Kirchenkreis Plön-Segeberg

Propst Dr. Klaus Kasch in den Ruhestand verabschiedet

links: Propst Dr. Klaus Kasch, rechts: Bischofsvertreter im Sprengel Schleswig und Holstein, Gothart Magaard
links: Propst Dr. Klaus Kasch, rechts: Bischofsvertreter im Sprengel Schleswig und Holstein, Gothart Magaard© W. Stahnke

13. Juni 2013

Große Dankbarkeit spricht aus zahlreichen Reden Mit einem sehr bewegenden und besonders feierlichen Gottesdienst mit voller Kirche wurde am Sonntag (9.Juni) Propst Dr. Klaus Kasch in den Ruhestand verabschiedet. Der Bischofsvertreter im Sprengel Schleswig und Holstein, Gothart Magaard, entpflichtete ihn nach 14 Jahren von seinem Amt als Propst und seinen Pflichten als Pastor. Er würdigte dabei neben seines Einsatzes im Kirchenkreis auch sein großes Engagement auf der Ebene der Nordelbischen Synode und im Fusionsprozess zur Nordkirche, weil es Kasch immer wieder verstanden habe, noch einmal neu hinzusehen und Dinge neu ins Licht zu setzen. Anlässlich seines Abschieds gab Propst Dr. Klaus Kasch Pastor Wolfgang Stahnke ein Interview:

Dr. Kasch, Sie haben vor einigen Monaten im Konvent gesagt, sie wollten „sauber abklettern“ aus ihrem Dienst. Wie geht es Ihnen heute damit ?

Klaus Kasch:           Ich bin gut unten angekommen mit dem Gefühl: Es war schön da oben. Und der Frage: was will ich nun eigentlich hier unten?

Als Sie sich vor 14 Jahren als Leiter des Gemeindedienstes um die Propstenstelle bewarben, welche Weichenstellungen erschienen Ihnen damals besonders wichtig?

Kasch: Ich wollte immer Kirche für alle gestalten. Wir haben einen Schatz an Lebensvertrauen, Krisenfestigkeit und Fürsorglichkeit, der allen Menschen gut tut. Wie wir sie möglichst alle erreichen, das war immer meine leitende Frage. Wie wir uns in den Gemeinden dafür entwickeln müssen, was Fragen und Themen der Zeit sind, auf die wir eingehen müssen und wie wir als Kirchenkreis die Gemeinden stark machen und ergänzen können, daran habe ich gearbeitet.

Welche Bibelworte haben Sie besonders geleitet in Ihrer Arbeit?

Kasch:           Ich bin aus einer ziemlich schwierigen Krise herausgekommen mit dem Wort: „Du wirst nicht sterben sondern leben und des Herren Werke verkündigen.“ Das ist Zusage und Auftrag, das sitzt ganz fest in mir.  Was ebenso fest verankert ist mein Konfirmations- und Ordinationsspruch:  Phil 1. “Ich bin dessen guter Zuversicht, dass, der in mir angefangen hat das gute Werk, der wird es auch vollführen bis an den Tag Jesu Christi

In diesen 14 Jahren werden 51 Pastoren mit ihren Familien gekommen und 45 gegangen sein. Was bedeuten diese Zahlen für Sie?

Kasch:           Richtig gute Arbeit! Seelsorgliche Begleitung etlicher der Kollegen, die gewechselt haben. Begleitung der Gemeinden, Pfarrstellen ausschreiben und Besetzungsverfahren durchführen. Es hieß auszuhalten, wenn sich niemand bewarb; manchmal den Richtigen anzusprechen; auch zu klären , ob der, den sie ausgeguckt hatten, der Richtige sei.

Der Kirchenkreis Segeberg hat nur sehr wenige Funktionspfarrämter. Ist Segeberg altmodisch?

Kasch:           Ich glaube, dass es einen bleibenden Unterschied zwischen städtischen und ländlichen Kulturen gibt. In unserer ländlichen Region erreichen die Kirchengemeinden über Schulgottesdienste, Konfirmandenarbeit und Amtshandlungen die meisten Menschen und sind öffentlich sehr sichtbar. Das ist in den Städten anders. Da muss die Kirche mit speziellen Angeboten auf spezielle Zielgruppen zugehen. Wir sind nicht altmodisch aber in gutem Sinne „provinziell“.

Im Kirchenkreis sind während Ihrer Dienstzeit große Bauprojekte entstanden: das  Begegnungs - und Beratungszentrum mit der Diakonie und 18 weiteren Anbietern sozialer Dienste, dann das Bildungswerk mit dem Kirchenkreissaal und zuletzt die Seniorenwohnanlage Marienhof. Sind Sie ein „Bau-Propst“ ?

Kasch:           Nein, ich verstehe mich als aufmerksamen Zeitgenossen. Ich habe Ideen anderer aufgenommen und  sie  gemeinsam mit ihnen und dem Kirchenkreisrat umgesetzt. Mir ist es oft gelungen zutrauend und ermöglichend zu leiten.

Die freiwillige Zusammenarbeit der Kirchenkreise Segeberg und Plön auf der Verwaltungsebene am Anfang ihrer Dienstzeit hat sich bewährt. Heute sind 43 Verwaltungsmitarbeiterbeschäftigt.

Kasch:           Die Verwaltung ist für die ständig wachsenden Herausforderungen außerordentlich schlank, und ich sehe mit Anteilnahme und Sorge, wie hier ständig an der Belastungsgrenze gearbeitet wird. Ich freue mich, dass in der gesamten Verwaltung völlig unstrittig ist: wir alle dienen dem Evangelium.

Der freiwillige Schritt zur Verwaltungsfusion mit dem Kirchenkreis Plön stieß vor 14 Jahren auf große Zustimmung. Die Fusion der Kirchenkreise insgesamt ist dann durch die Nordelbische Synode verfügt worden.  Wie bewerten Sie das?

Kasch:           Wir haben sie auftragsgemäß vollzogen.  (hier fehlt der Teil mit den fusionierten KKrsen. Fände ich doch wichtig!)

Sie waren viele Jahre Nordelbischer Synodaler. Was hat Sie in der Synode besonders beeindruckt ?

Kasch:           Das sehr kompetente Engagement der „Laien“, Glaubens- und Lebensfragen zusammenzuhalten. Es ging um Leitung der Kirche, um ihre interne Organisation, auch um Lebensformendebatte, Weltwirtschaft und Gerechtigkeit, um Arbeitsverhältnisse und gewerkschaftliche Tarifverträge und ähnliches. Wir haben auf gesamtkirchlicher Ebene immer auch das Evangelium in den gesellschaftlichen Alltag herunter dekliniert.

Ich finde es sehr schwierig, dass uns die Nordkirchliche Ebene ausgerechnet im Bereich der Verwaltung zur Perfektion nötigt. Sowohl bei der Bauverwaltung, als auch bei der doppelten Haushaltsführung, fallen zusätzlich erhebliche Personalkosten an. Beides dient allein der internen Perfektion der Abläufe. Zu Lasten von Kirchenmusik, Pädagogik und anderer inhaltlicher Arbeit. Auch habe ich ein Problem mit der Errichtung von immer mehr Funktionspfarrstellen, die eigentlich keine Pfarrstellen sind, sondern organisatorische oder pädagogische Anliegen habn, die genauso gut von Nicht-Theologen wahrgenommen werden könnten. Wir erzeugen einen Pastorenmangel auf dem Lande, weil es so viele, schöne, interne Pfarrstellen gibt.

Innerhalb des nordelbischen Reformprozesses begann auch der Fusionsprozess mit den Landeskirchen Mecklenburg und Vorpommern. Was war Ihnen dabei besonders wichtig? Wo liegen aus heutiger Sicht Chancen und Risiken ?

Kasch:           Nur als Nordkirche können wir im norddeutschen Raum das Ganze der Gesellschaft ansprechen. Wir müssen als Nordelbische Kirche solidarisch sein mit den beiden anderen norddeutschen Kirchen und ihren wenigen Menschen auf den großen Flächen. Wir sind gemeinsam Kirche für die Urlauber und Anwalt der demokratischen Kultur und Menschenwürde. Und nun Dr. Kasch? Sie sind ein unruhiger Geist, immer eher auf dem Sprung als in Meditation vertieft. Sie sind schon nach Rendsburg umgezogen. Nach dem Gottesdienst am 9. Juni um 15 Uhr werden Sie ganz „abgeklettert“ sein. Was dann?

Kasch:           Das weiß ich noch nicht. Ich werde mich sammeln; das Gewesene ordnen, nach neuem mich umschauen. Ich kenne mich als Pastor und Propst. Nun will ich noch einmal wissen, wer Klaus Kasch ist. Da ist nichts fertig. Und ich nehme auch nichts vom Alten mit, an dem ich festhalte und was ich unbedingt weiter machen will. Das Neue darf sein. Ich bin echt gespannt darauf, und auch ein bisschen bange.

Was wünschen Sie sich für die Verabschiedung?

Kasch:           Dass viele fröhlich mit einstimmen in mein „Lobe den Herrn meine Seele und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“

Stahnke

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