Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und Landesbischöfin Kristina Kühnbaum Schmidt würdigen Bedeutung der Lübecker Welterbestätten
14. Juli 2026
Der Bund fördert die Kirche St. Marien zu Lübeck und den Dom zu Lübeck mit 20,5 Mio. Euro. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und Landesbischöfin Kristina Kühnbaum Schmidt betonen die Verantwortung für den Erhalt der Lübecker Welterbestätten.
Mit insgesamt 20,5 Millionen Euro unterstützt die Behörde des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien die umfassende Sanierung zweier herausragender Kirchengebäude der Lübecker Altstadt: die Kirche St. Marien zu Lübeck und den Dom zu Lübeck. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer übergab am Dienstag die Förderbescheide an die Landesbischöfin der Evangelisch‑Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) Kristina Kühnbaum‑Schmidt, Pastor Robert Pfeifer (Kirche St. Marien zu Lübeck) und Pastorin Margrit Wegner (Dom zu Lübeck).
Bundesförderung stärkt kulturelles Erbe und gesellschaftlichen Zusammenhalt
Kulturstaatsminister Wolfram Weimer sagte vorab: „Der Lübecker Dom und die Kirche St. Marien machen sichtbar, warum es wichtig ist, unsere Kulturbauten zu erhalten: Sie bewahren Geschichte, schaffen Räume für Begegnung und geben auch kommenden Generationen Orientierung – sie stiften Identität weit über ihre religiöse Funktion hinaus. Diese Orte müssen gepflegt und erhalten werden. Es freut mich, dass wir dieses Vorhaben mit Fördermitteln in Höhe von 20,5 Millionen Euro unterstützen können. Mein Dank gilt den engagierten Handwerkerinnen und Handwerkern, die hier mit großem Engagement arbeiten, sowie der Kirchengemeinde und dem Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages, der regelmäßig Gelder für Investitionen in Kulturbauten im gesamten Land zur Verfügung stellt.“
Kirchen als Orte der bergenden Hoffnung und Weltkultur
„Unsere Kirchen laden dazu ein, himmelwärts zu blicken. Sie zu erhalten heißt, mit dafür zu sorgen, dass die Blickrichtung himmelwärts, die Blickrichtung der Hoffnung, Liebe und Barmherzigkeit nicht verloren geht“, sagte Landesbischöfin Kristina Kühnbaum‑Schmidt. „Ich bin von Herzen dankbar für das große Engagement, das diesen Tag möglich gemacht hat. Mein Dank gilt den Engagierten in den Kirchengemeinden, der Stiftung 7Türme+, den Mitarbeitenden in Verwaltung und Politik sowie allen, die diesen segensreichen Weg von der ersten Antragstellung bis zur Bewilligung mitgetragen haben. Ebenso danke ich dem Bund für das Vertrauen, das er mit dieser Förderung zum Ausdruck bringt.“ Sie betonte: „Unsere Kirchen sind Orte lebendiger Glaubensgeschichte und kultureller Identität. Sie prägen Städte und Landschaften, stiften Gemeinschaft. Sie sind bergende Räume, in denen Menschen singen, beten, ihr Leid klagen und ihre Hoffnung feiern – Orte des Gottvertrauens und der Nächstenliebe. Für diese Verbindung von Weltkultur und gelebtem Glauben stehen der Dom zu Lübeck und die Kirche St. Marien zu Lübeck.“
Gemeinsame Verantwortung für das kulturelle Gedächtnis
Die Leitende Geistliche der Nordkirche erklärte weiter: „Der Erhalt unserer Kirchen ist Teil unserer gemeinsamen Verantwortung. Ich bin von Herzen dankbar für diese bedeutenden Bundesmittel. Sie leisten einen entscheidenden Beitrag dazu, dass wir als Nordkirche hier in Lübeck diese herausragenden Zeugnisse unseres kulturellen Gedächtnisses bewahren und für kommende Generationen sichern können.“Sie unterstrich: „Kirchengebäude sind nicht nur steinerne Zeugen unserer Vergangenheit – sie sind Räume, in denen Menschen bis heute und auch zukünftig Geborgenheit, Stärkung und Gottes Segen auf ihrem Weg durch das Leben erfahren.“
St. Marien zu Lübeck: lebendiges Stück eines gemeinsamen Erbes
Die Übergabe des Förderbescheids für die Kirche St. Marien zu Lübeck in Höhe von 14 Millionen Euro fand direkt neben den Probeschürfungen für die baldigen archäologischen Ausgrabungen statt. Pastor Robert Pfeifer zeigte sich bewegt von der Unterstützung des Bundes: „Die Förderung des Bundes ist für unsere Kirchengemeinde mit all ihren Ehrenamtlichen ein starkes Zeichen der Wertschätzung und des Vertrauens. Dafür sind wir von Herzen dankbar. Mit dieser Unterstützung können wir die dringend notwendige Sanierung der Lübecker Marienkirche in Angriff nehmen und zugleich unserer gemeinsamen Verantwortung für dieses einzigartige Bauwerk gerecht werden. St. Marien ist weit mehr als ein Gotteshaus – sie ist ein herausragender Teil des UNESCO‑Weltkulturerbes der Hansestadt Lübeck und ein Ort von nationaler und internationaler Bedeutung. Wir sind stolz, gemeinsam mit Bund, Land, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, dem Ev.-Luth. Kirchenkreis Lübeck‑Lauenburg und vielen weiteren Partnern dazu beizutragen, dieses kostbare kulturelle und geistliche Erbe für kommende Generationen zu bewahren.“
Dom zu Lübeck: Baumaßnahmen können beginnen
Beim anschließenden Besuch des Doms zu Lübeck überreichte der Staatsminister den Förderbescheid über 6,5 Millionen Euro. Pastor Martin Klatt betonte vorab die Bedeutung der Förderung für das Großprojekt der Türmesanierung: „Die Bewilligung der Gelder bedeutet viel für den Dom. Was mich sehr bewegt, ist Freude und Dankbarkeit: So viele Menschen und Ehrenamtliche haben sich über Jahre dafür eingesetzt und daran gearbeitet, dies möglich werden zu lassen – in der Kirchengemeinde, auf politischer Ebene, in Ausschüssen, in der Verwaltung. Ihnen allen gebührt großer und herzlicher Dank. Und nun können die Baumaßnahmen wirklich beginnen. Was für eine Freude!“
