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Reformationsjubiläum

Pop-Oratorium Luther: der Reformator wird zum Musical-Star

17.02.2017 | Es wird das größte Musikfest zum Reformationsjubiläum 2017 in Hamburg: Das Pop-Oratorium "Luther" macht am Sonnabend (18. Februar) Station in der Hamburger Barclaycard Arena. Die Veranstalter rechnen mit 10.000 Zuschauern. Rund 1.500 ehrenamtliche Sängerinnen und Sänger aus Hamburg und Umgebung sind dabei. Ist Luther also ein Musical-Star? Ein Interview mit Günter Wasserberg, Reformationsbeauftragter der Nordkirche im Sprengel Hamburg und Lübeck.

Frank Winkels gibt Martin Luther als Popstar

"Martin Luther Superstar – wie sieht Ihr Lutherbild aus?
Ich bin in der lutherischen Kirche aufgewachsen. Luther war für mich quasi immer da. Eine eigene Haltung zu dieser wichtigen Figur unserer Kirche war für mich erst nötig, als ich in Kanada Theologie studierte. Da fragte ich mich, was ist eigentlich das speziell Lutherische an meinem Glauben?

Und zu welchem Schluss sind Sie gekommen?
An Luther überzeugt mich, dass er aus seinem Glauben innere Freiheit und Standfestigkeit gewonnen hat. Beides machte ihn stark und mutig, vor dem Reichstag in Worms zu seinen Überzeugungen zu stehen. Diese Schlüsselszene steht ja auch im Zentrum des Pop-Oratoriums.

Taugt Martin Luther als Vorbild?
Er hat vorgelebt wie es ist, gegen den Strom zu schwimmen. Darin kann er Vorbild sein. Zugleich war er ein tief im Mittelalter verwurzelter Mensch. Die hinterfragende Haltung, die er vorlebte, muss er sich als historische Figur auch gefallen lassen.

Im Jubiläumsjahr gibt es zahlreiche Produkte rund um den Reformator, vom Playmobil-Luther bis zum Luther-Marzipan – ist der Reformator so leicht zu konsumieren?
Wir sollten ihn  mit klarem Kopf betrachten und in ökumenischer Weite. Das passiert auch und dafür bin ich dankbar. Zur reformatorischen Tradition gehören auch die Schweizer Reformatoren Johannes Calvin und Huldrych Zwingli – die Reihe reicht bis zum Baptistenprediger Martin Luther King. Der 31. Oktober 2017 kann eine Wegmarke sein zu schauen, wo wir Reformbedarf haben als Gemeinden, als Kirchen und als Gesellschaft. Ich bin gespannt, welche Antworten das Poporatorium darauf gibt."

Chorbegeisterte Hamburger von acht bis 82 Jahren

In Hamburg werden am 18. Februar exakt 1.448 Sängerinnen und Sänger beteiligt sein, wie Ralf Rathmann von der Stiftung Creative Kirche als Veranstalter erklärte. Mit 83 Prozent ist der Frauenüberschuss deutlich. Die jüngste Sängerin ist acht Jahre alt, die älteste 82. Das Durchschnittsalter beträgt 40 Jahre. Der Chor sei, so Rathmann, tragendes Element des Konzerts. "Der Chor ist der Star."

Die Kosten pro Aufführung liegen laut Rathmann zwischen 350.000 und 500.000 Euro. Etwa ein Drittel wird durch Zuschüsse von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und dem Bund gedeckt. Hamburg ist der fünfte von zehn Spielorten in diesem Jahr.

Zehn Spielorte bundesweit im Reformationsjubiläumsjahr geplant

Premiere feierte das Oratorium am 31. Oktober 2015, dem Reformationstag, in der Dortmunder Westfalenhalle. Start der Tournee war am 14. Januar in Hannover. Das vorerst letzte und auch größte Konzert am 29. Oktober in Berlin soll aufgezeichnet und dann im ZDF gesendet werden.

 

Info

Das Stück aus der Feder des Autors Michael Kunze und des Pop-Komponisten Dieter Falk bringt die Lebensgeschichte des Reformators Martin Luther (1483-1546) im Musical-Sound auf die Bühne. Rahmenhandlung ist der Reichstag zu Worms 1521, als Luther sich weigerte, vor dem deutschen Kaiser seine kirchenkritischen Schriften zu widerrufen. Von dort aus gibt es Voraus- und Rückblicke auf Luthers Jugend oder seine deutsche Bibelübersetzung.