Valentinsandacht und Drei-Gänge-Menü in Breklum

Wir lieben uns – ein Segen

Zweiertische waren für die Gäste des Valentins-Menü im einladenden Wintergarten des Christian Jensen Kollegs eingedeckt worden.
Zweiertische waren für die Gäste des Valentins-Menü im einladenden Wintergarten des Christian Jensen Kollegs eingedeckt worden. © Antje Wendt, Nordkirche

18. Februar 2026 von Antje Wendt

Eine Andacht in der alten Backsteinkirche und ein exquisites Drei-Gänge-Menü im Christian Jensen Kolleg laden Paare ein, ihre Liebe auf eine ganz eigene Weise zu würdigen. Ohne Glitzer und Herzchen, aber mit viel Tiefe und Genuss.

Lachs mit Tomatensalsa, Schweinefilet im Tramessinimantel, Mille feuille von Himbeeren, Joghurt und Crumble: Die Menükarte für den Valentinsabend lässt mir das Wasser im Mund zusammenlaufen. Am 14. Februar wollen wir zu zweit einen schönen Abend verbringen und unsere Liebe feiern. Doch Glitzer, Herzchen und kitschiges Beiwerk sind nicht unser Ding. Aber eine Andacht in der alten Breklumer Backsteinkirche und ein anschließendes Drei-Gänge-Menü im Christian Jensen Kolleg – warum eigentlich nicht?

Der Block auf einen gedeckten Tisch mit Deko, Gläsern und Besteck
Ein sorgfältig gedeckter Tisch und ein erlesenes Menü erwartete die Gäste im Christian Jensen Kolleg.© Antje Wendt, Nordkirche

Liebe mit Macken und Kanten

Zu der Veranstaltung hatten Pastor Johannes Steffin von der Kirchengemeinde Breklum und Pastorin Anke Fasse, die theologische Leiterin des Christian Jensen Kollegs, eingeladen. Die Gäste, die sich zur Andacht in der Kirche einfinden und auf den alten Holzbänken niederlassen, sind ausschließlich Paare. Einige sind jünger, die meisten haben jedoch schon etliche Ehejahre gemeinsam verbracht. Frisch verliebt ist hier vermutlich keiner mehr. Daher passt es sehr gut, als die beiden Pastoren abwechselnd von der Liebe Gottes und der Liebe zueinander sprechen und dabei besonders auf die Macken und Kanten hinweisen, die wir alle haben. „Gott liebt uns trotzdem – so wie wir auch unseren Partner oder unsere Partnerin trotz der Kanten, Macken und Marotten lieben.“ Ein kleines Schmunzeln ist in den Reihen zu vernehmen, und ich denke darüber nach, über welche Macken wir als Paar so manches Mal stolpern. Ich bin glücklich, mit wie viel Humor wir unsere Marotten aushalten können.

Ein Altarraum in einer alten Dorfkirche mit Menschen, die zum Segnen kommen.
Im Altarraum empfingen Pastorin Anke Fasse und Pastor Johannes Steffen die Paare zum Segen. © Antje Wendt, Nordkirche

Ein Segen für die Liebe

Dann laden die beiden Geistlichen die Anwesenden ein, sich paarweise segnen zu lassen. Bewegung kommt in die Kirche. Ausnahmslos alle stellen sich in die Reihe, um den persönlichen Segen zu empfangen. Vielleicht sind sie ein bisschen verlegen, denn ihre Liebe füreinander scheint hier bei den meisten nicht an die große Glocke gehängt zu werden. Ihre Liebe in den Mittelpunkt zu stellen, sie zu feiern und segnen zu lassen, berührt die Herzen – und hier und da ist ein kleines verräterisches Glitzern in den Augenwinkeln zu entdecken.

Auch mich bewegt der Segen sehr. Pastorin Anke Fasse betont die Kraft, die in der Liebe liegt. Mich durchströmt ein kleiner Energiefluss und ich drücke meinem Partner die Hand – wie schon mehrfach zuvor an diesem Abend.

Ein Teller mit aufwendig dekorierter Vorspeise.
Die Vorspeise mit Lachs, Tomaten und Salat war wunderbar angerichtet.© Antje Wendt, Nordkirche

Genuss für die Sinne

Im Anschluss geht es durch die Kälte des Februarabends in die Speiseräume des nahegelegenen Tagungszentrums. Ich kenne die Küche dort und weiß um die gute Qualität der Speisen. Heute werden meine Erfahrungen jedoch noch einmal getoppt. Wir schwelgen und lassen uns die nach allen Regeln der Kunst zubereiteten Gänge genussvoll auf der Zunge zergehen.

Ein Abend, der zeigt, wie kostbar Liebe ist

Die Tische sind mit Kerzen, Rosen und Blütenblättern dekoriert. Ach ja, heute ist ja Valentinstag. Aber nicht Deko und Kerzen gingen mir heute richtig unter die Haut, sondern etwas ganz anderes. Vielleicht ist es gut, sich einmal im Jahr sagen und zeigen zu lassen, wie unendlich wertvoll die Liebe füreinander ist.

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