Digitale 8. Tagung der II. Landessynode beendet

Präses Hillmann: „Wir haben einen wichtigen Schritt in die Zukunft getan“

Ulrike Hillmann, Präses der Landessynode der Nordkirche
Ulrike Hillmann, Präses der Landessynode der Nordkirche© Marcelo Hernandez, Nordkirche

20. November 2020 von Maren Warnecke, Simone Viere, Julia Krause

Kiel/Schwerin. Mit dem Bericht zur Gestaltung des Zukunftsprozesses der Nordkirche, einer Beschlussfassung zur Verschiebung der Besoldungserhöhung für Pastoren und Pastorinnen, Kirchenbeamten und Kirchenbeamtinnen sowie einem Bericht aus der Arbeitsstelle für Geschlechtergerechtigkeit in der Landeskirche ging heute (20. November) die 8. Tagung der II. Landessynode der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) zu Ende. Diese fand erstmals in digitaler Form statt.

Präses Ulrike Hillmann zog ein positives Resümee: „Unter dem Strich halte ich diese erste Tagung der Landessynode im digitalen Raum für einen vollen Erfolg. Wir haben – ganz wunderbar unterstützt durch kompetente Vorbereitung und das Team im Hintergrund – einen wichtigen Schritt in die Zukunft getan und angesichts der Pandemie-Umstände das Beste daraus gemacht. Das Plenum der Synode hat wunderbar diszipliniert und konstruktiv mitgearbeitet. Andachten in unterschiedlicher Ausgestaltung, interessante Berichte, eine inhaltlich gute Aussprache und notwendige Wahlen mit der Vorstellung der Kandidaten und Kandidatinnen im neuen Format haben diese November-Tagung geprägt. Die Synode der Nordkirche ist auch in Corona-Zeiten gut aufgestellt!“

Für den Mut zu Neuem warb auch die Landesbischöfin in ihrer heutigen Einführung in den Gestaltungsprozess zur Zukunft der Nordkirche. Gemeinsam mit Dr. Ricarda Dethloff vom Dezernat Kirchliche Handlungsfelder des Landeskirchenamtes der Nordkirche in Kiel erläuterte Kühnbaum-Schmidt den Landessynodalen, wie sich die Landeskirche so aufstellen kann, dass sie langfristig mit weniger Ressourcen ihre Aufgaben erfüllen und gleichzeitig durch innovatives Handeln neue Spielräume generieren kann.

Die Landesbischöfin machte deutlich: „Angesichts der sich abzeichnenden Entwicklung von Kirchenmitgliedschaft und Kirchensteueraufkommen werden wir Priorisierungen vornehmen müssen. Der Zukunftsprozess gibt uns die Chance, dies überlegt, transparent, partizipativ und gut kommuniziert zu tun. Wir können und wollen uns die Zeit nehmen, um besonnene und nachhaltige Entscheidungen zu treffen. Aber: Wir müssen sie auch treffen. Und Ja: Von manchem Gewohnten und manchem Geschätzten werden wir womöglich Abschied nehmen müssen. Zugleich entsteht und wächst Neues“, ermutigte sie.

Für die Gesamtkoordination des Prozesses wird eine Gruppe von Verantwortlichen aus Landessynode, Kirchenleitung und Landeskirchenamt gebildet. Zur Finanzierung des Gestaltungsweges steht ein Budget von maximal 300.000 Euro bis Dezember 2022 zur Verfügung. Die Finanzierung erfolgt aus Rücklagen.

Große Zustimmung gab es heute Nachmittag für einen Beschlussvorschlag zur Verschiebung der Besoldungserhöhung für Pastoren und Pastorinnen, Kirchenbeamten und Kirchenbeamtinnen. Propst Dr. Karl-Heinrich Melzer, Mitglied der Kirchenleitung: „Die Landessynodalen haben der Kirchenleitung den Auftrag gegeben, ein Gesetz vorzubereiten, um diese anstehende Besoldungserhöhung erst zum 1. Dezember 2022 zu vollziehen. Damit koppelt sich die Nordkirche für einen begrenzten Zeitraum von den Besoldungserhöhungen des Bundes ab. Angesichts der finanziell angespannten Lage aufgrund der Kirchensteuerausfälle wird somit ein größerer Handlungsspielraum ermöglicht. Kirchliche Arbeit in anderen Feldern kann damit weiterhin finanziell gestützt werden.“ Zur September-Synode 2021 soll der Landessynode das entsprechende Kirchengesetz zur Abstimmung vorgelegt werden.

In ihrem Bericht für den Sprengel Hamburg und Lübeck (Donnerstag) sagte Bischöfin Kirsten Fehrs: „Die Gesellschaft braucht eine öffentlich seelsorgende Kirche“. Gerade im Hören und Verstehen sei Kirche gesellschaftlich ‚relevant‘: „als wache Zeitgenossin, die ethisch Verantwortung übernimmt, als kulturelle Partnerin, die um die Not der Künstler und Künstlerinnen weiß, als Gesprächspartnerin in Pflegeheimen und Krankenhäusern“.  Fehrs erinnerte zudem an die Herausforderungen in den drei Kirchenkreisen des Sprengels. Dazu zählen in Lübeck-Lauenburg, Hamburg-Ost sowie Hamburg-West/Südholstein bereits laufende Prozesse zu Regionalisierung und Pfarrstellenplanung, Gebäudeprozessen, mittelfristigen Finanzstrategien und Haushaltsplanungen. „Abschiedlich und doch zuversichtlich leben, das ist eine Kompetenz, mit der es jetzt gilt, nach vorn zu denken und zu handeln.“

Nele Bastian, die Beauftragte für Geschlechtergerechtigkeit der Nordkirche, gab den Synodalen heute Nachmittag einen Überblick über die Entwicklungen in der Landeskirche. Seit Inkrafttreten des Geschlechtergerechtigkeitsgesetzes der Nordkirche 2013 habe sich im Hinblick auf die Berufsperspektiven und Karrierechancen von Frauen in der Kirche einiges bewegt. „Das ist gut so, denn eine sichtbare Präsenz von Frauen in kirchlichen Leitungsämtern ist wichtig. Mit der Gegenwart von Frauen in geistlichen Ämtern und in der Verwaltung wird Gleichberechtigung in beruflicher und sozialer Hinsicht für alle hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitglieder eine Selbstverständlichkeit", sagte Bastian.

Ein weiteres Thema der 8. Tagung war die Vorstellung der Kandidaten und Kandidatinnen für die Wahl in die Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sowie in die Generalsynode der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD).

Mit dem Schlusssegen von Bischof Tilman Jeremias (Greifswald) endete die digitale 8. Synodentagung. Die 9. Tagung der II. Landessynode der Nordkirche ist vom 25. bis 27. Februar 2021 geplant.

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