Ewigkeitssonntag

Krankenhausseelsorgerin: Jede Träne putzt die Seele

© Ralf Skirr, unsplash

17. November 2021 von Alessa Pieroth

Pastorin Mona Rieg (53) ist Krankenhausseelsorgerin im Klinikum Itzehoe. Hier trifft sie täglich auf viele Gründe für Trauer. Wie man damit umgeht, verrät sie im Interview.

Frau Pastorin Rieg, wie fühlt sich Trauer an?

Trauer ist ein Ausnahmezustand. Es herrscht komplettes Gefühlschaos, es tut einem alles weh, man weint, zum Teil unvermittelt, ist wütend, hat vor manchem Angst und ist gleichzeitig für vieles dankbar. Man muss unglaublich viel sortieren. Rein körperlich kann man sehen, wie viel Energie und Kraft dieser Prozess kostet.

Pastorin Mona Rieg ist Seelsorgerin im Klinikum Itzehoe.
Pastorin Mona Rieg ist Seelsorgerin im Klinikum Itzehoe.© privat

Haben Sie ein Trauer-Rezept?

Es gibt kein Patentrezept, aber es gibt einige Dinge, die man versuchen kann. Zum Beispiel Reden. In der ersten Trauerzeit – bis zur Bestattung – kann man hierzulande ganz viel erzählen. Danach wird es schwieriger, ein offenes Ohr zu finden. Die Menschen haben genug gehört: „Jetzt muss es doch weitergehen.“ Hilfreich kann auch sein, eine gesunde Wut zu entwickeln. Zorn gehört zu den Trauerphasen dazu. Zorn auf Gott, Zorn auf Ärzte, die nicht helfen konnten, Zorn auf mich selbst oder den Verstorbenen. Wie bei einem Vulkanausbruch kommt da auch eine Menge Dreck raus. Weinen ist wichtig. Jede Träne putzt die Seele. Auch der Glaube kann helfen. Beim Beten kann man schimpfen, klagen oder wütend sein. Gott hört zu, auch wenn sonst keiner da ist.

Kann man auch falsch trauern?

Nein. Aber wenn man merkt, dass man in der Trauer feststeckt, sie nicht von alleine weniger wird, sollte man sich Hilfe suchen.

Wie kann ich mein Kind beim Trauern unterstützen?

Je nachdem wie jung das Kind ist, hat es noch keinen Begriff von Endlichkeit. Das entwickelt sich erst mit etwa neun Jahren. Kinder trauern in ihrem eigenen Rhythmus. Es kann sein, dass ein Kind erstmal nicht trauert und dafür vier Monate später einen entsetzlichen Weinkrampf bekommt, weil etwa die Oma gestorben ist. Kinder haben ihr eigenes Tempo, besonders in der Trauer. Ich sage immer: Lasst Sie einfach. Wir sollten nicht von unseren Kindern erwarten, dass sie genauso trauern wie wir. Und: es gibt eine Menge altersgerechter Bücher zum Thema – Bilderbücher und Geschichten, die oft ein Gespräch miteinander über Tod und Trauer möglich machen.

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