14. Tagung in Travemünde

Landessynode berät über Zukunftsprozess: Entscheidungen zur zukünftigen Ausrichtung der Nordkirche erwartet

Innerhalb des Thementages am Freitag, 16. September, werden die Synodalen in Travemünde die zukünftigen inhaltlichen Leitlinien und Schwerpunkte der Landeskirche diskutieren
Innerhalb des Thementages am Freitag, 16. September, werden die Synodalen in Travemünde die zukünftigen inhaltlichen Leitlinien und Schwerpunkte der Landeskirche diskutieren

09. September 2022 von Anne Christiansen, Michael Birgden

Kiel. Der Zukunftsprozess „horizonte hoch 5“ steht im Mittelpunkt der Landessynode, die vom 15. bis zum 17. September 2022 in Lübeck-Travemünde tagt. Die 150 Delegierten diskutieren anhand eines umfangreichen Abschlussberichtes (hier online einzusehen) die Ergebnisse des fast dreijährigen Zukunftsprozesses und beraten über dessen Umsetzung. Dabei verständigen sie sich auch über theologischen Grundlinien für eine zukünftige Ausrichtung der Arbeit der Nordkirche.

Außerdem stehen Richtungsentscheidungen zu möglichen Schwerpunkten sowie zu neuen Projektinitiativen wie zum Beispiel zur digitalen Gemeindearbeit oder der Vereinfachung von Verwaltung auf der Tagesordnung der Synode (Kirchenparlament). Innerhalb des Thementages am Freitag, 16. September, werden die Synodalen, die die unterschiedlichen Ebenen der Nordkirche repräsentieren, diese zukünftigen inhaltlichen Leitlinien und Schwerpunkte diskutieren.

„Nach einer Phase des Innehaltens im Mai, in der wir über die gegenwärtige Situation von Krieg und Frieden diskutiert haben, geht es nun um unser künftiges Kirchenbild“, so Präses Ulrike Hillmann. Wir möchten eine Kirche nahe bei den Menschen sein, in ihrer Lebenswelt, ihren sozialen Räumen; eine Kirche, die sich der heutigen Sprache und Ausdrucksformen bedient. Wir müssen uns von manch Altbewährtem lösen und wollen gleichzeitig unseren Kern bewahren. Nicht in jedem Dorf wird eine Kirche bleiben, wohl aber eine evangelische Kita oder andere diakonische Einrichtung, wunderbare Orte der Verkündigung“‘.

Die achtköpfige Koordinierungsgruppe unter dem Vorsitz von Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt hat im Auftrag der Landessynode und Kirchenleitung den Zukunftsprozess moderiert und gesteuert: „Im Zukunftsprozess sehen wir  deutlicher werden, wie unsere Nordkirche auch zukünftig konsequent von ihrem Auftrag der Verkündung des Evangeliums her denkt. Erkennbar wird auch, wie wir unter sich ändernden Bedingungen zukünftig noch mehr mit anderen kooperieren können, um zu fördern, was der Bewahrung der Schöpfung und dem Leben der Menschen dient. Im Zukunftsprozess wurde auch deutlich: Wir wollen unser im Glauben gegründetes Handeln daran ausrichten, was für Menschen in ihrer Lebenswirklichkeit relevant ist - und dabei auch auf kurzfristige Entwicklungen schnell reagieren können.

Viele Voten im Zukunftsprozess wünschen sich, dass wir unsere Arbeit neu an Sozialräumen orientieren und dabei Freiräume für innovative Projekte und mutige Experimente schaffen. Dazu zählt beispielsweise der Impuls einer Gruppe von Digitalexpert:innen unserer Landeskirche: die Vision einer Präsenz christlicher Gemeinschaft im digitalen Raum. Diese und viele weitere Impulse wollen wir diskutieren und weiterentwickeln. Ich freue mich auf eine lebendige wie kritische Debatte in einer Synode, die hoffnungsmutig die Zukunft der Nordkirche in den Blick nimmt.“

Berichte und Beschlussvorlagen der 14. Tagung der Landessynode

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt wird am Donnerstagvormittag, 15. September 2022, ihre Berichte als Landesbischöfin und Vorsitzende der Kirchenleitung der Nordkirche halten. Dazu erhalten Sie eine gesonderte Pressemitteilung.

Kurzfristig wurde ebenfalls für Donnerstag ein Beschlussvorschlag zur Änderung des landeskirchlichen Haushalts 2022 auf die Tagesordnung genommen: Die zusätzlichen Kirchensteuermittel, die aus der Besteuerung der Energiepreispauschale der Nordkirche zur Verfügung stehen, sollen zweckgebunden für Menschen, die besonders von der Energiekrise betroffen sind, verwendet werden. Die drei diakonischen Werke der Nordkirche benennen hierfür konkrete Projekte.

Der Kirchliche Dienst in der Arbeitswelt (KDA) wird 70 Jahre alt und berichtet über seine Arbeit. Außerdem berichten die nordkirchlichen Besucher:innen der Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen über die gerade stattgefundene Versammlung in Karlsruhe. Die Flüchtlingsbeauftragte der Nordkirche legt ihr Konzept für die kommenden Jahre vor. Weiterhin wird die Synode über verschiedene Kirchengesetze abstimmen.

Open-Air-Gottesdienst an der Strandpromenade

Unter dem Motto ‚Horizonte‘ steht ebenfalls der Open-Air-Gottesdienst, den die Synodalen am Freitagabend um 18:00 Uhr im Brügmanngarten an der Strandpromenade feiern. Die Koordinierungsgruppe des Zukunftsprozesses, Jugendsynodale und weitere Beteiligte aus dem Zukunftsprozess gestalten den öffentlichen Gottesdienst mit Blick auf die Ostsee.

Stichwort: Zukunftsprozess „horizonte hoch 5“

„Horizonte hoch fünf“ – so ist der Prozess überschrieben, der vor drei Jahren in Konsequenz der sog. Freiburger Studie zur Mitgliederprojektion von der Landessynode angestoßen und ein Jahr später initiiert wurde. Der Name bezieht sich auf die fünf Horizonte, unter denen der Prozess steht: Es geht um die theologischen Grundlagen, die Gestaltung von Kernaufgaben, personelle und sachliche Ressourcen, kirchenrechtliche Regulation sowie Innovationen.

In den vergangenen zwei Jahren fand eine umfassende Beteiligung auf allen Ebenen der Nordkirche statt, in der vorhandenes Wissen und Erfahrungen aufgenommen wurden. Neben Gruppen auf der landeskirchlichen Ebene gab es Beratungen in den drei Sprengeln der Nordkirche und Austausch mit Expert:innen. Kirchenmitglieder konnten sich über Beteiligungsmöglichkeiten auf der Website des Zukunftsprozesses einbringen: https://www.horizontehoch5.de/

Stichwort: Landessynode der Nordkirche

Die Landessynode ist das Kirchenparlament und damit höchstes Leitungsgremium der mit über 1,8 Millionen Mitgliedern starken Nordkirche. Die Synodalen der Landessynode repräsentieren die unterschiedlichen Ebenen der Nordkirche, vertreten Kirchengemeinde, Kirchenkreise sowie Dienste und Werke und besteht mehrheitlich aus ehrenamtlichen Mitgliedern.

Die II. Landessynode der Nordkirche hat sich vom 15.-17. November 2018 in Lübeck-Travemünde konstituiert und ist bis einschließlich 2024 gewählt. Dem Präsidium der Landessynode gehören an: Präses Ulrike Hillmann1. Vizepräses Andreas Hamann und 2. Vizepräses Elke König. Die Geschäftsstelle der Landessynode befindet sich im Landeskirchenamt in Kiel.

Hinweise an die Redaktionen:

Sie sind herzlich zur Berichterstattung aus dem Hotel Maritim in Travemünde eingeladen. Die Tagung der Landessynode wird ab Donnerstag, 15. September, 10 Uhr, auch im Livestream übertragen auf www.nordkirche.de.

Unter Landessynode.nordkirche.de werden Sie ab Donnerstag laufend zu den Synodenthemen informiert: Der „Synoden-Ticker“ der Nordkirche, Postings in den Social-Media-Netzwerken, Pressemitteilungen und ein Live-Stream bilden fortlaufend bis Samstagnachmittag den Stand der synodalen Beratungen ab.

Tagesordnung, Verlaufsplan sowie weitere Unterlagen zur 14. Tagung der Landessynode finden Sie hier

Bitte melden Sie sich für eine Vor-Ort-Berichterstattung im Vorfeld an unter:
pressestelle@kommunikation.nordkirche.de

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