Mitsingkonzert im Rahmen des Ersten Kirchenmusikfestes der Nordkirche: Neue Monatslieder
22. Juni 2026
Grußwort
Liebe Geschwister, liebe Gäste, liebe Menschen, die Ihr heute Abend einfach mal schaut, was hier los ist,
herzlich willkommen! Zu diesem besonderen Konzert in der Matthäi-Kirche. Heute ist hier Premiere. Dreizehn neue Monatslieder, seit dem 1. Juni in und auf der Welt, erklingen zum ersten Mal live. In dieser Form. Mit diesen Menschen. Und wir sind dabei. Wow!
Und das alles im Rahmen des ERSTEN Kirchenmusikfests – auch so eine Premiere – bei dem wir die große musikalische Vielfalt unserer Nordkirche miteinander feiern, ja genießen können, wie eben schon auf dem Marktplatz: die Bläserinnen und Gospelsänger, die Kantoreien und Bands. Ich bin ja ein großer Fan dieser Vielfalt – liebe die Musik in all ihren Facetten und bin dankbar heute hier zu sein, wenn es heißt: Volle Pulle Pop! Großartig!
Meine Spannung ist groß und ich habe mit Absicht nicht vorher heimlich auf der Webseite gelauscht. Also: Alles neu. Auch für mich. Die Titel sind verheißungsvoll: „All-In“. „Komm zu mir“. „Menschlichkeit“. „Sieh uns an“. „Zwischen den Zeilen“. „Wir suchen weiter“ …
Ja, klar, wir suchen weiter. Als Kirche, die inmitten dieser Gesellschaft den harschen Abwertungen unsere Menschenfreundlichkeit entgegen singt. Und den Angstschürern unsere Hoffnung. Den Demokratiefeinden unsere Überzeugung, dass ausnahmslos jeder Mensch eine unverbrüchliche Menschenwürde von Gott geschenkt bekommen hat. Gleich, woher sie kommt und wen er liebt. All in. Singen ist also Haltung, zeigt Hoffnungstrotz, Friedenssehnen und Liebesmut – ob mit Bach, Paul Gerhardt - oder eben Popmusik. Heute bin ich nicht allein als Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck, sondern ganz bewusst auch als EKD-Ratsvorsitzende hier, um einmal Euch und bundesweit allen vielen Dank zu sagen, die sich für diese unsere Popmusik engagieren. Und das sind sehr viele! Popmusik geht ja nur im Team. Wie alle gute Musik. Texterinnen und Theologinnen. Arrangeurinnen und Ideengeberinnen, Komponistinnen, Musikerinnen, Sängerinnen. Und das alles auch in der Nordkirche. Und so nun auch allen, die heute Abend dabei sind: Danke!
Dieses große Team, das gemeinsame Ringen um gute Texte und Musik, das ist ja im Kern sehr evangelisch. Wir glauben nicht an den Einzelkünstler, der vom Himmel fällt. Wir glauben an Gemeinschaft. An das, was entsteht, wenn Menschen ihre Begabungen zusammenbringen.
Heute Abend also Premiere auch dieses Wir‘s. WIR erleben das Ergebnis unendlich vieler Überlegungen und Arbeitsstunden voller gemeinsamer Kreativität, Harmonien und Taktgefühl. Dabei hören und sehen wir Sarina Lal, Popkantorin aus Oldenburg, deren schöne Stimme vielen von diversen Monatslied-Aufnahmen vertraut ist, Jan Keßler, maßgeblicher Produzent der Monatslieder; Philip Kwaku, Drummer aus Hamburg, zuständig für den Herzschlag, der alles zusammenhält und last but not least Dennis Bischoff, Leiter des Popinstituts und Produzent der Monatslieder, Konzertorganisator und Seele vom Ganzen. Ihnen und Euch gilt heute unser Dank und unser APPLAUS.
Schließlich: Nur zuhören und genießen, ist heute Abend nicht der Plan. WIR, liebe Leute, sind heute nicht nur Publikum. Diese Lieder brauchen unsere Stimmen, um ganz zu werden. Jetzt und hier. Also singt bitte ordentlich mit! Mitsingen ist alles. Und macht glücklich.
Letzter Absatz, bevor‘s losgeht: Wir rocken Popmusik im Norden, heißt der Claim des Popinstituts. Ich liebe diesen wunderbar unbescheidenen Satz. Weil er sagt: Wir haben Kraft, wir bewegen was. Genau so! Zusammen mit all denen, die mit Freude und Verstand, Haltung und Hoffnungstrotz diese Welt zu einer besseren machen wollen. Eine Welt, die gerade jetzt Gemeinschaft und Friedensmut so dringend braucht. Deshalb jetzt: Bühne frei für den rockenden Pop!
Spontaner Segen zu den (neuen) Monatsliedern
Gott, Ewiger – du bist da, ich bin da.
Du und ich – in diesem singenden WIR – sind wir gemeinsam auf dem Weg.
Segne uns, all in,
trage uns durch die Stürme des Lebens, durch all die hohen Wellen.
Ich bitte dich: Komm zu mir!
Und du – du bist längst da, gegenwärtig. Jetzt und hier!
Siehst du mich an, bitte, bitte, bitte,
siehst uns – all in – alle an
mit deiner Liebe, deiner Hoffnung, deiner Menschlichkeit in Jesus Christus.
Das ist, was bleibt. Immer, jetzt und hier,
Monat für Monat, Jahr für Jahr, in Ewigkeit DU, Gott.
Segne uns, mach uns frei, zu sein,
weite unser Herz, sprich uns frei aus der Enge der Angst,
in den aussichtslosen Tagen mit all den Plagen,
den Sorgen, Kämpfen, Nöten, Hasstiraden,
mach uns frei und segne uns – für die Zukunft, jetzt und hier.
Lass die Sorgen frei – frei, frei! Deshalb:
Schenke uns die Leichtigkeit der Hummel.
Die eigentlich mit ihrem großen Körpergewicht und ihren viel zu kleinen Flügen
aerodynamisch gar nicht fliegen KANN.
Zum Glück weiß sie es nicht.
Zum Glück lädst du uns auf
mit deiner Kraft, deinen Wundern, der Juni-Schönheit.
Monat für Monat, Jahr für Jahr, in Ewigkeit DU, Gott,
der du allen Würde schenkst und Träume. Allen! All in.
Leise, zwischen den Zeilen, bist du mittendrin – all in –
und hast den Empfang auf laut.
Segne uns,
und wir fliegen höher nach Haus.
Getragen von deinem Frieden, höher als alle Vernunft,
er bewahre unsere Herzen voraus und Sinne dazu,
unser Denken und unser Singen in Jesus Christus.
Monat für Monat, Jahr für Jahr, in Ewigkeit Du, Gott.
All in – und Amen.