Religion und Klimaschutz

Lange Nacht der Weltreligionen: "Nach uns die Sintflut?"

Darstellung der Sintflut mit der Arche Noah (Symbolbild).
Darstellung der Sintflut mit der Arche Noah (Symbolbild).© Jeff Jacobs, Pixabay

11. Februar 2020 von Thomas Morell

Die Sintflut als Strafe für den Frevel an der Erde sei allen Weltreligionen und Kulturen bekannt, stellte Joachim Lux, Intendant des Hamburger Thalia-Theaters, zum Auftakt der "Langen Nacht der Weltreligionen" klar. Je mehr der Mensch die Natur und ihre Gesetze verstanden habe, desto mehr sei der Respekt vor ihr gesunken.

Eine fünfstündige Marathon-Revue mit Vorträgen, Musik, religiösen Texten und Diskussionen stellte sich am Sonnabend der Frage, welchen Beitrag die Religionen zur Rettung der Welt leisten können. Die Antworten schwankten zwischen Zweifel und Hoffnung.

Bischöfin Kirsten Fehrs: "Der Mensch kann neu anfangen"

Ob Islam, Christentum, Buddhismus, Bahá'í oder Judentum - alle Texte der Weltreligionen betonen die enge Verbindung des Menschen mit der Schöpfung und fordern ihre Bewahrung. Die Geschichte von Noah und seiner Arche zeige, dass der Mensch neu anfangen könne, sagte die Hamburger Bischöfin Kirsten Fehrs in einer Videobotschaft. Auch nach der Sintflut sei das Leben weitergegangen.

Kleine Schritte im Alltag könnten helfen, den Klimawandel zu verhindern, erklärte die Berliner Umwelt-Aktivistin Gülcan Nitsch und verteilte kleine "Hoffnungssteine" auf der Bühne, die jeder mit sich herumtragen möge. Aus Sicht von Anita Engels, Klima-Soziologin an der Uni Hamburg, helfen dagegen nur "große Hebel": Die Wirtschaft müsse so verändert werden, dass die Nutzung von Kohle, Erdgas und Öl nicht mehr profitabel ist. Die Kirchen müssten ihr Geld aus solchen Investitionen abziehen. Ihr wirtschaftlicher Einfluss sei allerdings gering.

"Es ist nicht zu spät für die Rettung der Welt"

Verhalten optimistisch zeigte sich die Meeresbiologin Antje Boetius, Direktorin des Alfred-Wegner-Instituts Bremerhaven. Es sei nicht zu spät für die Rettung der Welt, Sorge und Angst seien allerdings berechtigt. Man sollte weniger mit der Schuld der Einzelnen arbeiten, sondern lieber gemeinsam wichtige Forderungen durchsetzen. Dazu zählten neue Regeln in der Finanzwelt. Es herrsche in Teilen der Gesellschaft jedoch ein "Krieg gegen Wissen und Verstehen".

"Wirtschaftliches Wachstum ist das Krebsgeschwür der Erde"

Der Berliner Philosophieprofessor Byung-Chul Han hält die Anstrengungen für eine CO2-Reduktion dagegen für eine reine Alibi-Handlung. Auch nachhaltiges Wirtschaften nutze die Erde immer noch als eine Ressource. Wirtschaftliches Wachstum sei das Krebsgeschwür der Erde und der Kapitalismus Ausdruck eines "Todestriebs". Autos und Smartphones müssten umgehend verschrottet werden. Er selbst widme sich vor allem seinem Garten, in dem er hinter hohen Hecken Blumen pflege, die im Winter blühen.

Angst vor Veränderungen überwinden

Am Ende des Abends kamen auch junge Menschen zu Wort. Die Anstrengungen vieler Kirchengemeinden zum Klimaschutz machten ihr Hoffnung, sagte Helena Funk, Jugenddelegierte der Nordkirche beim Lutherischen Weltbund. Glaube und Religion würden Menschen auf ganz andere Art erreichen. Überwunden werden müsse die Angst vieler Menschen vor Veränderungen, betonte Anne Rittmann, Sprecherin von Fridays for Future in Hamburg.

Auch wenn ihre Aktivitäten manchmal noch belächelt würden, werde Klimaschutz in muslimischen Gemeinden immer präsenter, erklärte die Hamburger Ökonomie-Studentin Samira Chralet. Schon der Prophet Mohammed habe die Menschen aufgefordert, etwas für die Umwelt zu tun. Wasser zu sparen sei in ihrer traditionellen Kultur allerdings wichtiger als Mülltrennung. Aber immer häufiger werde heute auch der Bau von Solardächern auf Moscheen diskutiert.

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