Jugendliche aus Südkorea, den USA und der Nordkirche setzen Zeichen für Frieden und Verständigung

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt im Gespräch mit Teilnehmenden der Friedensspiele. @Jonny Franzke/Nordkirche
Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt im Gespräch mit Teilnehmenden der Friedensspiele. @Jonny Franzke/Nordkirche

30. Juli 2026 von Dieter Schulz

Nach zehn Tagen gemeinsamen Lernens, Diskutierens und Erlebens haben Jugendliche aus Südkorea, den USA und der Nordkirche ihre internationale Begegnungskonferenz in Hamburg mit einem öffentlichen Begegnungsabend abgeschlossen. Im Mittelpunkt standen Frieden, Verständigung und der internationale Austausch junger Menschen.

Mit einem öffentlichen Begegnungsabend im Ökumenischen Forum HafenCity ist am Donnerstag (30. Juli 2026) die internationale Jugendbegegnung von Teilnehmenden aus Südkorea, den Vereinigten Staaten und der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) zu Ende gegangen. Nach zehn Tagen gemeinsamen Lernens, Diskutierens und Erlebens präsentierten die Jugendlichen die Ergebnisse ihrer Begegnungskonferenz und zeigten ihre Begeisterung für das, was sie gemeinsam erleben durften: mit Unterschieden leben und Frieden spielerisch einüben.

Reisesegen und Zertifikate für Teilnehmende

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt sprach den Jugendlichen einen Reisesegen für ihre weitere Reise und ihren zukünftigen Lebensweg zu. Zudem erhielten die Teilnehmenden Zertifikate, die ihr Engagement im internationalen Austausch und in der Friedensbildung würdigen. „Die Nordkirche sieht in solchen Begegnungen einen wichtigen Beitrag zur internationalen ökumenischen Verständigung. Gerade im Austausch mit jungen Menschen aus Korea und den Vereinigten Staaten wird sichtbar, wie Frieden durch persönliche Begegnung, gegenseitiges Zuhören und gemeinsames Handeln wachsen kann“, sagte die Landesbischöfin.

Wer den Frieden will, muss den Frieden vorbereiten

Oberkirchenrätin Uta Andrée zeigte sich von den Begegnungen beeindruckt: „Es geht nicht um den Frieden in den USA oder den Frieden an der nord-südkoreanischen Grenze oder den Frieden in jedem einzelnen von uns. Das sind keine Alternativen. Egal, wo Frieden beginnt, breitet er sich aus, ist unwiderstehlich und bahnt sich seinen Weg. Das ist die Botschaft, mit der die ‚Peacemaker‘ (Friedensstifter) aus den USA und Korea zu uns gekommen sind. Davon durften wir lernen und uns mit ihrem Netzwerk verknüpfen. Wer den Frieden will, muss den Frieden vorbereiten. Diesem Ziel haben die Friedensspiele gedient.“

Initiative der Border Peace School

Die Begegnung geht auf die Initiative der Border Peace School zurück. Die Schule engagiert sich in der Grenzregion zwischen Nord- und Südkorea für Friedensbildung, Dialog und Verständigung. Seit mehreren Jahren bestehen Kontakte zur Nordkirche, die unter anderem durch Begegnungsreisen nach Südkorea vertieft wurden. Darüber hinaus pflegt die Nordkirche enge Beziehungen zu christlichen Partnern in Südkorea sowie zur Koreanischen Evangelischen Gemeinde Hamburg-Lokstedt.

Offen zu sein für andere

„Am Anfang unseres Camps war es ziemlich schwierig, sich zu verständigen – wegen der Sprache, aber auch wegen anderer Unterschiede. Aber je länger wir miteinander redeten, desto besser haben wir uns verstanden. Und dabei haben wir auch verstanden, worauf es beim Frieden ankommt: offen zu sein für andere, Unterschiede nicht als Probleme zu betrachten und einander zu vertrauen“, blicken Won-U, Won-Il und Yeram aus den koreanischen Gemeinden in Deutschland auf die gemeinsame Zeit zurück.

Begegnungen über kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg

Im Mittelpunkt des Begegnungsabends standen die Erfahrungen der Jugendlichen. Sie berichteten von Begegnungen über kulturelle, sprachliche und nationale Grenzen hinweg und beschrieben in einem Theaterstück, welche Impulse sie aus den Friedensspielen und Workshops für ihr persönliches Engagement mitnehmen. Deutlich wurde dabei die Bedeutung direkter Begegnungen und des offenen Dialogs in einer Zeit wachsender gesellschaftlicher und globaler Spannungen. Die internationale Konferenz verstand sich als Lernort für Friedensarbeit und demokratische Teilhabe. Themen wie Versöhnung, Erinnerungskultur, Menschenrechte und der konstruktive Umgang mit Konflikten prägten den Austausch.

Traditionelle koreanische Musik verdeutlicht interkulturellen Charakter

Für den musikalischen Rahmen sorgte eine Samulnori-Gruppe der Koreanischen Evangelischen Gemeinde Hamburg-Lokstedt. Mit traditionellen Trommeln und Gongs gestalteten die Musikerinnen und Musiker ein eindrucksvolles Percussionprogramm, das den interkulturellen Charakter der Veranstaltung unterstrich und beim Publikum auf große Resonanz stieß.

Hintergrund: Border Peace School

Die Border Peace School in Cheorwon nahe der Demilitarisierten Zone zwischen Nord- und Südkorea engagiert sich in der koreanischen Grenzregion für Friedenspädagogik und internationale Verständigung. Die Jugendbegegnung bringt regelmäßig junge Menschen aus Südkorea, den USA und Deutschland zusammen. Erstmals durfte die Nordkirche das Treffen ausrichten. Die Koreanische Evangelische Gemeinde Hamburg-Lokstedt ist seit vielen Jahren ein wichtiger Brückenbauer zwischen Norddeutschland und Korea und unterstützt den Austausch zwischen den Partnern.

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