Ausstellung zu Barockmaler Jürgen Ovens

"Himmlischer Barock" im Schleswiger Dom

Mit feinen Strichen und zartrosa Farben malte Ovens Putti und andere religiöse Motive. Viele Werke waren Auftragsarbeiten für den Gettorfer Hof. Erhalten geblieben sind nur sehr wenige.
Mit feinen Strichen und zartrosa Farben malte Ovens Putti und andere religiöse Motive. Viele Werke waren Auftragsarbeiten für den Gettorfer Hof. Erhalten geblieben sind nur sehr wenige.

28. Juni 2023 von Antje Wendt

Vor 400 Jahren schafft der Künstler Jürgen Ovens Großes: Er malt himmlische Werke – opulent, ergreifend und außerordentlich geschickt. Die Betrachter fühlen sich in eine andere Sphäre versetzt, in der das irdische Elend für einen Augenblick vergessen ist. Zu sehen sind die wenigen noch erhaltenen Originalwerke im Schleswiger Dom. Eine neue Ausstellung erklärt, wie sie entstanden sind und wer der Künstler hinter den Bildern war.

„Himmlischer Barock“ – vor dem inneren Auge erscheinen dabei weiße Kirchen mit Goldornamentik oder luftige Gewölbemalereien, bevölkert von Heiligen und Putti. Was hat das mit unserem Norden zu tun, der doch sonst eher nüchtern und bodenständig daherkommt? Der Name dieser neuen Ausstellung im Schleswiger Dom macht neugierig.

Bilder voll Emotionen

Es ist eine Spuren- oder Schatzsuche, auf die wir uns machen. Dabei werden wir genauer hinschauen müssen, um den Himmel auf Erden zu entdecken, den ein Künstler vor knapp 400 Jahren in Schleswig geschaffen hat.

Jürgen Ovens lebte vermutlich von 1623 bis 1678, hineingeboren in die Unruhen des Dreißigjährigen Krieges. In Zeiten von Seuchen und Hungersnöten entstanden hier in Schleswig anrührende, emotionale Bildnisse und Familiengruppen, religiöse Szenen und Hofporträts. Das Elend, dass rundherum in Europa herrschte, ist den Bildern nicht anzumerken.

Vor dem Lettner findet während der Ausstellung eine großformatige Abbildung des Kielmannseck-Altar ihre Aufhängung, der Ort, an dem das Altarretabel ursprünglich stand. Das Original befindet sich heute im nördlichen Seitenschiff des Chores hinter dem Kenotaph Friedrichs I.© Antje Wendt, Nordkirche

Erfolgreicher Künstler am Gottorfer Hof

Ovens war am Gottorfer Hof ein geschätzter Künstler, der immer wieder auch große Aufträge erhielt. Zudem hatte er in Amsterdam, damals Welthandelszentrum und Kulturmetropole, seine Abnehmer und Kundschaft. Ganz gewiss wusste Ovens genau, womit der bei seinem Publikum punkten konnte.

An einer besonderen Station können die versteckten Botschaften und Inhalte des Kielmannseck-Altars  entschlüsselt werden.
An einer besonderen Station können die versteckten Botschaften und Inhalte des Kielmannseck-Altars entschlüsselt werden.© Antje Wendt, Nordkirche

Mit geschicktem Pinselstrich gab er kostbare Stoffe, Goldschmuck, Federn oder Perlen wieder, aber auch die zartrosa Haut von Kleinkindern. Geschwungene Linien, ein lockerer Malduktus, leuchtende Farbigkeit und Hell-Dunkel-Kontraste waren die Elemente, die bei der Käuferschaft ankamen.

Hochwertige Originale im Schleswiger Dom

In der Ausstellung im Schleswiger Dom erfährt man von Leben und Schaffen des Künstlers, seiner Zeit und den Umständen, in denen er seine "himmlischen" Bildwerke schuf.

Wie ein Familienporträt wirkt die „Blaue Madonna“, Ovens prominentestes Stück im Schleswiger Dom. Der helle Körper des Jesuskindes und das zarte Gesicht Marias leuchten aus dem Dunkel der Gesamtszene. Die engelhafte Erscheinung der Maria sind wahrhaftig ՙhimmlischՙ. Das Motiv der zugewandten Mutter, umgeben von ihren Kindern, taucht mehrfach im Werk des Künstlers auf und rührt besonders an. Die fürsorgende Liebe, die Caritas, gilt als eine christliche Tugend. In ihr kommt die wertschätzende, helfende Liebe, die Nächstenliebe und Wohltätigkeit zum Ausdruck.© Antje Wendt, Nordkirche

Während alle Werke Ovens, die er seinerzeit für den Gottorfer Hof schuf, zerstört sind oder nach dem großen Nordischen Krieg nach Dänemark verbracht wurden, sind im Schleswiger Dom noch zehn sehr hochwertige Originalwerke zu bewundern, darunter die sogenannte „Blaue Madonna“ und der "Kielmannseck-Altar.

Zu sehen ist die Ausstellung "Himmlischer Barock" noch bis zum bis 27. Oktober 2023. Begleitet wird sie durch Vorträge verschiedener Kunsthistoriker:innen. Mehr Informationen dazu gibt es hier zum Download

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