6. April 2018 | Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin

Theater und Kirche - wir öffnen den Blick auf die Welt

06. April 2018 von Gerhard Ulrich

Theaterpredigt zu Friedrich Hebbels „Die Nibelungen“

Liebe Theatergemeinde,

herzlich begrüße ich Sie zu meiner fünften Theaterpredigt – wieder im Konzertfoyer, wie bei der ersten Predigt im Frühjahr 2015. Ich bin dem Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin sehr dankbar, dass es uns wieder sein Haus öffnet, damit der Dialog zwischen Kirche und Theaterweitergehen kann.

Beide, Theater und Kirche, suchen nach dem, was die Welt im Innersten zusammenhält, nach dem Grund allen Lebens. Und wo wir sonst gern den Vorhang schließen, damit niemand unnötig beunruhigt wird, da geht der Vorhang hier und in der Kirche auf! Wir öffnen den Blick auf die Welt, wie sie ist – und wie sie sein könnte. Denn nur wenn der Vorhang offen bleibt, können wir mutig ins Leben schreiten.

Ich danke den Schauspielerinnen und dem Schauspieler, Julia Keiling, Antje Trautmann und Jochen Fahr sowie dem Organisten Sebastian Junius, dass sie sich zur Verfügung stellen und Szenen aus Hebbels „Die Nibelungen“ für uns spielen, bevor die Abendvorstellung mit dieser Inszenierung des Gastregisseurs Jan Gehler beginnt. Die Schauspielerinnen und der Schauspieler werden wegen der sich wegen der anschließenden Abendvorstellung im großen Haus sich gleich nach ihren letzten Szenen zurückziehen.

Ich danke der Dramaturgin Jenny Flügge sowie Generalintendant Lars Tietje und der Schauspieldirektion für die Zusammenarbeit.

In den Vorbereitungen zu dem heutigen Abend war es nicht leicht, einen Bogen zu finden aus Friedrich Hebbels‘ ja eigentlich für zwei Abende geschrieben ist – also eine Fülle von Stoff bietet. Wir präsentieren Ihnen Teile, Themen, Szenen und greifen sie auf. Dazwischen füge ich kurze Erzählabschnitte ein, um Ihnen den Zusammenhang zu bieten.

Nun zum Inhalt des Stückes:

Das mittelalterliche Nibelungenlied beginnt mit der Erzählung vom Königssohn Siegfried. Der hört von der Schönheit der Burgunderprinzessin Kriemhild und begibt sich an den burgundischen Hof nach Worms, um dort um sie zu werben. Hier trifft er auf Kriemhilds Brüder: König Gunther und den jüngeren Giselher. König Gunthers wichtigster Einflüsterer ist dessen Onkel, der grimmige Hagen Tronje.

Siegfried besiegte einst einen Drachen und badete in dessen Blut, wodurch seine Haut wie Horn wurde, außer an einer Stelle, auf die ein Lindenblatt gefallen war. Außerdem hatte Siegfried einen unermesslichen Schatz geraubt. Wer immer den Schatz besitzt, wird „die Nibelungen“ genannt. Und da er in die Hände der Burgunder gerät, sind diese schließlich die Nibelungen.

Auf diesen Kranz von Geschichten greift 1855 Friedrich Hebbel zurück, um – wie er einmal schrieb – „den dramatischen Schatz des Nibelungenliedes für die reale Bühne flüssig zu machen“. Für Generationen von Regisseurinnen und Regisseuren ist das eine künstlerische Herausforderung. So auch hier in Schwerin. Diese Inszenierung arbeitet den Konflikt der Geschlechter heraus und wie sich die Figuren immer tiefer in die Konsequenzen ihres Handelns verstricken.

Wir Christen schöpfen aus einem weiteren dramatischen literarischen Schatz: aus der Bibel. Mit ihren Texten greifen wir auf die menschliche Dramatik und stellen sie in die Geschichte Gottes mit den Menschen. Darum nun aus einem alten Gebet aus der heiligen Schrift. Es setzt einen dramatischen Gegen-Akzent:

Psalm 96
Singet dem HERRN ein neues Lied; singet dem HERRN, alle Welt!
Singet dem HERRN und lobet seinen Namen, verkündet von Tag zu Tag sein Heil!
Erzählet unter den Heiden von seiner Herrlichkeit, unter allen Völkern von seinen Wundern!
Denn der HERR ist groß und hoch zu loben, mehr zu fürchten als alle Götter.
Denn alle Götter der Völker sind Götzen; aber der HERR hat den Himmel gemacht.
Hoheit und Pracht sind vor ihm, Macht und Herrlichkeit in seinem Heiligtum.
Ihr Völker, bringet dar dem HERRN, bringet dar dem HERRN Ehre und Macht!
Bringet dar dem HERRN die Ehre seines Namens, bringet Geschenke und kommt in seine Vorhöfe!
Betet an den HERRN in heiligem Schmuck; es fürchte ihn alle Welt!
Sagt unter den Heiden: Der HERR ist König. Er hat den Erdkreis gegründet, dass er nicht wankt. Er richtet die Völker recht.
Der Himmel freue sich, und die Erde sei fröhlich, das Meer brause und was darinnen ist;
das Feld sei fröhlich und alles, was darauf ist; jauchzen sollen alle Bäume im Walde
vor dem HERRN; denn er kommt, denn er kommt, zu richten das Erdreich. Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker mit seiner Wahrheit.

Musik II „In dir ist Freude“

Erzählung 1
Burgunderkönig Gunther ist fasziniert von der Amazone Brunhild, Königin des geheimnisvollen Isenlands. Er will sie zur Frau. Als Siegfried an Gunthers Hof erscheint, bietet Gunther einen Tauschhandel an: Siegfried bekommt Kriemhild zu Frau, wenn er Gunther im Gegenzug Brunhild verschafft. Das könnte klappen. Denn Siegfried war bereits in Isenland gewesen, hatte Brunhild, von seiner Nebelkappe geschützt, gesehen – und verschmäht.

Jetzt haben die Männer das mythische Land im Norden erreicht und den Plan ausgeheckt: Siegfried gibt sich als Vasall aus, der zu den Booten zurückkehrt, während Gunther zum Zweikampf mit der Amazone schreitet. Doch heimlich soll er – wieder durch die Nebelkappe unsichtbar gemacht – zurückkehren, in den Kampf eingreifen und Gunther zum Sieg verhelfen.
Nun erscheint Brunhild.

Szene 1

Brunhild. Heute ist die Stunde endlich da.
Die Gefahr ist nah.
Gefahr? Gefahr! Der Flammensee ist längst erloschen, der meine Burg umgab.

Und dennoch blieb der Recke mit der Balmungklinge aus, der ihn durchreiten sollte, nachdem er des Lindwurms blut'gen Hort erstritt.

Ich weiß es lange, dass meiner in der Stunde der Entscheidung die Offenbarung harrt. Vielleicht stehn alle Götter unsichtbar um mich herum und werden mir erscheinen, sobald der erste Tropfen Blutes rinnt.

Ich fürchte nichts.

Markgraf Rüdeger(zum Landesbischof).Du musst sie mit Gewalt von hinnen führen! Ist es nur erst geschehn, so dankt sie's dir.

Brunhild. Meinst du? Du kannst dich täuschen. Wisst ihr denn, Was ich euch opfern soll? Ihr wisst es nicht, Und keiner hat's gewusst. Vernehmt's zuvor, Und fragt euch, wie ich es verteid'gen werde! Mich hat das Schicksal Zu seiner Hohenpriesterin geweiht.

Die Erde wird sich plötzlich vor mir öffnen und mir enthüllen, was sie birgt im Kern, Die Sterne droben werd ich klingen hören Und ihre himmlische Musik verstehn, Und noch ein drittes Glück wird mir zuteil, Ein drittes, das sich gar nicht fassen lässt!

(hoch aufgerichtet mit starren Augen). Einst kommt der Morgen, wo der Boden sich vor mir in Luft verwandelt! Er ist Durchsichtig. Farb'ge Wolken unter mir, Wie über mir. Seid ihr blind, dass ihr nichts seht? Wir schweben ja im Abgrund! Der Erdball wird zum Kristall für mich, Und was Gewölk mir schien, ist das Geflecht Der Gold- und Silberadern, die ihn leuchtend Durchkreuzen bis zum Grund.

Und bald verbreitet sich's von Pol zu Pol. Dann ziehn sie noch, wie jetzt, zu mir heran, Doch nicht mit Schwertern, um mit mir zu kämpfen, Nein, demutvoll, mit abgelegten Kronen, Um meine Träume zu behorchen und Mein Stammeln auszudeuten, denn mein Auge Durchdringt die Zukunft, und in Händen halt ich Den Schlüssel zu den Schätzen dieser Welt. So thron ich schicksallos, doch schicksalkundig, Hoch über allen. Es rollen Jahrhunderte dahin, Jahrtausende, Ich spür es nicht! Doch endlich frag ich mich: Wo bleibt der Tod? Da geben meine Locken Mir Antwort durch den Spiegel, sie sind schwarz Und ungebleicht geblieben, und ich rufe: Dies ist das Dritte, dass der Tod nicht kommt!

Predigtteil 1
Brunhild kommt aus einer anderen Welt und lässt sich herab zu den Männern. Sie hat eine Vision: „Die Erde wird sich plötzlich vor mir öffnen Und mir enthüllen, was sie birgt im Kern, Die Sterne droben werd ich klingen hören Und ihre himmlische Musik verstehn…“ – Göttliches Wissen, Geheimnis des Leben bei ihr?!  Dann wird der Kosmos sich transformieren von einem Erd-Ball zu einem Kristall und eine Endzeit beginnen, in der  sie als Prophetin Rat und Hilfe spenden, alle Machtkämpfe auf der Erde beenden wird –Vision eines ewigen goldenen Zeitalters.

Dies scheint doch ganz ähnlich dem,  was Jesaja geschaut hat über Juda und Jerusalem: Es wird zur letzten Zeit der Berg, da des HERRN Haus ist, fest stehen, höher als alle Berge und über alle Hügel erhaben, und alle Heiden werden herzulaufen, und viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinaufgehen zum Berg des HERRN, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen!...Und er wird richten unter den Nationen und zurechtweisen viele Völker. Da werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Spieße zu Sicheln. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.

„Schwerter zu Pflugscharen!“ Immer noch fasziniert dieser Slogan, erinnert an die Friedensbewegung der DDR, der BRD und führt uns zugleich unsere Rat- und Hilflosigkeit angesichts der unzähligen Kriege, militärischen Konflikte, Flüchtlingsströme und Terroranschläge vor Augen. „Wisst ihr nicht, dass wir im Abgrund schweben?“ – So hören wir Brunhild. Und es stimmt ja: Abgrundtief sind Hass und Neid und Missgunst. Abgrundtief die Todessehnsüchte und auch die menschliche Hybris: Herrscherin über den Kosmos? Prophetin des Schicksals?

Die ganze Inszenierung spielt auf einer Bühne, die über und über bedeckt ist mit Gebeinen. Tod und Vergehen ist der Boden, auf dem die Geschichte ihren Lauf nimmt. „Siehe, jetzt sprechen sie: unsere Gebeine sind verdorrt, und unsere Hoffnung ist verloren, und es ist aus mit uns…“ So beschreibt der Prophet Ezechiel die Situation des Volkes Gottes. Aber, anders als beim Propheten Ezechiel, ist hier keine Verheißung neuen Lebens - hier ist nicht Auferstehung, Tod, der sein Spiel spielt inmitten von Todgeweihten, von allen guten Geistern Verlassenen.

Verrat und falsche Schwüre; Respektlosigkeit. Menschen sind Spielbälle in einem Flipperspiel: angestoßen von „starken“ Männern, die ihre Muskeln spielen lassen; verschworener Haufen, der auf Nibelungentreue setzt; über Leichen geht, auf das Recht des Stärkeren setzt. Abgründe tun sich auf aus Gottlosigkeit, Verirrung.

Brunhilds Vision bleibt gefangen in einem mythischen Weltbild: Befreiung aus dem Leid der Welt gibt es nur in einer Welt voller Götter. Und sie, die Hohepriesterin, will aufsteigen zu der Göttin, die das goldene Zeitalter ausruft.

Als der Teufel an Jesus in der Wüste herantrat und ihm die ganze Welt versprach, wenn er ihn anbete, da verweigerte sich Jesus. Diese Distanz zur Macht in ihrer Welt hat Brunhild nicht.

Den befreienden Ruf von Psalm 96 kennt sie nicht: „Alle Götter der Völker sind Götzen; aber der HERR hat den Himmel gemacht. Hoheit und Pracht sind vor ihm, Macht und Herrlichkeit in seinem Heiligtum.“

Der Beter setzt sein ganzes Vertrauen auf Gott, der am Ende aller Tage für einen gerechten Ausgleich unter den Völkern sorgen und die Waffen zum Schweigen bringen wird. Er widerspricht allen religiös-apokalyptischen Endzeitvorstellungen, die auch heute zur Rechtfertigung für terroristische oder kriegerische Gewaltexzesse herhalten sollen. Nicht das Bild einer sich selbst zerfleischenden Weltbevölkerung entwirft er, die naturgesetzlich dazu verdonnert ist, sich wie die Burgunder zu vernichten. Er eröffnet eine Zukunft, die frei ist von allen Schrecken und Ängsten. Macht uns Mut, Schritte in diese Richtung zu gehen.

Jesaja 52
Wie lieblich sind auf den Bergen die Füße des Freudenboten, der da Frieden verkündigt, Gutes predigt, Heil verkündigt, der da sagt zu Zion: Dein Gott ist König!...

Seid fröhlich und jubelt miteinander, ihr Trümmer Jerusalems; denn der HERR hat sein Volk getröstet und Jerusalem erlöst.

Der HERR hat offenbart seinen heiligen Arm vor den Augen aller Völker, dass aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes…

… der HERR wird vor euch herziehen und der Gott Israels euren Zug beschließen.

Musik III „O, Haupt voll Blut und Wunden“

Erzählung 2
Bei der Doppelhochzeit in Worms wird Kriemhild Siegfrieds und Brunhild Gunthers Frau. Brunhild, deren Zweifel wachsen, wirklich vom Stärksten unterworfen zu sein, will Gunter in der Hochzeitsnacht den Beischlaf verweigern. Siegfried soll es erneut richten, setzt wieder die Nebelkappe ein und bricht Brunhilds Widerstand. Dabei nimmt er versehentlich ihren Gürtel mit und lässt ihn achtlos in der Kammer Kriemhilds liegen. Die Sache spitzt sich zu. In einem Gespräch zwischen den beiden Königinnen verlangt Brunhild für sich die Vorrangstellung, weil Kriemhild ja bloß die Frau eines Vasallen ihres Ehemannes sei. Es kommt zum Streit und Kriemhild kann den Mund nicht halten.

Szene 2

Brunhild. Das weiß die ganze Welt! Eh ich geboren wurde, war's bestimmt, dass nur der Stärkste mich besiegen solle –

Kriemhild. Ich glaub's ja gern.

Brunhild. Und doch?

Kriemhild (lacht).

Brunhild. So bist du toll! Ist deine Angst so groß, dass wir zu streng Mit den Vasallen sind?

Kriemhild. Siegfried ist ein König!

Brunhild. Er trat bei mir zurück vor deinem Bruder, Er ist Vasall.

Kriemhild. Nicht weiter!

Brunhild. Du willst mir drohn? Ich bin bei Sinnen! Bleibe du es auch! Es musste doch ein Grund vorhanden sein.

Kriemhild. Es war ein Grund! Und schaudern würdest du, Wenn du ihn ahntest.

Brunhild. Schaudern!

Kriemhild. Schaudern! Ja! Doch fürchte nichts! Ich liebe dich auch jetzt Noch viel zu sehr und kann dich nie so hassen, Um dir den Grund zu nennen. Sei stolz und frech, ich bin aus Mitleid stumm!

Brunhild. Du prahlst, Kriemhild, und ich verachte dich!

Kriemhild. Das Kebsweib meines Gatten mich verachten!

Brunhild. Legt sie in Ketten! Bindet sie! Sie rast!

Kriemhild. (zieht den Gürtel hervor). Kennst du den Gürtel?

Brunhild. Wohl! Es ist der meine, So muss er mir bei Nacht gestohlen sein!

Kriemhild. Gestohlen! Dennoch gab ihn mir kein Dieb!

Brunhild. Wer sonst?

Kriemhild. Der Mann, der dich bewältigt hat! Doch nicht mein Bruder!

Brunhild. Kriemhild!

Kriemhild. Mein Gatte gab ihn mir!

Brunhild. (Nein! nein!)

Kriemhild. So ist's!

Brunhild. Wo sind die Herren von Burgund?
Ich bin betrogen.
Nicht bloß
Dies schmale Land, mir war die ganze Erde
Zum Eigentum bestimmt, auch sollten mir
Die Sterne reden und sogar dem Tod
Die Herrschaft über mich genommen sein.

Ich ward nicht bloß verschmäht,
Ich ward verschenkt, ich ward wohl gar verhandelt!

Ihm selbst zum Weib zu schlecht,
War ich der Pfenning, der ihm eins verschaffte!

Das ist noch mehr, als Mord,
Und dafür will ich Rache! Rache, Rache!

Predigtteil 2
Zwei Frauen suchen Nähe zueinander. Aber die schlimmen Erfahrungen verhindern das, die sie mit den Burgundern machen mussten: verschmäht, verschenkt, verhandelt. Missbraucht von scheinstarken Männern. Beide sind betrogen.

Kriemhild weiß: in ihrer Hochzeitsnacht schlief er mit der anderen.  Und Brunhild weiß nun: Er betrog sie zwei Mal – als er sich im Isenland und dann im Hochzeitsbett für Gunther ausgab. Das alles macht sie zu Rivalinnen. Und Brunhild ist jetzt klar: ja, Siegfried hat mich in der Hochzeitsnacht genommen – doch nur, um an seine Kriemhild ranzukommen. Ich war Instrument nur, Werkzeug, Pfennig.  Er - der von ewig her für mich bestimmt war - benutzte mich, demütigte mich.

Berufen, Prophetin eines weltumspannenden goldenen Zeitalters zu sein und dem gewaltigen Siegfried zu gehören, bleibt ihr nichts als ein Streifen Land und ein Schwächling an ihrer Seite.

Brunhild folgt weiter ihrer mythischen „Programmierung“. Die treibt sie unweigerlich erneut zu Siegfried. Und wenn sie ihn nicht haben kann, muss sie ihn vernichten. Sie schreit nach Rache. Das ist das Ziel – nicht Gerechtigkeit - dieser vergewaltigten Frau, die nun die Burgunder instrumentalisiert, Siegfried zu meucheln. Das wird von den Burgundern auch exekutiert.

Für die Burgunder ist das ganze Staatsräson und Firmenpolicy. Die Helden von einst sind zur Managerclique eines Familienunternehmens mutiert. Ein Männerclub, in den Frauen nur durch Heirat Eingang finden und ihren Platz in der zweiten Reihe haben. Hagen ist der Treiber, der weiß, im Reich muss die Königsfrau zum König stehen. Brunhilds Forderung muss erfüllt werden. Noch ahnt er nicht, dass Kriemhild, die Gerechtigkeit will und sie nicht bekommt, sich furchtbar rächen wird. Gunther, auch politisch der Schwächling, lässt es geschehen. Alle machen mit. Nibelungentreue nennen sie es. Bis heute. Die schafft keine Gerechtigkeit. Lässt nur schwache Leute groß aussehen.

Es bleiben Verrat, Rache, Tod. Liebe, Barmherzigkeit, Zärtlichkeit: ausgetrieben durch das Spiel von Macht und gnadenloser Eifersucht. Da ist kein Gott. Da sind nur Täter - Opfer.

Musik IV: nimmt noch einmal auf „O, Haupt voll Blut und Wunden“

Erzählung 3
Kriemhild schwört, Siegfried zu rächen, weil die Clique an den Schalthebeln der Macht ihr das Recht verweigert, den Mörder ihres Mannes bestrafen zu lassen. Jahre später hört der Hunnenkönig Etzel von der stolzen Witwe, schickt Markgraf Rüdeger nach Worms, damit dieser in seinem Auftrag um sie werbe. Kriemhild zieht ins Hunnenland, wird Etzels Frau und bindet Rüdeger durch Eid als Gefolgsmann an sich. Als sie nach sieben Ehejahren Etzel einen Sohn gebiert, sind die Puzzleteile für den Rachefeldzug zusammengefügt. Kriemhild und der ahnungslose Etzel laden die Burgunder ein zu einem Fest. Rüdeger führt sie dorthin und bürgt für eine Friedenszeit. Unterwegs heiratet Gunthers jüngerer Bruder Giselher Rüdegers Tochter. Womit Rüdeger endgültig den Burgundern und Kriemhild in Treue verbunden ist.

Kaum sind die Gäste angekommen, zettelt Kriemhild ein Gemetzel zwischen Hunnen und Burgundern an. Hagen erschlägt daraufhin Kriemhilds Sohn. Jetzt kommt es zu einem gewaltigen Saalkampf.

Szene 3

Kriemhild. Wie viele leben denn noch?

Rüdeger. Alle Burgunden, die ins Land gezogen, sind auch gefallen –

Kriemhild. Aber Hagen lebt!

Etzel. An sieben tausend Hunnen liegen dort –

Kriemhild. Und Hagen lebt! Und wenn ich Blut vergieße, bis die Erde ertrinkt, und einen Berg von Leichen türme, bis man sie auf dem Mond begraben kann, so häuf ich ihre Schuld, die meine nicht. Bin ich verräterisch und falsch? Sie lehrten mich, wie man den Helden in die Falle lockt. Und bin ich für des Mitleids Stimme taub? Sie waren's, als sogar der Stein zerschmolz. Ich bin in allem nur ihr Widerschein.

Rüdeger zu den Waffen.

Rüdeger. Nein, König, das begehrst du nicht von mir! Ich kann und will sie nicht verteidigen, doch hab ich sie auf Treue hergeführt, und darf ich sie nicht schützen gegen dich, so leih ich dir doch auch nicht meinen Arm ...

Etzel. Du sprichst von Treue, Rüdeger. Ich darf Dich wohl zum Zeugen nehmen, dass ich sie heilig zu halten weiß. Doch, gilt das hier? Sie stehen jenseits der Natur und brauchen als Waffe, was im Abgrund still versank, eh sich der Bau der Welt zusammenschloss.

Kriemhild. So ist's. Der gift'ge Degen ist die Schande des Ersten, doch der Zweite schwingt ihn frei!

Rüdeger. Barmherzigkeit! Was soll ich sagen, wenn mir der junge Giselher entgegentritt? Wenn ich ihn überwinde, wie tret ich wohl vor meine Tochter hin? – Dich treibt der Schmerz um den Verlorenen, willst du ihn auf mein Kind, das liebt, wie du, und nichts verbrach, vererben und es töten? Das tust du, wenn du mich zum Rächer wählst, denn, wie das blut'ge Los auch fallen mag, Ihr wird der Sieger immer mit begraben, und keiner von uns beiden darf zurück.

Kriemhild. Das alles hättest du erwägen sollen, bevor der Bund geschlossen ward. Du wusstest, was du geschworen!

Rüdeger. Nein, ich wusst es nicht, und, du hast es selbst noch weniger gewusst. Wär's dir selbst wohl in den Sinn gekommen, dass du das Leben deiner Brüder fordern würdest? Wie sollte ich's denn ahnen und den ersten und edelsten der Jünglinge verschmähn, als er um meine Tochter warb!

Kriemhild. Ich will ihr Leben auch noch heute nicht! Die Tür steht offen für sie alle, bis auf einen: Wenn sie die Waffen drinnen lassen wollen und draußen Frieden schwören, sind sie frei.

Kriemhild. Das eben ist's: Heut sind sie untreu, morgen wieder treu: Das Blut des Edelsten vergießen sie, wie schmutz'ges Wasser, und den Höllengischt, der in den Adern dieses Teufels kocht, bewachen sie bis auf den letzten Tropfen, das konnt ich auch nicht ahnen, als ich sie so miteinander hadern sah. Gleichviel! Der grimm'ge Mörder sprach am Sarg in bittrem Hohn zu mir: Dein Siegfried war vom Drachen nicht zu trennen, und man schlägt die Drachen tot. Das wiederhol ich jetzt! Ich schlag den Drachen tot und jeden mit, der sich zu ihm gesellt und ihn beschirmt.

Etzel. Wort ist Wort.

Rüdeger. So schwer, wie ich, ward noch kein Mensch geprüft, Denn was ich tun und was ich lassen mag, so tu ich bös.
(Aus dem Saal heraus Becherklang.)

Etzel. Sie sitzen auf den Toten und trinken Blut.

Kriemhild. Sie trinken aber doch!

Rüdeger. Kriemhild, ich habe dir den Eid geschworen und muss ihn halten, das erklär ich laut für meine Pflicht und mäkle nicht daran. Ich flehe nicht um Gold und Goldeswert, nicht um mein Leben oder meinen Leib, nicht einmal um mein Weib und um mein Kind. Das alles fahre hin, ich fleh zu Euch um meine Seele, die verloren ist, wenn Ihr mich nicht von diesem Eide löst.

Kriemhild. Du tust mir leid, allein du musst hinein! Du musst, wie ich, und wenn du fluchen willst, so fluche auf die, sie zwingen dich, wie mich.

Predigtteil 3
Da steht Kriemhild auf der Mauer. Ihr zur Seite Etzel, in dem Brunhilds Seele zu neuem Leben erwacht ist. Zwei Frauen, deren Würde geschändet wurde, rächen sich mit den Methoden der Männerwelt, die ihnen das antat. Von oben herab blicken sie auf ein Gemetzel, das von der verbitterten Kriemhild herbeigeführt worden ist: Mord – sagt sie nun – muss erst mit Mord gerächt werden, bevor Recht und Gerechtigkeit wieder einziehen können. Auge um Auge, Zahn um Zahn! „Bin ich für des Mitleids Stimme taub?“ – Kriemhild scheint erschrocken über sich selbst.

Im Kampfgetümmel schreit Giselher: „Bist du es, Schwester? Habe doch Erbarmen mit meinem jungen Leib.

Kriemhild: Komm nur!

Giselher: Ich kann ja nicht allein.

Kriemhild: So bringe mit, was unsere Mutter wiegte.

Giselher: Wir sind noch mehr.

Kriemhild: Wer Schonung will, der schlage erst das Haupt des Tronjers ab und zeig's!

Giselher: Mich reut mein Wort!

Keine der beiden Seiten kann zurück. Keine kann anfangen aufzuhören. Während Rüdeger mit hörbarem Entsetzen aufzählt, wer bereits gefallen ist, antwortet sie unerbittlich: „Und Hagen lebt“... schickt Rüdeger dann in das sinnlose Gemetzel. Tötet er Giselher, mordet er den Ehemann seiner Tochter. Tötet der ihn, mordet Giselher den Vater seiner Ehefrau. Nur er bittet um Barmherzigkeit, nur er weiß, wie auch der Kampf für ihn ausgeht: dem Sieger stirbt die Seele.

Was macht es mit Menschen, wenn sie nicht herauskommen aus dem Kreislauf der Gewalt, wenn sie keine Barmherzigkeit kennen? Sie strafen, sie töten weiter. Doch der Tod eines Menschen ist keine Antwort auf eines Menschen Tod. Weil er kein neues Leben schafft.

Kriemhild wollte Gerechtigkeit und wird zur Rache getrieben. Ausweglos die Gewalt. Bekommen wir es überhaupt alleine hin: diese Gerechtigkeit, die nicht nur alle berechtigten Ansprüche einlöst, sondern jeden – auch den, der nichts vorzuweisen hat – an der Fülle des Lebens teilhaben lässt? Können wir ein Ohr haben für das Flehen der Opfer, wenn wir selber Opfer sind? Und können wir gar ein Ohr haben für das Flehen der Täter dann? Wenn ihre Vernichtung doch das Einzige zu bleiben scheint, was uns hilft, zu überwinden? Den Ruf nach Ausweg: hören wir den, wenn die Wut so groß ist? Und können wir überhaupt durchbrechen die furchtbar blutige Logik der Rache und der Gewalt? Wir sind ja Menschen!?

Da muss eine Kraft von außen kommen. Einer muss anfangen aufzuhören. Schluss machen mit dem Kreislauf der Gewalt, damit neues Leben beginnen kann.

Wie wäre die Sache ausgegangen, wenn Kriemhild handeln würde wie die junge Frau aus Parkland, Florida, die den Amoklauf eines Jugendlichen miterleben musste an ihrer Schule; Emma Gonzales, die ihre beste Freundin sterben sah und 16 weitere; die voller Wut steckt auf die wiederholten Morde durch Waffen, die in ihrem Land jedermann tragen und benutzen darf? Und die ein Ende fordert des Wahnsinns der Aufrüstung und eine Bewegung gründet, die Hunderttausende nach Washington lockt, um für schärfere Waffengesetze zu demonstrieren; und die da auf der Bühne steht zwischen Capitol und Weißem Haus, eine kleine 16-Jährige; und die schweigt. 6,5 Minuten – so lange, wie die Schießerei an ihrer Schule gedauert hatte, schweigt sie und weint um ihre Freundin und die anderen. Und sagt: „Schützt das Leben mehr als die Waffen“.

Sie richtet mehr aus als die selbsternannten Helden der Politik. Firmen ziehen sich zurück von der mächtigen Waffen-Lobby. Das „Stopp der Gewalt“ wir lauter, weil eine anfängt, aufzuhören, nicht in die Automatik von Schmerz und Rache verfällt. Nicht „Rache“ ruft, bis ihr die Stimme versagt. Sondern: Hört auf.

„Kreuzigt ihn!“ – so schrien die Leute am Karfreitag ihre Gier nach selbst verstandener Gerechtigkeit heraus! Einer muss bezahlen! Und zwar der, den sie gerade noch wie einen König empfangen hatten mit Palmenzweigen und Hosianna-Rufen. Und nun, am Ende des Tages: Haben sie das Siegfrieds-Mal gefunden und stoßen zu. Gnadenlos. Barmherzigkeit unerwünscht.

Und um die neunte Stunde stirbt Jesus. Eine Revolution der Religion, was da geschieht. Jesus Christus sprengt das alte System! Fängt an, aufzuhören! Steigt heraus aus den Bildern, die sich die Leute machen von Gott, von Recht, von Gerechtigkeit. Und Gott wird auf neue, fremde Weise systemrelevant, in dem System der bedingungslosen Liebe, des Respekts und der Barmherzigkeit. Einer opfert sich, damit Schluss sein kann mit der ständigen Opferei.

Gibt sich nicht zufrieden damit, dass Barmherzigkeit in menschlicher Gerechtigkeit nicht vorgesehen ist. Löst den Schuldschein ein. Das ist der Kern der Botschaft vom Kreuz. Da werden durchbrochen die Kreisläufe der Gewalt, da wird wahr die Wende vom Tod zum Leben! Gebeinen wird Atem eingehaucht, neues Leben, bewegt von Hoffnung. Immer noch schwebend im Abgrund. Nun aber in einem Abgrund von Liebe und Hingabe. Verrat wird nicht mit Verrat beantwortet.

So gehören Karfreitag und Ostern zusammen. Da feiern die Christen, was geschehen ist: den Umschwung vom Tod zum Leben. Gott erweckt den gekreuzigten und gestorbenen Jesus zu neuem, ewigem Leben. Die Vision des Propheten wird erfüllt: “…Da kam Odem in sie, und sie wurden wieder lebendig und stellten sich auf ihre Füße…“ Mit dieser Revolution Gottes hat sich die Wirklichkeit der Welt fundamental verändert: Gottes Aufstand gegen den Tod hat begonnen.

Natürlich – das Leid nicht verschwunden. Immer wieder neue Opfer von Gewalt und Hass, immer wieder Ratlosigkeit angesichts von Krieg und Terror. Immer wieder auch Nibelungentreue, Vasallentreue. Das Kreuz in dieser Welt löst sich nicht in Wohlgefallen auf. Aber jene, die den Herrn erkannt haben, denen die Augen aufgegangen sind: Sie sind andere geworden, sehen anders auf die Welt. Sie stellen sich auf ihre Füße. Sie sagen weiter, was verheißen ist. Sie glauben Gott nicht bei den Toten, sondern im Leben! Inmitten von Trauer und Angst.

Die Lebensenergie des Auferstandenen strahlt aus, weit über den Kreis der Christen hinaus, auch außerhalb von Kirchenmauern: Wer von der Auferstehung berührt ist, gibt sich nicht zufrieden mit Ungerechtigkeit, sozialen Gräben, Gewalt und Hunger, Vergeltung und Verfolgung, Verachtung und Beleidigung.

Sie alle lässt es nicht kalt, wenn der syrische Diktator Bomben auf sein Volk wirft und ein anderer zu Lande und aus der Luft kurdische Lebensräume zerstört. Ebenso wenig kann es uns ruhig lassen, wenn Christen in Ägypten und an anderen Orten der Welt verfolgt und getötet werden. Aber: Wir antworten österlich und begegnen diesem Hass nicht mit neuem Hass!

Der Osterglaube ist das Vertrauen, dass Gott die Werte der Welt umkehrt, dem Elend ein Ende zeigt und einen Anfang macht mit Freiheit und Gerechtigkeit. Gott lässt sich nicht vereinnahmen von denen, die in seinem Namen töten, terrorisieren, unterdrücken. Er hebt den Bedürftigen aus dem Staub und den Armen aus der Asche. Ohne Nebelkappe, erkennbar, mit sichtbaren Spuren. Nicht Nibelungentreue. Liebestreue.
Amen.


Musik IV:  "Christ ist erstanden"
Gebet (noch einmal aus Psalm 96)
Vaterunser
Segen

 

 

 

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