Festgottesdienst im Münster setzt starkes Zeichen für Teilhabe, Solidarität und gelebte Gemeinschaft

Zusammenhalt konkret gelebt: Bischof Tilman Jeremias würdigt Sozialtagung in Bad Doberan

Gottesdienst zum Abschluss der Sozialkonferenz mit Bischof Tilman Jeremias (links). @Albrecht Jax / Nordkirche
Gottesdienst zum Abschluss der Sozialkonferenz mit Bischof Tilman Jeremias (links). @Albrecht Jax / Nordkirche

13. Juni 2026 von Dieter Schulz

Bischof Tilman Jeremias würdigt beim Abschlussgottesdienst der Sozialtagung in Bad Doberan gelebte Solidarität und echte Teilhabe. Das Symposium zeigt praxisnahe Wege für gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Mit einem Festgottesdienst im Münster ist die Sozialtagung „Zusammenhalt – Mut zu solidarischem Leben“ der Nordkirche am Sonntag zu Ende gegangen. Bischof Tilman Jeremias würdigte in seiner Predigt die besondere Atmosphäre und die konkreten Erfahrungen gelebter Solidarität während der drei Tage. „Ein besonderes Wochenende geht mit diesem Gottesdienst zu Ende. ‚Zusammenhalt – Mut zu solidarischem Leben‘ lautet das Motto dieser Tage“, sagte der Bischof. Besonders hob er hervor, dass die Tagung konsequent auf echte Teilhabe gesetzt habe: „…dass an diesem Wochenende bedingungslos jede und jeder willkommen ist, ohne jede Schwelle. Nicht einmal anmelden muss man sich, nichts bezahlen. Das ist gelebte Teilhabe.“

Teilhabe auf Augenhöhe

Tilman Jeremias betonte die besondere Qualität des Miteinanders: „Es gibt kein Unten und Oben, keine weniger oder mehr wertvollen Beiträge. Zur gelebten Teilhabe gehört die gelebte Augenhöhe.“ Diese Erfahrung könne über das Wochenende hinausweisen – auch für gesellschaftliche und politische Herausforderungen. Die diskutierten Ansätze – von solidarischer Landwirtschaft bis Gemeinwohlökonomie – griff er ausdrücklich auf: „Weg mit den Ellbogen zwischen Arm und Reich, weg mit der Maßgabe steten Wachstums! Stattdessen ein gesellschaftliches Miteinander, das durchdrungen ist vom Gedanken der Inklusion.“

Solidarität als gemeinsamer Weg

Zugleich machte der Bischof deutlich, dass tragfähige Lösungen nur gemeinschaftlich entstehen: „Die Grundidee der Solidarität geht davon aus, dass dort die besten Lösungen unserer Herausforderungen entstehen, wo möglichst viele beteiligt sind.“ Und weiter: „Nicht eine Wissens- oder Machtelite gibt vor und sagt an, sondern wir debattieren unsere Themen gemeinsam und versuchen unsere Ergebnisse auch gemeinsam ins Handeln zu bringen, lassen uns dabei immer wieder voneinander korrigieren, sind fehlerfreundlich und lernbereit. Dabei tragen die breiten Schultern mehr als die schmalen.“ Diese Haltung sei zutiefst christlich begründet.“, so Tilman Jeremias.

Kraftquelle Glaube und Gemeinschaft

Im Zentrum seiner Predigt stand Jesu Einladung: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ Jeremias unterstrich die Bedeutung dieser Zusage: „Wir dürfen und wir sollen kommen zu Jesus, gerade und speziell dann, wenn die Lasten, die wir zu tragen haben, besonders schwer sind.“ Die Tagung habe gezeigt, wo diese Worte konkret werden: „Die großen Themen dieser Tage und die großen Worte Jesu beginnen dort zu blühen, wo Menschen füreinander da sind, ihre Freuden und Nöte teilen, miteinander Wegstrecken gehen, einander zu Engeln werden.“

Kirche als Raum gelebter Solidarität

Am Beispiel der Doberaner Suppenküche machte Tilman Jeremias deutlich, wie Kirche soziale Praxis gestaltet: „Wer in die Doberaner Suppenküche kommt, muss nichts vorweisen.“ Hier werde sichtbar, was die Tagung insgesamt ausgezeichnet habe. „Dort ist die Liebe Gottes, sein Reich des Friedens keine fromme Vision, sondern gelebte Wirklichkeit.“, so der Bischof abschließend.

Zum Anfang der Seite