Wort zum Christfest 2016

Landesbischof Gerhard Ulrich: „Das Kind in der Krippe ist stärker als die Kräfte der Finsternis“

Gerhard Ulrich, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), fotografiert im Juli 2014 im Greifswalder Dom. Fotograf: Marcelo Hernandez/Nordkirche
Gerhard Ulrich, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), fotografiert im Juli 2014 im Greifswalder Dom. Fotograf: Marcelo Hernandez/Nordkirche© Hernandez/Nordkirche
Landesbischof Gerhard Ulrich
Landesbischof Gerhard Ulrich © Sönke Dwenger/Nordkirche

23. Dezember 2016 von Stefan Döbler

Schwerin. In seiner Weihnachtsbotschaft erinnert Gerhard Ulrich, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), an den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin: „Die Bilder aus Berlin werden uns durch dieses Weihnachtsfest begleiten und nicht loslassen. Wir sind mit unseren Gedanken und Gebeten bei den Opfern und bei denen, die um sie trauern.“ Zugleich ermutigt der Landesbischof dazu, sich nicht in die Knie zwingen zu lassen von Terror, Gewalt und Intoleranz: „Die Weihnachtsbotschaft spricht genau hinein in die Angst und Sorge, spricht die an, die sich ängstigen und nicht wissen, wie es weitergehen soll: Fürchtet euch nicht!“

Die Weihnachtsbotschaft von Landesbischof Gerhard Ulrich im Wortlaut:

„Stärkt die müden Hände und macht fest die wankenden Knie! Sagt den verzagten Herzen: ‚Seid getrost, fürchtet euch nicht! Seht, da ist euer Gott!‘“ (Jesaja 35, 3.4a)

Die Bilder aus Berlinwerden uns durch dieses Weihnachtsfest begleiten: Da, wo die weihnachtliche Botschaft vom Frieden und vom Heil für alle in Szene gesetzt und probiert wird, schlägt der Terror zu: dieser unbändige, menschenverachtende Hass. Wir sind mit unseren Gedanken und Gebeten bei den Opfern und bei denen, die um sie trauern.

Was in Berlin geschehen ist, zeigt, wie wir auch in dieser Hinsicht in einer Welt zusammenleben. Das macht uns Angst. Aber wir werden uns nicht in die Knie zwingen lassen von Terror, Gewalt und Intoleranz. Wir werden aufstehen für unsere Freiheit und wir werden zusammenrücken und das leben, was uns wichtig ist: Barmherzigkeit, Offenheit, Dialog, Demokratie und Freiheit, die in Verantwortung führt für diese Gesellschaft, in der die Schwachen eine Stimme bekommen und Fremde den Schutz, den sie benötigen. Wir werden aufstehen auch gegen jene, die nun Hass und Feindseligkeit bei uns verstärken wollen. Die Weihnachtsbotschaft spricht genau hinein in die Angst und Sorge, spricht die an, die sich ängstigen und nicht wissen, wie es weitergehen soll: Fürchtet euch nicht! Denn siehe ich verkündige euch große Freude, die allem Volk wiederfahren soll. Euch ist heute der Heiland geboren. Die Sehnsucht nach Frieden und dem Ende aller Gewalt bekommt mit Weihnachten eine Spur im Dunkel, in der Trauer. Wir werden hören und laut werden lassen, was der Engel den Hirten auf dem Felde verkündet: „Fürchtet euch nicht!“

Das ist in diesem Jahr für mich der wichtigste Teil der Weihnachtsgeschichte: nachdem den Hirten die frohe Botschaft von der Geburt des Heilands verkündet worden war, bleiben sie nicht hocken in der Finsternis, in der Rat- und Hoffnungslosigkeit. Sie kommen auf die Füße, folgen der Verheißung, sehen, was da im Stall geschehen ist. Und kehren dann zurück in den Alltag, in die Dunkelheit der Welt. Weiterzusagen, was sie gehört und gesehen haben – den Trost zu bringen der Welt, die neue Spur zu legen des Friedens.

Aufgeheizt und aufgereizt ist diese Zeit. Manch einer hat das Gefühl, es überschlagen sich die Nachrichten von bedrohlichen Entwicklungen, von erschreckenden Ereignissen. Alles scheint sich gegenseitig zu bedingen. Der gesellschaftliche Zusammenhalt schwindet, Menschen fühlen sich nicht wahrgenommen. Sie haben das Gefühl, dass ihre Meinung nicht ernstgenommen wird. Doch es gibt auch Dinge, auf die wir stolz sein dürfen: Deutschland hat im vergangenen Jahr nicht einfach die Grenzen geschlossen, sondern 1 Million Menschen aufgenommen und diese Herausforderung bewältigt. Deutschland ist ein starkes Land, besitzt eine starke Wirtschaft, eine tragfähige und liberale Kultur.

Nun ist es wichtig, genau hinzuhören, aufmerksam hinzusehen. Von Jesus können wir das lernen. Bevor er die Stimme erhebt, hört er hin, lässt sich anrühren von dem einzelnen Menschen und seinem Schicksal. Es ist wichtig, dass wir wieder beginnen, miteinander zu reden – angesichts der Welt, die aus den Fugen geraten scheint, angesichts der sozialen Spaltung in unserem Land, angesichts der Ängste, der Sorgen, der Polarisierung in unserer Gesellschaft. Dass wir gemeinsam Worte finden und Bilder von einer guten Zukunft für alle Menschen bei uns. Unsere Sehnsucht nach dem Einen ist groß, der es mit der Wahrheit genau nimmt, dass unterschiedslos alle Menschen Ebenbilder Gottes sind und eine unantastbare Würde haben, der sich die Welt nicht zurechtlügt, sondern überwindet, was das Leben bedroht.

Die Erlösung geschieht heute. In der Christnacht. Gott kommt zu uns. Als Kind in der Krippe. Machtvoll in seiner Schwäche ist es stärker als die Kräfte der Finsternis. Es strahlt uns an! Damit den Menschen ein Licht aufgehe, dass sie anfangen aufzuhören mit der verrückten Gewalt, mit der Ungerechtigkeit.

Was keine politische Macht vermag und keiner Partei gelingt – Weihnachten geschieht es: die Trostlosen werden getröstet. Die nicht mehr zu hoffen wagen, bekommen neue Kraft. Gott, das Licht der Welt, kommt in unser Leben. Wir werden in das Licht dessen gerückt, der das Leben liebt.

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