40 Jahre Duckdalben: "Das soziale Herz vom Hafen"
14. August 2026
Viele Seeleute kommen nur einmal im Monat für wenige Stunden von Bord. Seit 40 Jahren können sie sich im Hamburger Seemannsclub Duckdalben erholen.
Für Seeleute aus aller Welt ist der Seemannsclub Duckdalben ein Stück Heimat in der Ferne. Am 13. August 1986 wurde der Club im Hamburger Freihafen in Waltershof eingeweiht, am Sonnabend wird das Jubiläum mit vielen Gästen, Kaffee, Kuchen und BBQ gefeiert.
Rund 35.000 Seeleute kommen jedes Jahr vorbei. „Der Club ist wie eine Oase auf Zeit: Hier können sie entspannen, andere Menschen treffen oder Billiard spielen“, sagte Leiterin Eliane Lafendt dem Evangelischen Pressedienst (epd).
Auch Beratungen, medizinische Hilfe, psychologische Unterstützung, Post-Service oder Handy-Karten werden angeboten. Betreut wird der Club von der evangelischen Seemannsmission.

Waren in den 1980er Jahren vor allem die Telefonboxen im Club gefragt, werden diese heute kaum noch genutzt: „Heute sitzen die Seeleute eher auf den Sofas und nutzen ihre Handys, um mit ihren Familien zu sprechen“, sagte die 62-jährige Fachwirtin für Büro- und Projektmanagement.
Trotz des technischen Fortschritts hätten Seeleute an Bord oft kein Internet und auch keinen Handyempfang. Im Duckdalben bekommen sie freies W-Lan und Sim-Karten. „Kontakt zur Familie zu bekommen, ist auch heute noch das wichtigste Anliegen der Seeleute bei uns. Oft nutzen sie dafür Videoanrufe“, erzählte Lafendt. Dann werde es schon mal trubelig im Club. Täglich sind rund 90 Seeleute zu Gast im Club. Auch Gesundheits-Checks seien möglich.
Seelsorge und praktische Hilfe
Daneben besucht die Duckdalben-Crew auch Seeleute auf ihren Schiffen, bietet Seelsorge und praktische Hilfe an. „Seeleute können den Club als Postadresse nutzen und sich persönliche Pakte schicken lassen, die sie dann über uns bekommen“, erklärte Lafendt.

Zum 40. Jubiläum wünscht sie sich eine gute finanzielle Basis für sämtliche Seemannsclubs und mehr Anerkennung. Der Duckdalben leiste wichtige Arbeit für die Gesundheit der Seeleute, die wiederum mit ihrer Arbeit den Welthandel sicherten. Lafendt: „Wir wollen eine kleine Insel sein.“ Eine Insel mit viel Grün, Musik und Karaoke. „Besonders gerne werden Lieder über Liebe und Sehnsucht gesungen.“ Einfach etwas für die Seele. Lafendt: „Wir sind das soziale Herz im Hamburger Hafen.“
Wenig Landgang
Der Arbeitsalltag der Seeleute ist härter geworden. Laut aktueller Studie der Deutschen Seemannsmission kommen viele Besatzungsmitglieder nur etwa einmal im Monat für wenige Stunden von Bord. Dabei verbringen sie häufig vier bis neun Monate am Stück auf See, arbeiten sieben Tage in der Woche und leisten zwischen 70 und 90 Stunden Dienst.
„Eine zunehmende Belastung sind auch internationale Krisen, wie der russischen Angriff auf die Ukraine und die Spannungen im Persischen Golf“, sagte Lafendt. Manchmal helfen Gespräche, manchmal Spiele, gemeinsames Singen oder einfach Süßigkeiten. „Schokolade ist in unserem kleinen Shop immer noch am beliebtesten.“

