Universität

Weltweit erste Professur für alevitische Theologie

Handan Aksünger besetzt die Professur für alevitische Theologie
Handan Aksünger besetzt die Professur für alevitische Theologie© Dr. Andreas Lohmann

05. Februar 2015 von Thomas Morell, Timo Teggatz

Hamburg. Weltweite Premiere für Hamburg: Zum ersten Mal gibt es eine Stelle für alevitische Theologie auf Ebene einer Professur. Sie wird von einer Frau besetzt.

Vertreter der Universität Hamburg und der alevitischen Religionsgemeinschaft haben die weltweite erste Professur für alevitische Theologie in der Hansestadt als wichtigen Dialogbeitrag begrüßt. Das Alevitentum müsse Teil des wissenschaftlichen Austauschs zwischen den Weltreligionen sein, sagte der Direktor der Akademie der Weltreligionen, Wolfram Weiße. Er stellte Handan Aksünger als neue Lehrstuhlinhaberin für die religiöse Lehre vor, die ursprünglich in der Türkei beheimatet ist.

Durch den Staatsvertrag der Stadt Hamburg mit den Aleviten sei es möglich geworden, die neue Stelle zu schaffen, erklärte Weiße. Es sei die weltweit einzige Stelle, die sich auf der Ebene einer Professur wissenschaftlich mit alevitischer Theologie befasse. Die Akademie der Weltreligionen an der Universität Hamburg soll den Dialog zwischen Christentum, Judentum, Islam, Buddhismus, Hinduismus und dem Alevitentum fördern.

Dem Islam untergeordnet

Aksünger sagte in ihrer Antrittsvorlesung: "Bis heute ist den Aleviten in der Türkei die rechtliche Anerkennung als eine Religionsgemeinschaft verwehrt." Die alevitische Lehre werde dort dem Islam untergeordnet und nicht als eigenständig anerkannt. Wie die Türkei bis heute mit religiösen Minderheiten und deren Eigentum umgehe, zeige auch der Streit um das christliche Kloster Mor Gabriel in der Türkei, kritisierte die Juniorprofessorin. Das Kloster ist durch Enteignungen in seiner Existenz bedroht.

Aksünger zufolge reden Aleviten erst seit etwa 25 Jahren öffentlich über ihren Glauben. Die Quellen der Religion seien bislang noch kaum erforscht. Deshalb sei es verständlich, dass auch Aleviten uneins seien, ob ihr Glaube nun Teil des Islam oder außerhalb des Islam sei. Der neuen Lehrstuhlinhaberin zufolge sollte diese Frage jedoch im Hintergrund stehen. Das Alevitentum sollte vielmehr aus seinen eigenen Quellen heraus verstanden werden. Dafür sei der neue Lehrstuhl in Hamburg geschaffen worden. Da alevitische Theologie bislang nirgends an Universitäten gelehrt werde, muss sich das Fach laut Aksünger erst noch entwickeln. Dafür sei der Dialog wichtig.

"Wir schreiben heute Geschichte"

Für Katajun Amirpur, Professorin für islamische Theologie an der Akademie der Weltreligionen, unterstreicht der neue Lehrstuhl die Eigenständigkeit des Alevitentums. Einige Muslime würden diese Sichtweise nicht teilen und das Alevitentum nur als Teil des Islam sehen, räumte die stellvertretende Akademie-Direktorin ein. Dennoch sollten auch diese Muslime das Bedürfnis nach Eigenständigkeit respektieren, sagte Amirpur.

Die stellvertretende Generalsekretärin der Alevitischen Gemeinde Deutschland (AABF), Melek Yildiz, bezeichnete die neue Professur als historisches Ereignis. "Wir schreiben heute Geschichte. Nicht nur für uns deutsche Aleviten, sondern auch für 20 Millionen Aleviten weltweit ist der heutige Akt ein Festakt", sagte sie. Die Aleviten hoffen Yildiz zufolge, dass auf den ersten Lehrstuhl noch andere in Deutschland folgen, um Forschung und Lehre über die Glaubensform voranzutreiben.

So entstand das Alevitentum

Das Alevitentum entstand ab dem Mittelalter in Anatolien. In seiner über Jahrhunderte geheim gehaltenen Lehre vermischen sich islamische und nicht-islamische Elemente. Anders als im klassischen Islam spielen die Bestimmungen des Scharia-Rechts im Alevitentum keine Rolle. In der Türkei leben unterschiedlichen Schätzungen zufolge 10 bis 25 Millionen Aleviten. Weil sie offiziell als Muslime angesehen werden, gibt es an türkischen Universitäten keine Lehrstühle für alevitische Theologie. In Deutschland leben Schätzungen zufolge mehr als 500.000 Aleviten.

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