Nein zu Antisemitismus

Bistritzky und Fehrs werben für Bornplatzsynagoge

© Maren Warnecke, Nordkirche

10. Dezember 2020

Hamburgs Landesrabbiner Shlomo Bistritzky und Bischöfin Kirsten Fehrs haben am Donnerstag gemeinsam vor der Hauptkirche St. Michaelis die Kampagne "Nein zu Antisemitismus. Ja zur Bornplatzsynagoge" unterzeichnet.

Bischöfin Fehrs nannte den geplanten Wiederaufbau der Synagoge ein "starkes wichtiges Zeichen" für die Hansestadt. Die Unterzeichnung vor dem Michel stand unter dem Motto "Ein Wahrzeichen Hamburgs empfängt jenes, das wiederaufgebaut wird."

Verbundenheit zwischen jüdischer Gemeinde und Hansestadt

Auch die Tora-Krone, die seit den Pogromen von 1938 verschollen war, soll in die neu geplante Synagoge auf dem Bornplatz im Grindelviertel wieder mit einziehen. Als Symbol der Verbundenheit zwischen jüdischer Gemeinde und Hansestadt war sie bei der Unterzeichnung dabei. Vor wenigen Monaten hatte ein Antiquitätenhändler die Krone entdeckt und der Gemeinde übergeben. "Es ist sehr symbolisch, dass die Krone wieder da ist, aber das Haus nicht", sagte Bistritzky dem epd. Er begrüßte zugleich das Engagement der Hamburger Politiker und den Weg, dass die Synagoge bald wieder an ihrem alten Platz stehen wird.

Eine der größten Aktionen gegen Antisemitismus bundesweit

Bischöfin Fehrs wies auf die Bedeutung des jüdischen Lebens in Hamburg hin und betonte die gemeinsame Verantwortung für die Stadt Hamburg. Der Wiederaufbau der Synagoge sei nicht nur historisch ein bedeutendes Zeichen, sondern auch für die jüdische Gemeinde heute: "Die Hamburger Gemeinde ist eine wachsende Gemeinde", sagte Bistritzky. Dazu gehörten auch die Entwicklung von Schule, Kindergarten und Rabbinerseminar. Die Kampagne sei eine der größten Aktionen gegen Antisemitismus bundesweit, so Daniel Scheffer, Sprecher der "Initiative Wiederaufbau Bornplatzsynagoge".

Die Geschichte der Bornplatzsynagoge

Die Synagoge wurde 1906 im neoromanischen Stil erbaut und war die größte Synagoge Norddeutschlands mit Platz für mehr als 1.000 Besucher. In der Reichspogromnacht am 9. November 1938 wurde sie von NS-Anhängern verwüstet und schwer beschädigt. Ein Jahr später ließ die Stadt Hamburg das Gebäude auf Kosten der jüdischen Gemeinde abreißen. Der ehemalige Bornplatz heißt heute Joseph-Carlebach-Platz und erinnert an den Hamburger Rabbiner Joseph Carlebach (1883-1942).

 

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