Landeserntedankfest in Berkenthin: Bischöfin Fehrs predigt über Zusammenhalt und Dankbarkeit
02. Oktober 2026
Das zentrale Landeserntedankfest in Schleswig-Holstein wird am 04. Oktober in Berkenthin im Herzogtum Lauenburg gefeiert. Der Festgottesdienst, in dem Bischöfin Kirsten Fehrs die Predigt halten wird, beginnt um 11 Uhr in der Maria-Magdalenen-Kirche.
Hamburg / Berkenthin. Am kommenden Sonntag (04.10.) wird das zentrale Landeserntedankfest Schleswig-Holsteins in Berkenthin gefeiert. Geplant ist ein Festtagsprogramm mit Ernteumzug, feierlichem Gottesdienst und buntem Erntemarkt. Im Festgottesdienst ab 11 Uhr wird Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), in der Maria-Magdalenen-Kirche predigen. In ihrer Erntedankbotschaft wirbt sie für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Wertschätzung für die Landwirtschaft und einen bewussten Umgang mit den Gaben der Schöpfung.
„Kostbares Salz“: Historisches Erbe wird zum Bild für gesellschaftlichen Zusammenhalt
Das diesjährige Landeserntedankfest steht unter dem Motto „Kostbares Salz“ und greift die Salzgeschichte Berkenthins und die Bedeutung des „weißen Goldes“ für die Region auf. Bischöfin Fehrs hebt in ihrer Predigt hervor, dass Salz weit mehr als ein Gewürz sei: „Eine Prise Salz reicht, um einen Unterschied zu machen. Im Wasser. In der Suppe. Und in einer Gemeinschaft.“ Auch Jesus benutze dieses Bild, wenn er deutlich machen will, wie wichtig jeder einzelne Mensch für ein gutes und friedliches Miteinander ist. „‚Ihr seid das Salz der Erde!‘, sagt er in der Bergpredigt und traut uns ohne weiteres zu, diese Welt zu einem besseren und heilsamen Ort machen zu können.“ Das Landeserntedankfest mache sichtbar, wie gemeinsames Engagement, Nachbarschaft und gegenseitige Wertschätzung Menschen verbinden und Hoffnung stiften können. Gerade deshalb setzt Fehrs die biblische Botschaft vom „Salz der Erde“ auch in Beziehung zu aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen.
Der spürbaren Verdrossenheit und zunehmenden Polarisierung in unserer Gesellschaft stellt die Bischöfin die Erfahrung von Gemeinschaft und Dankbarkeit entgegen. „Die chronische Unzufriedenheit, dieses Schlechtreden und Schwarzsehen sind zu einer Art Volkssport geworden. Doch an einem Tag wie heute erleben wir, wie wunderbar menschenfreundlich und fröhlich sich das Gegengift anfühlt: Gemeinsam Salz sein und den Unmut heilen.“
Dankbarkeit für Gottes Gaben und Wertschätzung für die Landwirtschaft
Bischöfin Fehrs erinnert in ihrer Predigt daran, dass wir die Früchte der Erde letztlich Gottes Segen und seiner Barmherzigkeit verdanken. „Als Dithmarscherin weiß ich genau, wie wenig letztlich von uns selbst abhängt. Wie sehr all das, was wir an Fülle vor uns sehen, ein unverfügbares Geschenk ist. Das uns satt macht - an Leib UND Seele.“ Daneben brauche es jedoch auch die Würdigung der Leistung der Landwirtinnen und Landwirte, die für die Gemeinschaft große Risiken tragen, gerade in Zeiten des Klimawandels, der in diesem Jahr deutschlandweit bedrückend spürbar geworden ist. „Erntedank würdigt ausdrücklich auch die menschliche Arbeit und die hart erarbeitete Ernte.“
Aus dieser Wertschätzung für die Arbeit der Landwirtinnen und Landwirte ergibt sich für Fehrs auch ein konkreter Auftrag an Verbraucherinnen und Verbraucher, regionale und nachhaltig erzeugte Lebensmittel bewusst zu unterstützen. „Es ist nicht egal, was und wo wir einkaufen. Wir müssen bereit sein, für nachhaltig erzeugte Lebensmittel mehr Geld zu bezahlen. Biodiversität und gute Böden, Klimaschutz und Tierwohl gibt es nicht zum Nulltarif. Darauf zu achten, heißt Salz zu sein für die Zukunft unserer Kinder.“
Erntedank heißt auch: Verantwortung für die Welt
Und auch das gehöre zu Erntedank: Den Blick über den eigenen Gartenzaun zu heben. „In dieser Welt hungern 700 Millionen Menschen und zwei Milliarden Menschen werden nie wirklich satt, vor allem Frauen und Kinder. Was wäre, wenn wir gerechter teilen würden, was Gott der Welt geschenkt hat? Wenn die einen nicht darben müssten. Und die anderen nicht in ihrem Überfluss gleichgültig und überdrüssig werden würden und Lebensmittel möglichst billig kaufen wollen, um sie dann wegzuwerfen.“ In Anlehnung an Jesu Worte ‚Ihr seid das Salz der Erde und das Licht der Welt!‘ rette jede Spende in Respekt gegenüber der Würde aller Menschen auf der Erde Leben, so die Bischöfin.
