Die Geschichte der Arche Noah als Musical

Tourneestart: "Die Flut" - Das Musical im Hafen

Sie alle sind Noah auf der Arche: Das Ensemble des Musicals "Die Flut". Foto: Junge Nordkirche
Sie alle sind Noah auf der Arche: Das Ensemble des Musicals "Die Flut". Foto: Junge Nordkirche

06. Juli 2026 von Inke Pohl

In diesen Wochen tourt der Dreimastschoner Swaensborgh durch die Ostsee. Mit an Bord: 30 junge talentierte Musical-Darsteller und Darstellerinnen. In Urlaubsorten an der Ostsee führen sie "Die Flut - das Musical im Hafen" auf. Natürlich Open-Air, direkt an der Kaimauer, als sommerliches Urlaubserlebnis für alle. Premiere ist am 10. Juli in Laboe.

Damit die dramatische Geschichte der Sintflut und der Arche Noah als familientaugliches Musical funktioniert, hat das Ensemble das Stück gemeinsam erarbeitet und intensiv geprobt. Jetzt reist es umweltfreundlich von Spielort zu Spielort.

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Der Sommer 2026 wird für 30 junge Menschen aus dem Norden anders als alle Sommer zuvor. Eine enge Mehrbettkajüte, kaum Privatsphäre, nordisches unberechenbares Wetter, vielleicht sogar Seekrankheit und jeden zweiten Abend eine Aufführung an einem anderen Spielort vor unbekanntem Publikum, Lampenfieber inklusive.

Termine und Aufführungen:

9. Juli:  Generalprobe Kiel - Holtenau
10. Juli: Laboe, Premiere mit Begrüßung durch Bischöfin Nora Steen
12.Juli:  Kappeln
14.Juli:  Flensburg
16.Juli:  Eckernförde
19.Juli:  Burg auf Fehmarn
21.Juli:  Lübeck mit Bischöfin Kirsten Fehrs
23. Juli: Kühlungsborn, Finale mit Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt 

Als Musical-Ensemble gehen sie gemeinsam auf Tournee. Die Nordkirche hat den Traditionssegler gechartert, die Junge Nordkirche koordiniert das Projekt.  

Lena (links) und Finja (Mitte) beim letzten Probenwochenende vor der Premiere.
Lena (links) und Finja (Mitte) beim letzten Probenwochenende vor der Premiere.© Inke Pohl, Nordkirche

Premiere nach intensiven Proben

Seit Anfang des Jahres proben und trainieren die Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Sie haben Texte gelernt, Choreos und Tänze erarbeitet, Textpassagen entwickelt und Musik einstudiert. Fast jeden Monat gab es ein intensives Probenwochenende, alle haben beträchtliche Stunden ihrer Freizeit investiert.

Wie die anderen der 30 jungen Menschen hat sich Finja im vergangenen Herbst beworben und eine Zusage bekommen. „Anfangs war ich unsicher. Aber es kamen zwei Leidenschaften zusammen: Singen und Segeln. Absagen kann ich ja immer noch“, so habe sie damals gedacht.  Doch der Funke sprang schon beim Casting über. „Es ist einfach toll, mit solchen Leuten zu arbeiten. Wir sind eine krass talentierte Truppe und ich bin ein Teil davon.“

Die „Swaensborgh: Sie wurde 1907 noch als Zweimast-Schoner gebaut und im Laufe der Jahre zweimal verlängert. Jetzt ist sie groß genug, um knapp 30 Jugendliche drei Wochen zu beherbergen und noch dazu als Musical-Bühne zu dienen.© TSC Group

Ein Schiff als Bühne und Zuhause   

So viele Menschen auf einem Schiff – das kann schon anstrengend werden“, meint Lena. „Aber wenn nicht mit diesen Leuten, mit wem dann? Wir verstehen uns alle richtig gut.“ Für die 19-Jährige ist das Musicalprojekt eine Gelegenheit, ihrem Berufswunsch ein Stück näher zu kommen.

„Nächstes Jahr bewerbe ich mich für die Aufnahmeprüfungen an Musical-Schulen“, sagt sie. Gerade erst hat sie Abitur gemacht: „Das war zeitweise sehr anstrengend, alles  hinzubekommen.“ Trotzdem war sie bei den vielen Probenwochenenden voller Elan dabei. 

Ron Zimmering, der Regisseur, und Alicia Geugelin, künstlerische Leitung, haben einen hohen Anspruch an die jungen Darstellerinnen und Darsteller. Der Ton bleibt immer freundlich, auch wenn mal etwas schief geht. Doch die Proben sind professionell und intensiv. „Hier wird man ein wenig zu einer anderen Person“, meint Lena. „Durch den Vibe passt man sich an. Dadurch entsteht Harmonie.“

Fünf junge Leute mit Kopfbedeckiungen  und Musikinstrumenten.
Viele aus dem Ensemble können nicht nur singen und tanzen, sondern auch bravourös verschiedene Instrumente spielen. Foto: Junge Nordkirche.

Klimawandel: Zwischen Wut und Hoffnung  

 „Die Flut – das Musical im Hafen“ nimmt den biblischen Stoff der Sintflut und der Arche Noah auf und überträgt ihn in die heutige Zeit. Eine dramatische Geschichte, unterhaltsam und mitreißend inszeniert – auch mit leisen und nachdenklichen Momenten. Die Texte haben alle gemeinsam entwickelt. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen konnten dabei ihre eigenen Sorgen und Ängste angesichts steigender Meeresspiegel und der Bedrohung durch den Klimawandel mit hineinbringen.

 „Es geht um Trauer über das, was man durch die Katastrophe zurücklassen muss, aber auch um Hoffnung darauf, was nach der Rettung auf der Arche kommt“, sagt Ron Zimmering.

Einmal waren junge Menschen aus Kongo, Venezuela und Nepal bei den Proben dabei. Sie haben erzählt, wie es ist, in besonders gefährdeten  Regionen leben zu müssen. „Ich habe meinen Blick für das Thema Klimawandel nochmal geschärft. Das bringt auch Wut mit sich“, meint Lena. „Für mich aber auch Hoffnung“, entgegnet Finja. „Dass es noch mehr Leute gibt, die was tun wollen.“   

Ein Abenteuer, das das Leben verändert  

Bisher konnten das Ensemble nur an Land proben. Nun geht es endlich auf die Swaensborgh. Hier werden die Abläufe noch mal angepasst. Das fast 120 Jahre alte Schiff wird für die Aufführung mal zur Kulisse, mal zur Bühne des Musicals.

„Vermutlich ist es chaotisch im positiven Sinne,“ meint Finja und grinst. Auf jeden Fall aber wird es eine besondere Erfahrung.  „Andere machen nach dem Abitur ein Auslandsjahr. Ich gehe drei Wochen auf ein Schiff“, sagt Lena. Und Finja ergänzt: "Das Musical hat mein Leben schon jetzt verändert. Nach der Tournee wird das mit Sicherheit noch viel stärker zu spüren sein.“

Die Organisatoren des Musicals:

„Die Flut – das Musical am Hafen“ ist ein Gemeinschaftsprojekt vieler Teams in der Nordkirche.  Beteiligt sind „Kirche und Tourismus“ mit „Kirche am Urlaubsort“, und „Popularmusik“ aus dem Hauptbereich Gottesdienst und Gemeinde.

Referentin Doris Hamer wird dafür sorgen, dass ein Landteam die Reise vom 8.-26.Juli 2026 begleitet und gemeinsam mit den Ortsgemeinden einen Rahmen für die Aufführungen schafft. Dennis Bischoff produziert die Musik.

Der Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg gestaltet mit seiner Arbeitsstelle Ev. Jugend die Theater- und Performanceteile beim Musical, Diakon Romans Röpstorff wird an Bord die Jugendlichen betreuen.

Der Bereich Kunst & Kirche im Hauptbereich Schule, Gemeinde- und Religionspädagogik ist mit Annaluise Klafs kreativ dabei und entwickelt gemeinsam mit dem Regisseur das Musical.

Torsten Nolte von Brot für die Welt gestaltet zu den Themen globale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit und Klimaschutz in den jeweiligen Häfen in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein Aktionsstände.

Die Gesamtkoordination liegt bei der Jungen Nordkirche im Hauptbereich Generationen und Geschlechter, die seit Jahren mit KlimaSail-Törns Umweltbildung auf dem Wasser organisiert. Unterstützt wird die Nordkirche von Erasmus, Bingo! - Die Umweltlotterie und Andere Zeiten.

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