Gedenken

Kranzniederlegung für NS-Widerstandskämpfer Hans Leipelt

Er war Unterstützer der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" und musste dafür mit seinem Leben bezahlen. Am 18. Juli wäre der Hamburger Hans Leipelt 100 Jahre alt geworden. Erinnert wird daran mit einer Kranzniederlegung.
Er war Unterstützer der Widerstandsgruppe "Weiße Rose" und musste dafür mit seinem Leben bezahlen. Am 18. Juli wäre der Hamburger Hans Leipelt 100 Jahre alt geworden. Erinnert wird daran mit einer Kranzniederlegung. © Nathan Dumlao, Unsplash

16. Juli 2021

Mit einer Kranzniederlegung erinnert die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN BdA) am Sonntag (18. Juli) um 15 Uhr am Weiße-Rose-Mahnmal in Hamburg-Volksdorf an Hans Leipelt. Der Harburger unterstützte die NS-Widerstandsgruppe "Weiße Rose" und wäre am 18. Juli 100 Jahre alt geworden.

Weil er ihre Flugblätter abschrieb und verteilte, wurde er vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 29. Januar in München hingerichtet. Der Wilhelsmburger erlitt damit das gleiche Unrecht wie viele seiner Freunde und Verbündete. 

Hans Leipelt stammte aus einer zum evangelischen Glauben konvertierten jüdischen Familie. Seine Schwester Maria (1925-2008), die ihn später bei seinem Widerstand unterstützte, war vier Jahre jünger. Die beiden Kinder wuchsen auf der Elbinsel Wilhelmsburg und im damals noch selbstständigen Harburg auf. Der Vater Konrad Leipelt, technischer Direktor der Wilhelmsburger Zinnwerke, starb 1942.

Schwester Maria ist Verbündete 

Im Herbst 1940 hatte Leipelt in Hamburg ein Chemiestudium begonnen, musste dies jedoch nach einem Jahr wegen seiner jüdischen Wurzeln aufgeben. Ungeachtet aller Zulassungsbestimmungen ermöglichte der Nobelpreisträger Prof. Heinrich Wieland (1877-1957), Leiter des chemischen Instituts der Münchener Universität, die Fortsetzung des Studiums.

In München fand Leipelt im Februar 1943 ein Flugblatt der "Weißen Rose", das zum Widerstand gegen das NS-Regime aufrief. Zusammen mit seiner Freundin Marie-Luise Jahn schrieb er es auf einer Reiseschreibmaschine mehrfach ab und reichte es an Freunde in Hamburg und München weiter. Bald schloss sich auch seine Schwester Maria der Aktion an.

Im Oktober 1943 wurde Leipelt in München verhaftet, seine Schwester einen Monat später. Im Dezember 1943 wurde auch seine Mutter Dr. Katharina Leipelt verhaftet. Sie beging unmittelbar nach ihrer Einweisung in das Hamburger Polizeigefängnis Fuhlsbüttel in ihrer Zelle Selbstmord.

Hinrichtung in München

Hans und Maria Leipelt mussten lange auf ihren Prozess warten. Am 13. Oktober 1944 wurde Hans Leipelt vom Volksgerichtshof in Donauwörth (Bayern) zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde drei Monate später, am 29. Januar 1945, im Gefängnis München Stadelheim vollstreckt.

Seine Schwester Maria wurde am 14. April 1945 von amerikanischen Truppen aus dem Frauengefängnis in Bayreuth befreit, noch bevor der Volksgerichtshof den Prozess gegen sie und andere Angeklagte in Hamburg hätte eröffnen können. Nach dem Zweiten Weltkrieg emigrierte sie in die USA, wo sie als Dozentin für Biochemie an der Harvard University und am Massachusetts Institute of Technology lehrte. Sie starb 2008 im Alter von 83 Jahren in Concord (Massachusetts).

Mehr zum Leben Leipelts

In Wilhelmsburg können die Lebensstationen von Hans Leipelt mit einem digitalen Stadtrundgang besucht werde, wie die Stolperstein-Initiative Harburg mitteilte.

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