Segensworte

Zum 11. November 2017 von Bischöfin Kirsten Fehrs

So langsam rundet sich das Bild vom 31. Oktober – die 2500 Menschen im Hamburger Michel waren kein Einzelfall. Auch hier in Bonn, wo heute der EKD-Rat tagt, höre ich überall von überfüllten Gottesdiensten am Reformationstag. Woran liegt’s?

Ich sehe zwei Gründe: Da ist zum einen die Suche nach Geschichte, nach den eigenen kulturellen und religiösen Wurzeln. „Ich gehe sonst nicht oft in die Kirche, aber an so einem Tag darf man einfach nicht fehlen“, sagte eine Frau im Michel.

Ein zweiter Impuls: Viele Menschen treibt die Frage um, wie’s denn mit der Kirche weitergeht und mit dem Glauben. Aber auch, was in unserer Gesellschaft  künftig den inneren Kompass darstellt.

An diesen Fragen möchte ich dranbleiben. Ein Antwortversuch:

Für Martin Luther stand ja ganz einfach das Wort Gottes im Mittelpunkt. Nicht als Gesetz oder moralische Überhöhung. Sondern als Wort, das versteht. Anders als in den Echo-Räumen der dauernden Selbstbestätigung. Anders auch als im dauernden Appell. Wort Gottes heute, das bedeutet eher, uns in die Menschen unserer Zeit hinein zu denken und  zu fühlen. Heißt: wir müssen runtersteigen von den Kanzeln und Bühnen, eher fragen und zuhören als antworten, predigen oder gar belehren. Uns hinwenden und suchen, was verloren gegangen ist.

Was für eine Aufgabe! Nicht nur für Bischöfinnen, sondern für jeden Christenmenschen …

Ihre Bischöfin Kirsten Fehrs

4. November 2017

In der kommenden Woche liegt ein besonderer Tag: der 9. November. Es ist ein geschichtsträchtiges Datum, das wie kaum ein anderes in unserem Land mit dramatischen Ereignissen verbunden ist.

Die Reichspogromnacht im Jahr 1938 hat gezeigt, wozu Menschen fähig sind, die der blinde Hass treibt. Der 9. November 1989, der Tag, an dem die Mauer fiel, hat gezeigt, wozu Menschen fähig sind, die an den Frieden glauben und die sich gegen alle Widerstände nicht verbiegen lassen.

Meine Hoffnung ist, dass wir auch in unserer Zeit mutig diesen anderen Weg der Freiheit wählen und mit an der Geschichte schreiben, die von der bezwingenden Macht des Guten erzählt.

Paulus schreibt: „Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem.“ (Brief an die Römer 12,21)

Ihr Bischof Gothart Magaard

28. Oktober 2017

Was ist Ihnen durch das Reformationsjubiläum für uns heute wichtig geworden? Für mich ist es dies:

Wach sein für letzte Fragen! 
Aus neuer Einsicht neue Antworten wagen und für sie grade stehen! 
Der Stimme des Gewissens folgen – gebunden an Vernunft und Menschenrechte. 
Mit Mut und Augenmaß für die Erneuerung des Lebens in Kirche und Gesellschaft arbeiten! 
Die Würde eines Menschen hängt nicht ab von seiner Leistung – sie ist allen Menschen gleich von Gott gegeben.

Vertrauen in Gott bahnt Wege aus der Angst. 
In Christus hat das seinen Grund. 
Es ist an der Zeit, das Bibellesen wieder zu entdecken.

Seien Sie willkommen zu den besonderen Gottesdiensten am Reformationstag!

Ihr Bischof Dr. Andreas von Maltzahn

21. Oktober 2017

Vor 500 Jahren beginnt im Herzen von Martin Luther etwas Neues. Er hat eine ergreifende Einsicht, die wir „Turmerlebnis“ nennen.

Luther kämpft mit der Frage, wie Gottes Gerechtigkeit zu verstehen ist. Wer kann schon das Gebot Gottes befolgen: den Nächsten wie sich selbst zu lieben? „Ich kann es nicht. Deshalb wird Gott mich bestrafen”, fürchtet Martin Luther und hadert mit sich und mit Gott.

Und dann wird ihm klar: Gottes Gerechtigkeit ist keine strafende. Es ist eine schenkende Gerechtigkeit. Und sie sieht die Person an. Gott schenkt sich uns in Christus, sagt „Ja“ zu uns. Erweckt uns aus Glauben zu neuem Leben. Das war für Luther, wie er selbst schreibt, „die Pforte ins Paradies gewesen“.

Gott gebe uns, dass wir immer neu einstimmen mögen in das Loblied, in dem Gott mit seiner Gnade um uns und für uns da ist.

Ihr Landesbischof Gerhard Ulrich

Zum 14. Oktober 2017 von Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit

Als das DDR-Regime kirchliches Leben zunehmend erschwerte, gründete eine mutige Frau 1956 kurzerhand ein „Seminar für kirchlichen Dienst“ in Greifswald. Helga Krummacher (1909 bis 1973): Pädagogin, Predigerin, Mutter von sieben Kindern und Ehefrau des Greifswalder Bischofs Friedrich-Wilhelm Krummacher. An dieser Fachschule wurden junge Frauen ausgebildet zu Kinderdiakoninnen, Gemeindehelferinnen und in der Pflege. Unverzichtbar für die Kirche in der DDR. Ihre Tochter erzählt: „Meine Mutter sagte einmal, sie tue einfach das, was dran ist.“

Auf Helga Krummachers Grabstein steht ein Vers aus dem Johannesevangelium: „Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht“ (Joh 14,27). Dieser Satz Jesu könnte über vielen Biographien von mutigen Christinnen stehen. Sie haben für eine gerechtere Gesellschaft gekämpft, sich für Arme und Außenseiter engagiert und das Bild der Kirche geprägt. Mit furchtlosem Herzen jeden Tag aufs Neue. Tun, was dran ist.

Sie können die Ausstellung „…von nicht abschätzbarer Bedeutung – Frauen schreiben Reformationsgeschichte“ noch bis zum 4. November im Greifswalder Dom sehen. Dort wird auch Helga Krummacher gewürdigt.

Ihr Bischof Dr. Hans-Jürgen Abromeit

7. Oktober 2017

Was ist eigentlich das Wichtigste am Gottesdienst?

Viele würden sagen: Die Predigt. Vielleicht auch die Musik. Ganz wichtig ist für viele der Segen. Das eine sind die traditionellen Worte, die ich den Gottesdienstbesuchern mit auf den Weg gebe: „Gott segne dich und behüte dich, Gott lasse leuchten sein Angesicht über dir…“ Aber richtig intensiv wird die geistliche Erfahrung, wenn der Segen mehr Raum bekommt. Etwa bei einer Ordination. Oder beim Segen für ein Ehepaar.

Wie groß das Bedürfnis nach Segen ist, zeigt sich auch bei Nacht der Kirchen in Hamburg, wo wir immer Segensbänder verteilen. Zweieinhalb Stunden lang stand ich beim letzten Mal dort, so viele Menschen wollten den Segen empfangen. Weil die Mutter gestorben ist, weil die Kündigung kam oder weil eine Krankheit das Leben schwer macht. Groß ist die Sehnsucht nach Trostworten.

Doch auch wenn ich es bin, die den Segen spricht: Die Gesegneten spüren, dass ich hier nur etwas weitergebe. Gottes Wort sinnlich erfahren, so kann man vielleicht beschreiben, was beim Segen geschieht.

Ihre Bischöfin Kirsten Fehrs

30. September 2017

Am Sonntag feiern wir Erntedankfest. Ich freue mich auf diesen Tag. Die Kirchen sind festlich geschmückt, um den Altar herum sind die Früchte des Jahres in aller Pracht zu sehen: Getreidegarben, Kürbisse, Brot, Blumen und Kastanien. Und natürlich die Erntekrone.

Aber was feiern wir da eigentlich? Natürlich: Wir danken Gott für die eingebrachte Ernte. Aber wir bedenken an diesem Tag auch, wie wir verantwortlich mit dem, was uns anvertraut ist, umgehen können.

Wir bedenken, wie viel Arbeit in den Lebensmitteln steckt, die wir täglich kaufen und sagen denen Dank, die in der Landwirtschaft und im Handwerk arbeiten.

Wir suchen miteinander nach Wegen, damit es qualitativ hochwertige Lebensmittel für alle Menschen gibt und Landwirte – weltweit – angemessenen Lohn für ihre Arbeit bekommen.

Und wir bitten um Gottes Segen für Menschen, Natur und Umwelt.

Das zentrale Landeserntedankfest in Schleswig-Holstein feiern wir am 1. Oktober ab 10.30 Uhr in der St. Johanniskirche Petersdorf auf der Insel Fehmarn. Ich lade Sie herzlich dazu ein!

Ihr Bischof Gothart Magaard

30. September 2017

Morgen ist für mich ein Festtag: Freie Wahlen! Alles andere als selbstverständlich: Als Bausoldaten in der DDR bekamen wir ein halbes Jahr Urlaubssperre.

Wir hatten bei den Scheinwahlen nicht mitgespielt. Für freie Wahlen sind wir '89 auf die Straße gegangen und wussten nicht, ob das ins Gefängnis führt.

„Demokratie – jetzt oder nie“, riefen wir. Denn die Sehnsucht nach Freiheit und Teilhabe war übermächtig geworden. Wir vertrauten auf Gott an unserer Seite.

Wen ich morgen wählen werde? Nicht, wer sein Geschäft macht mit der Angst. Oder mir am meisten verspricht. Oder einfache Lösungen vorgaukelt.

Sondern jene, die dicke Bretter bohren – damit Schwache Chancen bekommen. Jene, die mir etwas abverlangen, damit auch unsere Kindeskinder Zukunft haben.

Demokratie braucht mehr als eine Abstimmung in vier Jahren: Haltung im Alltag, Menschen, die Verantwortung übernehmen. Die Entscheidung morgen stellt Weichen.

Ihr Bischof Dr. Andreas von Maltzahn

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