Pfingstmontags-Grabbegängnis

Queere Community zeigt sich auf dem Friedhof Ohlsdorf

Regenbogenherz
Regenbogenherz© Roman Didkivskyi, iStock

30. Mai 2022

Mit einer besonderen Aktion soll am Pfingstmontag (6. Juni) auf dem Ohlsdorfer Friedhof in Hamburg auf zwei gemeinsam genutzte Grabstätten für die queere Community aufmerksam gemacht werden. Ab 14 Uhr soll eine drei mal neun Meter große Regenbogenfahne zu den beiden gemeinschaftlichen Begräbnisstandorten getragen und dort jeweils an die Verstorbenen erinnert werden.

An der zweiten Gemeinschaftsgrabstätte soll es zudem Musik sowie einen Vortrag des Historikers Gottfried Lorenz zur Bedeutung von Aids in der queeren Community geben, teilte der Hamburger Aidspastor Thomas Lienau-Becker am Sonnabend mit.

Pastor Thomas Lienau-Becker ist AIDS-Seelsorger in Hamburg
Pastor Thomas Lienau-Becker© Timo Teggatz / Evangelische Zeitung

Der Verein „Memento“ veranstalte die Aktion, sagte Lienau-Becker, der auch erster Vorsitzender dieses Vereins ist. „Memento“ unterhält auf dem Friedhof Ohlsdorf zwei Gemeinschaftsgrabstätten. Ursprünglich angelegt wurden sie für Menschen, die an Aids gestorben sind. Inzwischen sei dieser Personenkreis ausgeweitet worden, so dass die Grabstätten allen Menschen aus der Community von Lesben, schwulen, bisexuellen sowie trans- und intersexuellen Personen (LSBTIQ*) sowie ihren Freunden und Freundinnen offen stünden, hieß es.

Viele Menschen lebten nicht in traditionellen Formen von Familie. Die Grabstätten vom Verein würden so die Möglichkeit bieten, die erfahrene Gemeinschaft über den Tod hinaus zu erhalten, so der Verein.

Ort der Begegnung für Hinterbliebene und Freunde

Aus diesem Grund bekomme das alljährlich in Ohlsdorf stattfindende Gedenktreffen in diesem Jahr eine neue Bedeutung. Mit dem Tragen einer großen Regenbogenfahne zu den Grabanlagen solle deren Symbolkraft gerade an diesem besonderen Ort gezeigt werden.

Ziel sei, eine Alternative zu anonymen oder einzelnen Grabstätten anzubieten und die im Leben erlebte Gemeinschaft auch in einer gemeinsam genutzten Grabstätte weiterzuführen. Denn diese Grabanlagen seien auch ein Ort der Begegnung für Hinterbliebene und Freunde der Verstorbenen.

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