wir Kirche so gestalten, dass sie der Vielfalt des Leibes Christi entspricht? Das betrifft unsere Bildungsarbeit ebenso wie unsere Personalentwicklung. Unsere Öffentlichkeitsarbeit ebenso wie unsere kirchlichen Gebäude. Unsere Partnerschaften ebenso wie unsere theologischen Ausbildungswege. Es betrifft unsere Sprache. Unsere Bilder. Unsere Entscheidungsprozesse.  

Das Evangelium lädt uns ein, zu sehen: Vielfalt ist keine Belastung. Sie ist eine Verheißung. Sie fordert uns heraus. Sie macht uns manchmal unsicher. Sie stellt Gewohntes infrage. Aber gerade dadurch eröffnet sie neue Möglichkeiten, Gottes Wirken zu entdecken. Deshalb möchte ich an dieser Stelle noch etwas sagen, was mir besonders wichtig ist. Interkulturelle Kirchenentwicklung darf niemals dazu führen, dass die Verantwortung für Veränderung allein auf den Schultern derjenigen liegt, die bisher Ausgrenzung erfahren haben. Nicht Menschen mit internationalen Biografien oder People of Color tragen die Aufgabe, unsere Kirche interkulturell zu machen. Diese Verantwortung tragen wir alle. Sie liegt besonders bei denjenigen, die Leitungsverantwortung innehaben. Denn wer Macht hat, trägt auch Verantwortung dafür, Macht zu teilen. Wer Strukturen gestaltet, trägt Verantwortung dafür, dass sie niemanden ausschließen. Und wer Kirche leitet, trägt Verantwortung dafür, dass Menschen nicht nur willkommen sind, sondern selbstverständlich dazugehören. 

Ich weiß, dass dieser Weg Zeit braucht. Veränderungen kirchlicher Kultur geschehen nicht über Nacht. Neue Gewohnheiten entstehen nicht durch einen Beschluss. Und doch bin ich zuversichtlich. Denn ich sehe an vielen Orten unserer Nordkirche, dass dieser Wandel bereits begonnen hat. Ich sehe Gemeinden, die ihre Gottesdienste gemeinsam vorbereiten. Ich sehe internationale Gemeinden und Ortsgemeinden, die miteinander feiern. Ich sehe Pastorinnen und Pastoren, die voneinander lernen. Ich sehe Ehrenamtliche, die neue Formen gemeinsamer Verantwortung entwickeln. Ich sehe junge Menschen, für die kulturelle Vielfalt längst selbstverständlich ist. All das macht mir Hoffnung. 

Und zugleich dürfen wir uns damit nicht zufriedengeben. Denn Hoffnung ist im christlichen Sinn niemals Selbstzufriedenheit. Sie ist die Kraft, den nächsten Schritt zu gehen. Genau deshalb möchte ich zum Schluss meines Impulses noch drei sehr konkrete Herausforderungen benennen.  

Die erste Herausforderung betrifft Räume. Immer wieder höre ich von internationalen Gemeinden, dass sie nur schwer Orte finden, an denen sie regelmäßig Gottesdienst feiern oder Gemeindeleben gestalten können. Ich weiß, dass viele Kirchengemeinden ihre Gebäude bereits großzügig öffnen. Dafür danke ich ausdrücklich. Und doch bleibt hier noch viel zu tun. Kirchliche Räume sind niemals nur Gebäude. Sie sind Ausdruck unserer Gemeinschaft. Wenn wir Räume teilen, teilen wir mehr als Schlüssel. Wir teilen Vertrauen. Wir teilen Verantwortung. Und wir machen sichtbar, dass diese Kirche uns gemeinsam gehört. Ich möchte deshalb alle Kirchengemeinden herzlich ermutigen, weiterhin nach Möglichkeiten zu suchen, internationale Gemeinden zu unterstützen und gemeinsame Nutzung selbstverständlich werden zu lassen. Nicht aus Großzügigkeit. Sondern weil wir gemeinsam Kirche sind. 

Eine zweite Herausforderung liegt mir ebenso am Herzen. Es braucht mehr Räume der Begegnung zwischen den Pastorinnen und Pastoren der Nordkirche und den Pastorinnen und Pastoren der internationalen Gemeinden. Vieles geschieht bereits. Ich freue mich sehr darüber, dass das Pastoralkolleg seine Fortbildungsangebote geöffnet hat. Aber ich glaube, wir können noch weitergehen. Gemeinsames Lernen beginnt nicht erst im Seminarraum. Es beginnt dort, wo wir einander besuchen, miteinander Gottesdienst feiern, uns über unsere Erfahrungen in der Seelsorge austauschen und gemeinsam darüber nachdenken, wie wir heute das Evangelium bezeugen. Ich wünsche mir, dass auf der Ebene der Kirchenkreise, der Konvente und der Regionen noch mehr solcher Begegnungsräume entstehen.  

Eine dritte Herausforderung möchte ich ebenfalls benennen. Immer wieder wird der Wunsch nach einer kirchlichen Meldestelle für rassistische Vorfälle an uns herangetragen. Bisher verfügen wir in der Nordkirche noch nicht über eine solche Stelle. Wir brauchen aber eine gute Lösung, damit Menschen, falls sie in unserer Kirche Rassismus erleben, damit nicht allein bleiben. Es muss selbstverständlich sein, dass Menschen wissen, an wen sie sich dann ggf. wenden können. Dass ihnen zugehört wird. Dass ihre Erfahrungen ernst genommen werden. Und dass sie Unterstützung erfahren. 

Liebe Schwestern und Brüder, 

wenn ich auf die vergangenen vier Jahre schaue, dann sehe ich vieles, wofür ich dankbar bin. Ich sehe Menschen, die mit großer Leidenschaft und hoher fachlicher Kompetenz diesen Weg gestalten. Ich sehe Gemeinden, die neue Formen des Miteinanders erproben. Ich sehe Haupt- und Ehrenamtliche, die bereit sind, Gewohntes zu hinterfragen. Ich sehe internationale Gemeinden, die ihre Erfahrungen, ihre Spiritualität und ihre Hoffnung mit großer Geduld und großer Treue in unsere Kirche einbringen 

Vor allem aber sehe ich, dass Gottes Geist unter uns wirkt. Er wirkt überall dort, wo Menschen beginnen, einander wirklich zuzuhören. Er wirkt dort, wo wir lernen, Unterschiede nicht als Bedrohung, sondern als Bereicherung zu verstehen. Und er wirkt dort, wo wir entdecken, dass wir einander brauchen. Wir stehen mit der interkulturellen Kirchenentwicklung noch nicht am Ziel. Vieles ist schon gelungen. Vieles liegt noch vor uns. Das sollte uns weder entmutigen noch ungeduldig machen.  

Denn Kirche verändert sich nicht durch Programme allein. Sie verändert sich durch Menschen, die sich vom Evangelium verändern lassen. Ich wünsche mir eine Nordkirche, in der noch mehr Menschen unterschiedlicher Hautfarbe, Herkunft, Sprache und kultureller Prägung selbstverständlich gemeinsam beten, entscheiden, leiten und Verantwortung tragen. Eine Nordkirche, in der internationale Gemeinden selbstverständlicher Teil dessen sind, was Kirche Jesu Christi in Norddeutschland heute ist. Eine Nordkirche, die sich noch mehr von den Erfahrungen der weltweiten Christenheit bereichern lässt und gerade darin ihrem eigenen Auftrag neu begegnet. 

„Ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Jesus Christus.“ Gemeinsam berufen. Gemeinsam beschenkt. Gemeinsam verantwortlich. Wenn uns das leitet, dann wird interkulturelle Kirchenentwicklung kein zeitlich begrenztes Projekt bleiben. Dann wird sie zu einer Haltung. Zu einer geistlichen Praxis. Zu einer Kirche, die immer mehr zu dem wird, was sie in Christus längst ist. Zum Schluss möchte ich danken. 

Zunächst danke ich Ihnen – den Mitgliedern des Internationalen Kirchenkonvents und den internationalen Gemeinden unserer Nordkircheund dabei insbesondere Ihnen, lieber Prince Ossai Okeke und Stephen Apedo. Sie beide besonders, aber auch Sie alle haben Erfahrungen eingebracht, Fragen gestellt, Geduld bewiesen und unsere Kirche immer wieder herausgefordert, genauer hinzusehen. Sie haben uns damit nicht nur auf notwendige Veränderungen aufmerksam gemacht. Sie helfen unserer Kirche, dem Evangelium neu zuzuhören. 

Mein Dank gilt ebenso Nicolas Moumouni, Julia Karimi, Daniela Konrädi, Simone Schreiner sowie allen Mitarbeitenden des Referats für Interkulturelle Kirchenentwicklung und allen, die sich in Gemeinden, Kirchenkreisen, Diensten und Werken mit großem Engagement auf diesen Weg gemacht haben. Gott segne Ihren Dienst. Gott segne unsere gemeinsame Kirche. Und Gott schenke uns den Mut, miteinander weiterzugehen - „im Glauben  als Gottes Kinder in Jesus Christus.“ 

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