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Präses Tietze: „Projekte zeugen von einem wachen politischen Bewusstsein“

Eine-Welt-Preis würdigt Initiativen für Flüchtlinge und Gerechtigkeit

29.01.2016 | Hamburg. Mit dem Eine-Welt-Preis 2016 der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) sind heute (29. Januar) in Hamburg zwei kirchliche Flüchtlingsinitiativen sowie eine deutsch-tansanische Kooperation für Wasserprojekte ausgezeichnet worden. Außerdem gingen zwei Ehrenpreise an eine Schülerfirma zur Vermeidung von Plastikmüll sowie an Organisatoren und Teilnehmer des ökumenischen Pilgerwegs für Klimagerechtigkeit zur Weltklimakonferenz nach Paris.

Einen der beiden Ehrenpreise erhielten die Schüler der Klasse 9c der Stadtteilschule Stellingen in Hamburg für ihr Projekt „Plastik war gestern“. Zu den Gratulanten zählte auch Michael Stahl (2. v. l.), Leiter des Amtes für Öffentlichkeitsdienst

Dr. Andreas Tietze, Präses der Landessynode der Nordkirche, sagte am Abend in der Christianskirche: „Der Eine-Welt-Preis hat sich im Verlauf der letzten zwanzig Jahre über den kirchlichen Bereich hinaus etabliert und wird auch überregional wahrgenommen. Das Engagement geht durch alle gesellschaftlichen Gruppen hindurch.“ Mehr als 50 Bewerbungen waren für den Eine-Welt-Preis eingegangen.

Der mit 3.000 Euro dotierte erste Preis ging an das Team des Hamburger „Refugio – Café der Gastfreundschaft“. Mit dem zweiten Preis (2.000 Euro) wurde die Evangelisch-Lutherische Petrusgemeinde in Schwerin ausgezeichnet, die in einem sozialen Brennpunkt liegt und  sich für Flüchtlinge engagiert. Die Kooperation „Netzwerken für eine bessere Zukunft“ der Partnerschaftsgruppen der Kirchengemeinden Luther-Melanchton in Lübeck und Angaza-Igoma in Mwika in Tansania sowie der Fachhochschule Lübeck erhielt den dritten Preis (1.500 Euro). Gemeinsam haben sie Projekte zur Wasserversorgung und Verbesserung der hygienischen Bedingungen durchgeführt.

Zwei Ehrenpreise gingen an das Projekt „Plastik war gestern“ der Klasse 9c der Stadtteilschule Stellingen in Hamburg sowie an die Akteurinnen und Akteure auf dem Pilgerweg für Klimagerechtigkeit von Flensburg nach Paris.

Gesellschaftliche und globale Entwicklungen mitgestalten

„Jedes eingereichte Projekt von ehrenamtlich aktiven Personen und Gruppen ist Beispiel einer höchst lebendigen Wahrnehmung und Mitgestaltung gesellschaftlicher und globaler Entwicklungen. Sie zeugen von einem wachen politischen Bewusstsein“, würdigte Tietze die Beteiligten. Dieser Einsatz für mehr Gerechtigkeit sei vorbildlich gerade in Zeiten, die „geprägt sind von dem Trend, innere und äußere Grenzen zu verstärken und nationale Ansprüche zu zementieren“. Tietze weiter: „Diese Initiativen schlagen eine Bresche für die gerechte Gestaltung unserer ‚Einen Welt‘.“ In diesem Zusammenhang dankte er der Beauftragten für den Kirchlichen Entwicklungsdienst der Nordkirche, Mirjam Freytag, für die Organisation dieses Preises.

Der Eine-Welt-Preis wurde 1996 ins Leben gerufen und wird seitdem alle zwei Jahre vergeben. Den Preisträgern wird traditionell eine geschnitzte „Goldene Giraffe“ überreicht. Mit dem Preis werden Gruppen und Einzelpersonen aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern geehrt, die sich „mit Phantasie, Hingabe und Kreativität für mehr Gerechtigkeit in der Welt einsetzen und dabei etwas Beispielhaftes und Neues geleistet haben", wie es in der Begründung heißt. Über die Vergabe der Preise hat eine Jury aus Mitgliedern der Kirchenleitung, der Landessynode und Fachleuten der Entwicklungszusammenarbeit entschieden. Die offizielle Verleihung erfolgt durch Synodenpräses Tietze auf der Tagung der Landessynode der Nordkirche Ende Februar in Lübeck-Travemünde.