Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt predigt am Wahltag über Menschenwürde, Nächstenliebe und Verantwortung
20. September 2026
Nordkirche lädt am Wahlsonntag zu Besinnung und Orientierung: Im Gottesdienst im Schweriner Dom setzt Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt Zeichen gegen Ausgrenzung und Hass.
Am heutigen Sonntag (20. September 2026), dem Tag der Landtagswahl in Mecklenburg‑Vorpommern, predigt die Landesbischöfin der Evangelisch‑Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), Kristina Kühnbaum-Schmidt, im Schweriner Dom über die geistliche Verantwortung von Christinnen und Christen in herausfordernden Zeiten. Der Gottesdienst steht im Zeichen des Paulus‑Oratoriums von Felix Mendelssohn Bartholdy, das am Vorabend (19. September 2026, 18:00 Uhr) im Dom aufgeführt wurde.
Gottesdienst am Tag der Landtagswahl
Kristina Kühnbaum-Schmidt lädt dazu ein, den Wahlsonntag bewusst mit einem Gottesdienst zu beginnen. In ihrer Predigt nimmt sie die biblische Geschichte der Wandlung vom Saulus zum Paulus auf und fragt, welche Orientierung der christliche Glaube in einer Zeit bietet, die von gesellschaftlicher Polarisierung, Unsicherheit und scharfen politischen Auseinandersetzungen geprägt ist.
Menschenwürde und Nächstenliebe
Im Mittelpunkt der Predigt steht die Zusage, dass alle Menschen „Gotteskinder und Menschengeschwister“ sind – mit gleicher Würde und unveräußerlichen Rechten. Für Kristina Kühnbaum-Schmidt widerspricht christlicher Glaube jeder Form von Ausgrenzung, Verachtung und Gewalt. Die biblische Wende vom Saulus zum Paulus steht für die Kraft der Umkehr, der Versöhnung und der Nächstenliebe – eine Haltung, die nach Worten der Landesbischöfin „Brücken über Abgründe aus Gewalt und Verachtung“ baut.
Aufruf zur Umkehr und zur Verantwortung
Kristina Kühnbaum-Schmidt knüpft an das am Vorabend aufgeführte Paulus‑Oratorium an und verweist auf dessen biblische Grundlage. Die Wahrheit der biblischen Botschaft zu bezeugen, heiße „Abkehr von Gewalt und Ausgrenzung. Umkehr zu Nächstenliebe und Barmherzigkeit.“ Sie macht deutlich, dass Gott sich nicht für die Verletzung oder Vernichtung von Menschenleben instrumentalisieren lässt: „Wer das meint, hat Gott längst aus den Augen verloren.“
Unvereinbar mit völkischem Nationalismus
In ihrer Predigt geht Kristina Kühnbaum-Schmidt auf die geistliche Haltung ein, die Christinnen und Christen in ihrem Alltag und in gesellschaftlichen Entscheidungen leiten kann: Respekt, Barmherzigkeit, Wahrhaftigkeit und Verantwortung für die Würde aller Menschen. Sie warnt eindringlich: „Was deshalb nicht geschehen darf, ist die schleichende Gewöhnung an eine Art Normalität des Bösen, an Boshaftigkeit und Skrupellosigkeit. Denn so, mit der langsamen und sich immer mehr steigernden Gewöhnung an das Böse, an menschenverachtende Sprache, Bilder und Taten – so beginnen auch Diktaturen und Tyrannen, sich langsam in die Köpfe und Herzen der Menschen zu schleichen.“ Die Landesbischöfin zieht eine klare christliche Grenze: „Völkischer Nationalismus ist mit dem christlichen Gottes- und Menschenbild unvereinbar.“
Offener Raum für Besinnung, Gebet und geistliche Orientierung
Der Schweriner Dom ist am Wahlsonntag geöffnet und bietet Raum für Besinnung, Gebet und geistliche Orientierung. Kristina Kühnbaum-Schmidt erinnert daran, dass christliche Hoffnung im Zuspruch Gottes wurzelt: „Fürchte dich nicht, ich bin bei dir.“
