40. Schönberger Musiksommer - Stummfilm mit Livemusik

Di, 15. September 2026 20:00 Uhr
St.-Laurentius-Kirche Schönberg | An der Kirche 14 | 23923 Schönberg

Veranstalter: Ev.-Luth. Kirchengemeinde Schönberg

Schönberger Musik und Kunst e.V., Hinterstr. 4, 23923 Schönberg / Meckl.

 

Nein, trostreich ist der weltbekannte und hochgerühmte Streifen nicht. Doch bildgewaltig und ausdrucksstark. Wir gestehen, gezögert zu haben, ihn gerade jetzt zu zeigen. Wir haben diskutiert und dann gesagt: der Film ist eingebettet in andere Programmpunkte des 40. Schönberger Musiksommers, er ist ein logischer Bestandteil dessen, denn Kunst ist nichts Abgehobenes, sie hat einen Kontext in der Wirklichkeit, wie auch „Adressat unbekannt“ aber auch „among the branches“ in „leuchtenden Schatten“ und die endlich gehörten „Stimmen“ und die Schreie der Passionsgeschichte nach Matthäus. Gleichzeitig vermag sie Perspektiven aufzuzeigen, einen Sinn zu stiften, wo wir ihn (noch) nicht vermutet haben, nicht zuletzt Trost zu spenden, aber auch darauf hinzuweisen, was ein Oscar Wilde (1854-1900) zugeschriebener Aphorismus sagt:

„Am Ende wird alles gut! Und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.“

Der Film erzählt in Art einer Historiendarstellung die letzten Stunden der Johanna von Orleans, einem 1431 hingerichteten Bauernmädchen. Ursprünglich sollte er bereits ein Tonfilm werden, doch es mangelte an Geld, um diesen Plan umsetzen zu können. Dennoch – oder vielleicht gerade deswegen – wurde er ein Meilenstein der Filmgeschichte und ist somit ein „echter“ Stummfilm, denn eine Originalmusik war für ihn nie vorgesehen.

Die Herangehensweise von Veronika Otto und Fabian Ernst ermöglicht die Überbrückung der fast 100 Jahre, die seit der Entstehung des Filmes vergangen sind, und lässt ihn uns als ein aktuelles Werk erscheinen. Trost beziehen wir indessen aus dem größeren Zusammenhang, wie ihn die wenige Tage darauf folgende Matthäuspassion von Bach bietet: auch wenn der scheinbar letzte Akkord eine scharfe Molldissonanz hören lässt, er wird doch aufgelöst.

 

Mitwirkende:

Veronica Otto (Komposition, Stimme und Cello), Fabian Ernst (Schlagwerk)

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