Medieneinladung

Schwerpunkt Frieden bei Sondertagung der Landessynode

Die Landessynode tagt wieder in Präsenz.
Die Landessynode tagt wieder in Präsenz. © Hübner, Nordkirche

28. April 2022 von Anne Christiansen

Lübeck-Travemünde. Um eine friedensethische Standortbestimmung, um die Ambivalenzen im ständigen Ringen um den richtigen Weg zum Frieden und um die künftige ökumenische Zusammenarbeit der Nordkirche mit anderen Kirchen im Ostseeraum und mit osteuropäischen Kirchen geht es vom 6. bis 7. Mai auf einer Sondertagung der Landessynode.

Dafür kommen die 156 Synodalen und eine Vielzahl von Gästen in Lübeck-Travemünde zusammen. Die Landessynode ist nach Artikel 78 der Verfassung der Nordkirche zur gemeinsamen Willensbildung berufen. Ihre ursprünglich für dieses Wochenende geplante Tagung zum Zukunftsprozess der Nordkirche ist in den September dieses Jahres verschoben.

Suche den Frieden – Psalm 34,15

„In diesem Frühjahr 2022, in dem in Europa mit Waffen gekämpft, mit Wirtschaftssanktionen erwidert und mit Worten aufgerüstet wird, brauchen wir eine theologische Standortbe­stim­mung und die Zeit, um Antworten herauszuarbeiten“, so das Präsidium der Landessynode, Präses Ulrike Hillmann und die beiden Vizepräses Elke König und Andreas Hamann. „Wenn wir im Licht unseres Grundes in Glaube und Theologie keine Antworten finden, diese Fragen gerade jetzt nicht einmal stellen würden, dann werden wir als Nordkirche auch keine Zukunft haben.“

Gäste auf dem Podium

Dazu wird es mehrere Impulse geben, u.a. von Prof. Dr. Michael Haspel, systematischer Theologe an den Universitäten Erfurt und Jena, von dem früheren Friedensbe­auft­rag­ten der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) Renke Brahms, von Oberst i.G. Michael Strunk von der Führungsakademie der Bundeswehr und von der Theologin und Publizistin Cornelia Coenen-Marx.

Um die künftige Zusammenarbeit mit den Kirchen im Ostseeraum und osteuropäischen Kirchen wird es am Sonnabend im Gespräch mit Bischof Dietrich Brauer aus Moskau, per Video mit Bischof Waldemar Pytel aus Polen und der lettischen Theologin Jana Jeruma-Grinberga gehen.

Gottesdienst auf dem Weg

Zu einem öffentlichen „Gottesdienst auf dem Weg“ lädt die Landessynode für den späten Nachmittag des ersten Synodentages ein. Zwischen der St. Lorenzkirche und der Nordermole am Strand von Travemünde wird es vier Stationen geben. Dort wird jeweils eine:r der drei Sprengelbischöf:innen sowie ein:e Jugendsynodale:r der Nordkirche einen biblischen Text lesen und zum öffentlichen Singen mit Posaunenchor eingeladen.

Preisverleihungsfest für ehrenamtliches Engagement

Freitagabend (6. Mai) feiert die Landessynode gemeinsam mit fast 50 Ehrenamtlichen aus dem gesamten Raum der Nordkirche das Preisverleihungsfest ‚ausgezeichnet‘. Prämiert werden beispielhafte Projekte, in diesem Jahr für den Erhalt von Biodiversität auf kirchlichen Flächen und für digitales Engagement. „Damit bringen wir unsere Wertschätzung für die wertvollste Ressource unserer Kirche zum Ausdruck“, so Präses Ulrike Hillmann. „Gerade in dieser Zeit spüren wir in besonderer Weise, wie kostbar Engagement und Kreativität unserer haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden sind.“

Die Kollekte aus dem Gottesdienst sowie der Erlös aus einer Tombola am Abend werden der diakonischen Arbeit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Polen für ihren Einsatz für Flüchtlinge zugutekommen. 

Das Präsidium der Landessynode möchte mit dieser Tagung ein starkes öffentliches Zeichen setzen. Für das Ende der Tagung wird eine gemeinsame Bekundung der Landessynode erwartet. „Mir ist diese Synodentagung ein Herzensanliegen, weil gerade unsere Kirche angesichts des schrecklichen Krieges in der Ukraine und seiner Folgen, angesichts der Nöte, Sorgen und Ängste, die dieses Geschehen in breiten Teilen auch unserer Gesellschaft auslöst, nicht weitermachen darf, ohne sich den Raum für ein vertieftes Nachdenken über diese Umbruchsituation zu nehmen,“ so Präses Hillmann. 

Interviewpartner für Ihre Berichterstattung von der 2. Sondertagung:

Michael Strunk
- Oberst i.G. (im Generalstabsdienst), Leiter Projektmanagement und Lehrgruppenleiter an der Führungsakademie der Bundeswehr, Hamburg
- Berufenes Mitglied der Landessynode der Nordkirche, Mitglied im Ausschuss für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung

Prof. Dr. Michael Haspel
- Fachverantwortlicher wissenschaftlicher Mitarbeiter für Systematische Theologie am Martin-Luther-Institut der Universität Erfurt und
- seit 2011 außerplanmäßiger Professor für Systematische Theologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena
- Forschung u. a. zur Friedensethik und Sicherheitspolitik

Renke Diedrich Brahms
- Evangelischer Pastor und Theologe
- 2008 bis 2021 Friedensbeauftragter der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
- 2007 bis 2019 Schriftführer (= Leitender Geistlicher) der Bremischen Evangelischen Kirche

Cornelia Coenen-Marx
- Evangelische Theologin, Pastorin und Publizistin
- Seit 2015 selbständig mit dem Unternehmen ‚Seele und Sorge‘ zu den Themen Arbeit, Soziales, Diakonie und Zivilgesellschaft
- 2007 bis 2015 Leiterin des Referats Sozial- und Gesellschaftspolitik im Kirchenamt der EKD in Hannover
- 2004 bis 2007 Nahostreferentin und Leiterin der Überseeabteilung im Kirchenamt der EKD

Bischof Dietrich Borissowitsch Brauer
- Russischer Staatsbürger, lutherischer Theologe aus Moskau
- Seit 2014 Erzbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Russland (ELKR)
- Seit 2011 Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER)
- Dietrich Brauer musste Russland im März 2022 mit seiner Familie verlassen, weil er sich gegen den Krieg positioniert hat | aktueller Aufenthalt in Ulm, an verschiedenen Orten Mitwirkung bei Friedensgebeten
- Jüngster und erster einheimischer Bischof einer lutherischen Kirche in Russland
- Verheiratet mit der Pastorin Tatjana Petrenko

Hinweis an die Redaktionen:
Zum „Gottesdienst auf dem Weg“ und zum Fest „ausgezeichnet!“ erhalten Sie weitere Pressemitteilungen.

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