17,3 Millionen Euro Bausumme

Die Sanierung des Schleswiger Doms beginnt im November

Direkt an der Schlei liegt der Schleswiger Dom
Direkt an der Schlei liegt der Schleswiger Dom© iStockphoto, Angelika Stern

04. April 2017 von Thomas Morell, Lena Modrow

Der Baustart steht fest: Die Sanierung eines einzigartigen Meisterwerks mittelalterlicher Baukunst - dem Schleswiger Dom - soll im November 2017 beginnen. Möglich ist das durch die entsprechende Finanzierung. "Mit großen Schritten können wir auf die Sanierung des St. Petri-Doms zugehen, weil der Bund, das Land und die Stadt dieses Projekt großzügig unterstützen", sagte der Schleswiger Bischof Gothart Magaard. Im Jahr 2020 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Die Bausumme beträgt 17,3 Millionen Euro. Die Finanzierung wird folgendermaßen gesichert: Die Bundesregierung gibt 8,6 Millionen Euro. Das Land Schleswig-Holstein unterstützt den Bau mit 4,1 Millionen Euro. Die Stadt Schleswig hat 450.000 Euro zugesagt, und die evangelische Nordkirche übernimmt 4,1 Millionen Euro. Darin enthalten sind eine Millionen Euro, mit denen sich der Kirchenkreis Schleswig-Flensburg und die Kirchengemeinde Schleswig beteiligen. Mehr als drei Viertel der Kosten fließen in die Bausanierung des Turms, der Westfassade und der Fenster. Hinzu kommen barrierefreie Zugänge, eine bessere Beleuchtung sowie Be- und Entlüftung.

Ein Stück deutsch-dänische Geschichte

Prominente Gäste der Feier waren Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD). In seinem Grußwort ging der Bischof auf die unterschiedlichen Beweggründe für einen Besuch des Doms ein. "Viele Menschen kommen von nah und fern, weil kein anderes Gebäude so eng mit der wechselvollen deutsch-dänischen Geschichte des Herzogtums Schleswig und des Landes verbunden ist", sagte er und verwies auf zahlreiche Kunstgegenstände wie den Brüggemann-Altar, das Grabmal für König Friedrich I., das Gewölbe oder den Kreuzgang.

Das Kirchenschiff als Zentrum der Stadt

Nach den Worten von Staatsministerin Grütters ist der Dom "ein einzigartiges Meisterwerk mittelalterlicher Baukunst". Ministerpräsident Albig betonte die gesellschaftliche Verpflichtung, Schätze wie den Dom zu bewahren. Nach den Worten von Kulturministerin Anke Spoorendonk (SSW) hat der Dom "eine Strahlkraft für die Region und den gesamten Landesteil Schleswig". Bürgermeister Arthur Christiansen betonte, "dass das gewaltige Kirchenschiff des Doms seit mindestens 800 Jahren das Zentrum der Stadt bildet".

Die Ziegel und der Mörtel sorgten für Sanierungsbedarf

Die Sanierung ist schon seit längerem notwendig: Bereits wenige Jahre nach Fertigstellung des Turms 1894 waren erste Schäden aufgetreten. Die erste grundlegende Sanierung erfolgte nach dem 2. Weltkrieg. Dabei wurden Betondecken zur Stabilisierung eingezogen und die äußeren Steinschichten erneuert. Allerdings führte die Verwendung von frostanfälligen Ziegeln und ungeeignetem Mörtel zu neuen Problemen. Weil in der Folgezeit Regenwasser in den Turm eindrang, gab es mehrfach Reparaturarbeiten. Sanierungsmaßnahmen konnten das Eindringen des Wassers verringern, aber nicht völlig aufhalten. Seit 2004 platzen infolge Steinteile ab, was 2011 das Aufstellen eines Schutzgerüsts erforderlich machte.

Schon 1134 erstmals erwähnt

Der Dom wurde 1134 erstmals schriftlich erwähnt. Der neugotische Turm wurde aber erst von 1888 bis 1894 als Stiftung von König Wilhelm I. erbaut. Der Schleswiger Dom gehört ausnahmsweise nicht der Dom-Gemeinde, sondern der Landeskirche. 1918 wurde er als Eigentum des Königs von Preußen auf das Land Preußen und 1946 auf das Land Schleswig-Holstein übertragen. Durch den Vertrag zwischen Kirche und Staat wurde er 1957 der Landeskirche Schleswig-Holstein und später der Nordkirche übertragen.

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