Das mache ich an Pfingsten: Stimmen aus unserer Kirche
21. Mai 2026
Wie feierst du Pfingsten? Wir haben Menschen gefragt, was sie an den Feiertagen machen und wie der Glaube in ihren Alltag passt.
Pfingsten gehört zu den höchsten Feiertagen unserer Kirche. Doch anders als Weihnachten und Ostern ist es weniger stark mit Symbolen und Bräuchen belegt. Wir haben drei Menschen gefragt, wie sie das Pfingstfest in diesem Jahr verbringen.
Claudia Henke-Röseler
49 Jahre alt, Mutter dreier Kinder und Ehrenamtliche der Kirchengemeinde Schleswig
Für mich ist Pfingsten ein freier Tag, der uns als Familie Zeit gibt. Wobei meine Kinder schon wissen, was dieses Fest bedeutet. Meine älteste Tochter hat eine Behinderung und hinterfragt viel. So hat sie mich beispielsweise gefragt, wie das gelingen konnte, dass alle Menschen plötzlich die gleiche Sprache gesprochen haben.
Ich habe ihr geantwortet, dass die biblische Pfingstgeschichte natürlich niemand mehr bezeugen kann, aber dass ich die Vorstellung schön finde, dass sich alle Menschen verstehen.

Ein anderer Gedanke, den ich mit Pfingsten verbinde, ist unsere Hochzeit: Wir haben vor 25 Jahren an einem Pfingstwochenende geheiratet. Durch den extra Feiertag konnten wir im Anschluss an die Feier noch mehr Zeit mit unseren Freunden und der Familie verbringen. Daran erinnere ich mich gerne.
Lino Weiss
19 Jahre alt, Freiwilliger (FÖJ) im Ökumenewerk der Nordkirche
Mit Pfingsten verbinde ich ein Gefühl von Frühling: Es wird wieder wärmer, man kann länger rausgehen. Dadurch hat es für mich etwas total Positives, Fröhliches.

In diesem Jahr habe ich noch keine konkreten Pläne. Vielleicht mache ich einen Spaziergang am Meer oder gehe segeln. Früher sind wir als Familie an Pfingsten oft in die Kirche gegangen, weil mein Vater Pastor ist. Für mich ist das eine schöne Kindheitserinnerung.
Chanhee Lee
46 Jahre alt, Pastor der Koreanische Gemeinde Hamburg
Pfingsten bedeutet für mich: Wir sind aufgerufen, einander neu zu begegnen. Für mich ist deshalb der ökumenische Gottesdienst besonders wichtig: Am Pfingstfest kommen koreanische, indonesische, afrikanische und andere Gemeinden zusammen. Wir singen in verschiedenen Sprachen. Wir hören die Bibel in verschiedenen Stimmen. Wir beten miteinander.
Nicht alles ist perfekt verständlich. Aber genau darin liegt für mich die Schönheit von Pfingsten. Denn der Heilige Geist schafft keine Einheit durch Gleichheit. Er schafft Gemeinschaft in der Vielfalt.

Pfingsten ist für mich deswegen auch kein Ereignis, das 2000 Jahre zurückliegt. Es ist etwas, das auch heute geschieht. Und zwar immer dann, wenn Menschen trotz ihrer Unterschiede gemeinsam beten, singen und hoffen.
