„Erheben wir unsere religiös musikalische Stimme für die Bedrückten“

Wiederaufnahme von Gottesdiensten in Hamburg mit Bischöfin Fehrs

Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Nordkirche
Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Nordkirche© Marcelo Hernandez, Nordkirche

10. Mai 2020 von Susanne Gerbsch

Hamburg. Kirsten Fehrs, Bischöfin im Sprengel Hamburg und Lübeck der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche), predigte heute (10. Mai) in Hamburg in zwei evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden. Am ersten Sonntag, an dem erstmals wieder Gottesdienste in Hamburger Kirchen möglich waren, feierte sie um 12 Uhr in der Hamburger Kulturkirche Altona (St. Johannis) einen Gottesdienst gemeinsam mit Pastor Michael Schirmer.

Seit dem 16. März waren in Hamburg wie auch bundesweit Zusammenkünfte in Kirchen, Synagogen und Moscheen als Folge der Corona-Pandemie untersagt. Mittlerweile haben alle Bundesländer Regelungen erlassen, die solche Zusammenkünfte wieder ermöglichen. In Hamburg gilt eine solche Regelung seit dem 6. Mai.

Bischöfin Fehrs ging in ihrer Dialog-Predigt mit Pastor Schirmer auf die lange Gottesdienst-Pause ein: „Ich  bin dankbar, wie glaube ich sehr viele, dass wir wieder Gottesdienst feiern können. Kleiner zwar, anders auch, aber: wir feiern.  Ein ganz neues Gefühl, nach Wochen der digitalen Gottesdienste. Einen Gottesdienst betrachten wir nicht nach seinem Nutzen, wir feiern ihn, weil wir es als schön und heilsam empfinden, zu feiern, zum Lobe Gottes. Wir freuen uns heute über einen kleinen Teil an zurückgewonnener Gestaltungsfreiheit. Und denken gleichzeitig an die, die noch nichts zurückgewonnen haben, sondern immer mehr verlieren.“

Der Gottesdienst wurde musikalisch gestaltet durch Sängerinnen und Sänger des Vokalensembles St. Johannis sowie Mike Steurenthaler und Fernando Swiech an der Orgel.

Bischöfin Fehrs: „Mir ist, als würden Angst und Bestürzung über die Schrecken der Pandemie in dem Maße weichen, wie der Ton Gottes Raum gewinnt. Und so werden wir ruhig, geben uns hin in die Musik, die wir in Gemeinschaft hören und fühlen und die unseren aufgeschreckten Seelen ein wenig Trost und Ruhe verschafft.“

Die Bischöfin bezeichnete die Musik als Stimme der Versöhnung und forderte die Gemeinde auf, ihre Stimme zu erheben: „Die Verzagten herzhaft machen und den Neid und Hass mindern – das ist die christliche Botschaft dieser Tage. Dies ist auch unbedingt zu singen und zu sagen an die Adresse der Aufhetzer und Verschwörungstheoretiker, die in diesen Zeiten Ängste schüren und Hass. Deshalb, liebe Gemeinde: Wir brauchen mehr denn je die religiös Musikalischen in diesen Zeiten.“

Aus Infektionsschutzgründen summte die Gemeinde im Gottesdienst und verzichtete auf das Singen.

Im Kirchraum wurde genau darauf geachtet, dass zwei Meter Abstand zwischen den Besucherinnen und Besuchern gewahrt wurde. 75 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten den ersten Gottesdienst seit sieben Wochen mitfeiern. Die Nordkirche hatte bereits am Freitag, 1. Mai, Handlungsempfehlungen an ihre fast 1.000 Kirchengemeinden herausgegeben. Dazu gehört unter anderem das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für teilnehmende Gemeindeglieder als Voraussetzung für den Besuch eines Gottesdienstes.

Um 15 Uhr wird Bischöfin Kirsten Fehrs heute zudem den Jubiläumsgottesdienst zum 100. Geburtstag in der Auferstehungskirche in Hamburg-Barmbek besuchen.

Bischöfin Fehrs: „Auch wenn wir in der Auferstehungskirche in Barmbek-Nord keinen großen Festgottesdienst feiern können, freue ich mich sehr, gemeinsam mit Hauptpastorin und Pröpstin Astrid Kleist, der Gemeinde die Botschaft der Hoffnung zu einer Art Wiedereröffnung überbringen zu können. Wenn das kein passendes Geburtstagsgeschenk ist! Auch wenn die Gottesdienste nun erst einmal nicht so ablaufen können wie gewohnt, ist es doch wohltuend, dass wir uns wiedersehen und im Kirchraum gemeinsam den Geist der Kraft und Liebe Gottes empfangen können. Ich danke allen, die während der Zeit, als Gottesdienste auf das Format Online-, TV- oder Audio-Übertragung beschränkt waren, den Kontakt zu ihren Gemeinden so kreativ aufrecht erhalten und viele Hilfsangebote gemacht haben.“

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